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09. November 2019

Heimspiel bringt Festivalflair nach Regensburg

Genau das Richtige für graue Herbsttage: Im November bringt das Filmfest Heimspiel im Transit wieder die absoluten Film-Highlights des Kino- und Festivaljahres 2019 in die Regensburger Altstadtkinos.

Der brasilianische preisgekrönte Mystery-Sci-Fi-Western "Bacurau" ist das Center Piece des Festivals. Copyright: SBS International

Regensburg. Ein ganzes Jahr lang war das Heimspiel im Transit-Team auf der Suche nach den deutschen und internationalen Film-Highlights abseits der üblichen Mainstreamkino-Pfade. Nun ist es endlich soweit: von 14. bis 20. November präsentiert das Filmfest ein erlesenes Programm im Ostentor Kino und im Wintergarten im Andreasstadel. Und das kann sich wieder sehen lassen – vorbeischauen lohnt sich also auf jeden Fall!

Der Startschuss der Festivalwoche fällt am 14. November mit dem offiziellen Eröffnungsfilm „Les Misérables“ (14. November, 18.30 Uhr, Ostentor) von Ladj Ly – ein energiegeladener Policier im Mikrokosmos der Pariser Banlieues, der in Cannes in diesem Jahr mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Direkt im Anschluss an den Film kann bei einem Livekonzert zusammen mit den Regensburger Postrockern von Containerhead der Festivalauftakt sowie deren Album-Release gebührend gefeiert werden. Weitere Höhepunkte stellen das diesjährige Center Piece des Festivals dar, der preisgekrönte Mystery-Sci-Fi-Western „Bacurau“ (17. November, 19.30 Uhr, Ostentor), sowie der offizielle Abschlussfilm „The Lighthouse“ (20. November, 19.30 Uhr, Ostentor) – ein Lovecraftscher Seemannsalbtraum von „The Witch“-Regisseur Robert Eggers und ein fulminantes Finale für das Filmfest. Auch hier kann anschließend um 21.30 Uhr bei einem Livekonzert von Red On und VJ Subrihanna noch einmal ordentlich gefeiert werden.

Dieses Jahr präsentiert das Festival seine Filme in den drei Sektionen, „Deutsche Highlights Plus“, „Internationale Highlights“ sowie „Im Transit“. Die Sektion „Internationale Highlights“ besticht dabei mit außergewöhnlichen Filmen wie dem chinesischen Noir-Thriller „The Wild Goose Lake“ (15. November, 21.30 Uhr, Wintergarten), dem rumänischen Neo-Noir-Heistfilm „La Gomera“ (16. November, 19.30 Uhr, Wintergarten) oder „Adoration“ (18. November, 22 Uhr, Ostentor), einem märchenhaften und zugleich verstörenden Psycho-Runaway-Drama aus Frankreich.

Unter den Deutschen Highlights ist auch Jan Bonnys Film „Jupp, watt hamwer jemaht?“. Foto: Volksbühne Berlin

Neben internationalen Produktionen liegt der Fokus von Heimspiel im Transit ganz besonders auf mutigen und innovativen Filmen aus dem deutschsprachigen Raum, die sich abseits des Mainstreamkinos bewegen und stattdessen neues ästhetisches, inhaltliches oder narratives Terrain betreten. Diese werden dem Publikum in der Sektion „Deutsche Highlights Plus“ präsentiert. So stellt beispielsweise Regisseur Jan Bonny in einem Double Feature seine neuesten Produktionen „Wir wären andere Menschen“ und „Jupp, watt hamwer jemaht?“ (16. November, 19 und 21.30 Uhr, Wintergarten) persönlich vor und beantwortet im Anschluss Fragen zu seinen Filmen. Daneben werden zum Beispiel der Horrorthriller „Little Joe“ (15. November, 17 Uhr, Ostentor) von der österreichischen Regisseurin Jessica Hausner gezeigt sowie Kathrin Gebbes radikales Psychodrama „Pelikanblut“ (20. November, 16.30 Uhr, Ostentor), das in Regensburg sogar seine Vorpremiere feiert.

Außerdem werden zahlreiche Filmschaffende ihre Filme persönlich präsentieren und dem Publikum Rede und Antwort stehen. So stellt zum Beispiel der oscarnominierte Regisseur Patrick Vollrath sein präzises Genrewerk „7500“ (16. November, 17 Uhr, Ostentor) vor, bei dem Joseph Gordon-Levitt die Hauptrolle spielt. Bei dem Film „Leif in Concert – Vol. 2“, einer mitreißenden Liebeserklärung an die deutsche Kneipenkultur, werden neben Regisseur Christian Klandt außerdem noch Schauspieler und Produzent anwesend sein. Danach kann man den Tag beim Kneipenabend in der Kinokneipe gemütlich ausklingen lassen. Wer sich also schon immer einmal mit einem Filmschaffenden über sein Werk unterhalten wollte, hat hier die einmalige Gelegenheit dazu.

Dieses Jahr steht das Heimspiel Festival unter dem Motto „Im Transit“, was mit einer gleichnamigen Themensektion betont wird. Hier stehen mit Filmen wie „Oray“ (15. November, 19 Uhr, Wintergarten), „The Art of Self-Defence“ (15. November, 19.20, Ostentor) mit Jesse Eisenberg oder „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ (16. November, 14.30 Uhr, Wintergarten) Produktionen im Mittelpunkt, die sich mit Identitäten im Wandel beschäftigen und diese Transformationsprozesse den Zuschauern filmisch nahebringen. Welche Rolle Filme als Teil des gesellschaftlichen Diskurses spielen und inwiefern diese dabei das Denken und die Gesellschaft beeinflussen und verändern können, wird außerdem im Rahmen der Podiumsdiskussion „Movies Matter“ (17. November, 14 Uhr, Wintergarten) mit den Filmwissenschaftlern Andrea Kuhn und Jan Künemund sowie den Regisseurinnen Barbara Teufel und Susanne Heinrich besprochen. Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist dabei frei.

Bei dem breit gefächerten und kompetent kuratierten Programm des Filmfests ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Die ganz Mutigen unter euch können am 18. November sogar eine ganz besondere Erfahrung machen und sich beim „Überraschungsfilm“ (19.30 Uhr, Ostentor), wie es der Name schon sagt, einfach überraschen lassen. Wer Lust hat auf innovative Filmhighlights abseits des Mainstreamkinos, der sollte sich Heimspiel im Transit auf keinen Fall entgehen lassen. Tickets könnt ihr in allen teilnehmenden Kinos und beim Lehrstuhl für Medienwissenschaften erwerben oder ab dem 11. November auch telefonisch reservieren.

Hier findet ihr das Programm des Festivals.

Hier geht’s zur Facebookseite von Heimspiel im Transit.