Intelligentes Cocktailmixen

Viele Cocktailliebhaber kennen das Problem: Sie blicken in einer Getränkekarte auf die große Auswahl und können sich einfach nicht entscheiden. Einen minzigen Mojito, einen starken Long Island oder doch einen fruchtigen Bahama Mama? Der Lehrstuhl für Informationswissenschaften der Uni Regensburg hat dafür jetzt eine Lösung gefunden - BORIS.

Der neue intelligente Cocktailmixer BORIS hat für jeden die passende Getränkeempfelung.

BORIS ist ein intelligenter Cocktailmixer und steht für Bar Ordering & Information System. „Uns geht es bei der Entwicklung des Mixers hauptsächlich um die Informationsverarbeitung und die Frage, wie Menschen mit Geschmack und den dazugehörigen Informationen umgehen“, erklärt Dr. Ludwig Hitzenberger vom Lehrstuhl. BORIS funktioniert dabei ähnlich wie typische Recomendersysteme, wie beispielsweise Amazon oder eBay. Das heißt, er errechnet anhand verschiedener Kriterien eine Empfehlung für den optimalen Drink. In Umfragen und Selbstversuchen haben Studenten diese Vorgaben zusammengetragen. Das kann zum einen der Ort, wie ein Strand oder eine Bar sein, das Wetter oder Geschlecht und Alter des Benutzers. Ein weiteres Kriterium für die Auswahl kann auch die momentane Stimmungslage des Benutzers sein. Bei Traurigkeit empfiehlt das Gerät dann beispielsweise einen süßen Drink zur Aufmunterung. „Mit dem System soll unscharfes Wissen in eine optimale Empfehlung transformiert werden“, deutet Hitzenberger die Funktionsweise an.

Durch verschiedene Schläuche werden die einzelnen Zutaten zusammengemixt und ins Glas geleitet. BORIS ist bereits in der Version 2.0. Schon 2006 gab es eine Prototypen. „Der Nachfolger ist vor allem stabiler und durch die Edelstahlbauweise auch etwas hübscher“, meint Hitzenberger. Und die Forscher haben genügend Ideen für künftige Weiterentwicklungen. Zum einen soll BORIS personalisiert werden. Das heißt, man kann als Benutzer verschiedene Profile anlegen und das System merkt sich verschiedene Geschmackspräferenzen. Weitere Ideen sind die Berechnung des Alkoholspiegels und eine Sicherheitsbox für Autoschlüssel, die den Cocktailtrinker bei starkem Konsum zum Taxifahren zwingt. Außerdem will man noch die Reinigung sowie die Eiswürfelzugabe optimieren, so Hitzenberger.

BORIS
 
BORIS

BORIS stellt dem Benutzer neben der Cocktailempfehlung auch das Hintergrundwissen zum entsprechenden Drink auf dem Smartphone oder dem Tablet zur Verfügung. Der Konsument kann nach dem Genuss des Drinks ein Feedback abgeben, so dass sich das System mit jeder Benutzung weiterentwickeln kann. „Es ist durchaus vorstellbar, dass sich BORIS vermarkten lässt“, so Hitzenberger - etwa als Unterstützung im Barbetrieb. Gerade zu Stoßzeiten kann der Barkeeper so entlastet werden. Für Hitzenberger und das Forscherteam endet damit allerdings die Arbeit mit BORIS. „Wir wollen ja keinen Ausschank betreiben, sondern uns um die Forschung, die Fragen der Informationsverarbeitung und um die Interaktion zwischen Mensch und Maschinen kümmern.“ Auf der CEBIT in Hannover bekamen die Entwickler durchaus positives Feedback. Vor allem der praxisnahe Bezug der Informationsforschung mit BORIS fand großen Anklang. Anfang Mai geht es jetzt auf die CEBIT Australia nach Sydney. Dort muss BORIS dann sicherlich mit anderen Parametern arbeiten, als in einer Regensburger Studentenbar. Bei heißem Wetter empfiehlt das Gerät wahrscheinlich eher fruchtige Longdrinks. Aber natürlich kommt es darauf an, ob ein Australier oder eine Australierin bestellt, und wie alt sie ist.

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