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10. Mai 2019

Einmal eine Arbeit in grün, bitte!

Nachhaltige Berufe und Jobs gibt es in fast allen Branchen.

Wer sich für die Umwelt engagieren möchte, hat eine große Auswahl an Jobs. Foto: malp – stock.adobe.com

Regensburg. Ob man diese Tatsache nun frustrierend findet oder nicht: Wer in seinem Leben 40 oder sogar 50 Jahre arbeitet und das jeweils für 40 Stunden pro Woche, verbringt abgesehen von Schlafen mehr Zeit mit seinem Job als mit allem anderen. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Menschen nach einem Beruf sehnen, der sie erfüllt und der Sinn hat – auch wenn das ganz unterschiedlich aussehen kann.

Für die einen ist ein sinnhafter Beruf einer, in dem sie ihre Leidenschaft ausleben können und der ihnen schlicht Spaß macht. Für andere ist es einer, durch den sie anderen Menschen helfen und der Allgemeinheit etwas zurückgeben können, also zum Beispiel in einem sozialen oder medizinischen Beruf. Wieder andere finden Jobs sinnstiftend, die zumindest versuchen, etwas in der Welt zu verändern und die nachhaltig angelegt sind.

Bei Letzterem können Jobsuchende einerseits Stellen bei Unternehmen und Organisationen suchen, die in einer grünen Branche tätig sind. Denkbare Themen sind dabei zum Beispiel erneuerbare Energien, Elektromobilität, nachhaltige Ernährung, fair und nachhaltig hergestellte Mode oder Entwicklungszusammenarbeit. Andererseits gibt es auch grüne Jobs bei Unternehmen, die auf den ersten Blick nichts mit Umwelt- und Klimaschutz zu tun haben, die Nachhaltigkeit aber fest in ihrer Firmenphilosophie verankert haben. So gibt es bei der IHK beispielsweise Lehrgänge zur Umweltfachkraft, zum Technischen Umweltfachwirt und Fortbildungen zum Umweltschutzbeauftragten. Eine Umweltfachkraft kann im Betrieb dann je nach Branche für Immissionsschutz, Gewässerschutz, Abfall oder Gefahrenstoffe zuständig sein.

Zwar existiert der Begriff beziehungsweise der Gedanke dahinter schon seit mehreren Jahrzehnten, wenn nicht gar seit der Antike. Aber erst in den letzten Jahren haben sich Unternehmen, auch in Deutschland, vermehrt „Corporate Social Responsibility“ (CSR) auf die Fahnen geschrieben. Damit ist die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens gemeint. Der Begriff umfasst sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Aspekte und wird in den meisten Unternehmen synonym zu Nachhaltigkeit benutzt. Seit kurzem bietet die IHK dazu den Zertifikatslehrgang CSR-Manager für Fach- und Führungskräfte an.

Nicht in allem, was grün aussieht, steckt auch tatsächlich CSR drin. Weil es gut für das Image und die Reputation eines Unternehmens ist, rühmen sich Firmen gern mit Nachhaltigkeit – ohne in Wirklichkeit etwas davon umzusetzen. Unter dem Begriff Greenwashing versteht man Kampagnen und PR-Aktionen, die entweder schlichtweg Unwahrheiten verbreiten – zum Beispiel mit eigens kreierten Umweltlabels und -logos – oder nur ein nachhaltiges Produkt besonders hervorheben, während die restliche Arbeit des Unternehmens Mensch und Umwelt schadet.