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Alexandra Wessel
03. Januar 2019

Kultur genießen - Kunst erschaffen

Der Name des W1 klingt erstmal seltsam, hilft aber dabei, sich die Adresse zu merken: Weingasse 1. Hier im W1 - Zentrum für junge Kultur könnt ihr euch künstlerisch so richtig austoben.

Die Textilwerkstatt nutzt unter anderem CampusAsylArt zum Herstellen von selbstgemachten Taschen. Fotos: Alexandra Wessel

Regensburg. Ob Konzerte, Poetry Slams oder Theater-, Tanz- und Filmvorführungen – wer sich das volle kulturelle Programm geben will, selbst an Workshops teilnehmen oder einmal auf der Bühne zeigen möchte, was er kann, der ist hier genau richtig. Wie der Leiter des W1, Matthias Sege-rer, mit einem Schmunzeln erklärt: „Wir wollen den Regensburgern das Gefühl der Provinz nehmen.“

Rauf auf die Bühne

Gleich im Erdgeschoss findet ihr das Herzstück des Hauses, das für Jugendliche, junge Erwachsene und alle anderen, die sich für junge Kultur begeistern können, offen steht: Hier im Kulturcafé kann man ganz zwanglos beisammensitzen, egal ob man selbst mitmacht oder nur den anderen Künstlern zuschaut. Auf der kleinen Bühne des Cafés sorgen junge Künstler mit ihrem Können für Unterhaltung, wenn sie bei der monatlichen Veranstaltung „Home is where the Art is“ auftreten: Bei der letzten Dezembershow heizten Flo Böhms Gitarrensongs und Fabien Brangeons Elektromusik die Stimmung an. Auch Verena Maria Bauer vom Stadttheater war mit von der Partie und gewährte Einblicke in ihr Leben als Schauspielerin.

Ein Ort für Austausch und Kontakt

Im Atelier, gleich um die Ecke des Cafés, spielen sich jeden Monat verschiedene Projekte ab. Auch die Leute von CampusAsylArt nutzen das Atelier, um hier selbstgemachte Taschen und Beutel zu nähen, die sie anschließend selbst verkaufen wollen: „Die Textilwerkstatt stellt für die Menschen mit Migrationshintergrund einen Ort für Begegnung dar“, erzählt Veronika Scheitler von CampusAsylArt über ihr Projekt.

In den oberen Stockwerken stoßt ihr nicht nur auf das Tanzstudio, die Werkstatt und den rie-sigen Theatersaal, sondern könnt auch verschiedene Ausstellungen in der Galerie bewundern. Im Dezember schmückten hier die Bilder von Sou Alexandersson die. Gemeinsam mit dem Buchautor Johannes Molz erschuf er eine ganze Bilderreihe: Von Molz´ „Still“ inspiriert, malte der Künstler Motive zu den Buchszenen, darunter ein Waldbild und einen Pandabären. Im W1 können sich außerdem verschiedene Künstler kennen lernen und Kontakte knüpfen: „Es gefällt uns immer total gut, wenn wir Kulturschaffende untereinander vernetzen können“, sagt W1-Mitarbeiter Dominik Huber.

Dank den Dreien läuft der Laden wie geschmiert: Dominik Huber, Matthias Segerer und Bianca Kurz (v. li.) sorgen jeden Monat für ein abwechslungsreiches Kulturprogramm.

Nächstes Jahr feiert das W1 übrigens zehnten Geburtstag. Ursprünglich gab es bereits 1977 ein kulturelles Angebot im Jugendzentrum Weingasse, das damals an derselben Stelle stand wie das W1 heute. Als man 2001 aufwendige Umbauarbeiten am Jugendzentrum durchführen musste, entstand dabei auch das W1. Die Idee dazu kam, als man erkannte, wie viele junge Leute sich mehr kulturelle Angebote wünschen. Es sollte endlich Möglichkeiten geben, sich auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und eigene kulturelle Ideen in die Tat umzusetzen. „Es ist wichtig, dass es einen Ort gibt, wo jeder Künstler seine Leidenschaft oder künstlerische Neigungen ausleben kann“, erklärt Dominik Huber.

Alexandra Wessel