Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
13. April 2019

„Eine Sommernacht“ im Turmtheater

„Eine Sommernacht“ erzählt die typische Geschichte – Junge trifft Mädchen – aber dieses Mal ohne schmalzige Dialoge, dafür mit ehrlichen Worten und vollem Körpereinsatz.

Helena (Melanie Rainer) und Bob (Martin Rüegg) stürzen sich in die Nacht. Foto: Christina Alba Falchi

Regensburg. So oft die Geschichte – Frau trifft Mann – schon erzählt wurden, so erfrischend ist das Stück „Eine Sommernacht“ von David Greig und Gordon McIntyre, das am vergangenen Freitag im Turmtheater Premiere feierte. Mittsommer, die kürzesten Nächte des Jahres: Die Anwältin Helena, gespielt von Melanie Rainer, ist normalerweise eine unabhängige Frau, die nicht viel übrig hat für Gefühlsduseleien. Als sie ihr verheirateter Liebhaber versetzt, ist sie dann aber doch deprimiert. In einem Pub trifft sie auf Bob, gespielt von Martin Rüegg, einen gescheiterten Straßenmusiker, der mit kleinkriminellen Geschäften sein Geld verdient. Gemeinsam betrinken sie sich und die Dinge nehmen ihren Lauf: Sie landen im Bett, ohne tieferes Interesse am jeweils anderen – zumindest am Anfang.

Die Inszenierung von Andreas Wiedermann braucht nicht viel, um ihre Wirkung zu entfalten: Kaum Requisiten, eine breite Rampe, auf der Helena und Bob herumhüpfen, der volle Körpereinsatz der beiden Hauptdarsteller genügen.

Abwechselnd schlüpfen sie in die Rollen des Erzählers, sprechen und spotten atemlos über sich selbst in der dritten Person.

Rasante Zeitsprünge

Der ganze Saal als Bühne: Da wird auf dem Tresen der Kinobar geturnt, durch Gänge gejoggt, getanzt und Konfetti über dem Publikum verteilt. Rasante Sprünge wechseln zwischen Rückblicken, dem aktuellen Geschehen und den Kommentaren der Charaktere über ihre Handlungen und Gedanken.

Die körperlich wie schauspielerisch starke Leistung wird noch um eine musikalische Komponente ergänzt: Wie im Original vorgesehen singen Helena und Bob einige Lieder selbst. Begleitet werden sie am Piano von Martin Kubetz, der die Szenen passend untermalt und darüber hinaus in einige Nebenrollen schlüpft.

Durchweg gelungen

„Eine Sommernacht“ schafft es trotz der simplen Handlung zu überzeugen, das Publikum zwei Stunden durchgängig zu amüsieren und am Schluss mit dem ein oder anderen Ohrwurm nach Hause zu schicken.

Weitere Aufführungstermine sowie Infos zum Ticketkauf sind auf www.regensburgerturmtheater.de zu finden.