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23. Mai 2018

Gipfel, Pferde und weite Horizonte

Das Hochgebirgsland Kirgistan ist ein echter Geheimtipp unter Urlaubern und glänzt mit unberührter Natur.

Juli und August sind die perfekten Monate, um durch das Hochgebirge zu wandern. Foto: byheaven - AdobeStock

Für die Republik in Zentralasien gibt es verschiedene Bezeichnungen: Kirgistan, Kirgisien oder Kirgisistan. Amtlich heißt das Land jedoch Kirgisische Republik. Sie liegt im spektakulären Hochgebirge des Tienshan. Rund 94 Prozent der Staatsfläche befinden sich mehr als 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchste Berg ist der Pik Pobedy mit 7439 Metern. Bis in eine Höhe von 1500 Metern besteht das Land aus Steppe. Ab dann herrschen alpine Wiesen vor, die bis an die Schneefelder und Gletscher heranreichen.

Der Staat selbst ist relativ jung. Er erklärte am 31. August 1991, im Rahmen der Auflösung der Sowjetunion, seine Unabhängigkeit – seit 2010 ist Kirgistan die bislang einzige Demokratie in Zentralasien. Die Republik liegt an den alten Handelsrouten der Seidenstraße und ist von China, Kasachstan,- Tadschikistan und Usbekistan umschlossen. Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem im Tschüi-Tal im Norden um die Hauptstadt Bischkek), im Ferganatal im Süden sowie um den größten See des Landes, den Issyk Kul. Ein Achtel der rund fünfeinhalb Millionen Einwohner sind Russen, weshalb Russisch dort gut verstanden wird. Die Amtssprache ist jedoch Kirgisisch.

Das Klima Kirgistans ist von trockenen, heißen Sommern (bis zu 45 Grad) sowie kalten Wintern (bis zu minus 18 Grad) geprägt. Frühling und Herbst sind am besten für den Besuch tieferer Lagen geeignet. In den Monaten Juli und August lassen sich gut Wandertouren im Hochgebirge unternehmen. Zum Skifahren ist die schneereiche Zeit zwischen Dezember und April ideal. Die Landschaft ist atemberaubend, weshalb das Land vor allem bei Naturfreunden und Trekkingfans sehr beliebt ist. Almen voller Edelweiß, große Seen und weitläufige Gebirgslandschaften bezaubern die Reisenden. Ab und zu begegnet man einer Herde Steppenpferde, die Nomaden seit dem zwölften Jahrhundert dort züchten. Die Milch der Stuten wird vergoren. Daraus entsteht dann die Spezialität Kumis, das Nationalgetränk der Kirgisen.

buchen – ob zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Jeep, individuell oder als Gruppe. Kirgisische Familien, die Gäste aus dem Ausland beherbergen, sind in einem Netzwerk organisiert. Sie sind vor allem für ihre außerordentliche Gastfreundlichkeit bekannt. Bei ihnen kann man dann im Dorf oder in der Gästejurte, einem größeren, stabilen Zelt, im Gebirge übernachten. Langsam bieten auch ausländische Agenturen Reisen in das Land an. Ein Flug dauert ab Frankfurt in etwa acht Stunden. Die Zeitverschiebung liegt bei mitteleuropäischer Zeit plus fünf Stunden. Die Sicherheitslage in Kirgistan ist nicht immer unbedenklich. Deshalb sollte man sich vor Reiseantritt Tipps auf der Homepage des Auswärtigen Amtes holen.

Sehenswert

Türkisblaue Seen, schroffe Berggipfel und eine der größten Petroglyphensammlungen mit rund 2000 Felszeichnungen – hier gibt es so einiges zu entdecken.

Walnusswald um Arslanbob

In Arslanbob liegt der Ursprung der Walnuss. Der Wald erstreckt sich über fast 300.000 Hektar und ist der größte Walnusswald der Welt und wächst in 1500 Metern Höhe.

Ala-Artscha-Nationalpark

Der Park Ala Archa liegt im Tian Shan-Gebirge südlich der Hauptstadt. Das Hochtal zeichnen schroffe Berggipfel, alpine Flusslandschaften, Gletscher und Skipisten aus.

Terskej-Alatau-Gebirge

In dem Gebirge sieht es aus wie in der Schweiz, nur ohne die Zivilisation und Infrastruktur. Wandert man dort, entdeckt man Wiesen voller Enzian und Edelweiß sowie den türkisblauen Alakulsee.

Issyk-Kul-See

Der Issyk-Kul-See wird auch Yssykköl-See genannt und ist der zweitgrößte Bergsee der Welt. Er ist von einem atemberaubenden Bergpanorama umgeben. An seinem Ufer liegen Badebuchten und Sandstrände.

Son Kul

Um den größten Süßwassersee Kirgistans im Tian-Shan-Gebirge sind Touren fernab der Zivilisation möglich. An 200 Tagen im Jahr liegt dort jedoch Schnee.

Bishkek

Die kirgisische Hauptstadt wurde im 19. Jahrhundert gegründet. Sie ist eine moderne Metropole mit spektakulärer Lage und kosmopolitisch-gemütlichem Flair. Das Zentrum bildet der Ala-Too Square und am Osh Bazaar herrscht stets reges Treiben. Sehenswert sind unter anderem die Moschee Gogolja, die Kirche der russisch-orthodoxen Christen sowie der Burana-Turm aus dem 11. Jahrhundert, der sich 80 Kilometer östlich von Bishkek befindet.

Karakol

Die Lage der Stadt ist traumhaft. Deshalb ist sie der Ausgangspunkt für viele (mehrtägige) Wandertouren. Zum Besichtigen lohnen sich die Kathedrale der heiligen Dreieinigkeit und die Dunganen-Moschee.

Cholpon Ata

Die Stadt liegt am Nordufer des Issyk-Kul-Sees. Im Juli und August verwandelt sie sich in einen florierenden Badeort. Zudem gibt es dort eine der größten Petroglyphensammlungen mit rund 2000 Felszeichnungen.