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20. September 2019

„Leicht ironisch, tanzbar nach vorn“

Die Alpakarocker sind zurück – im Gepäck haben sie eine neue Single. Im Interview erklärt Brew Berrymore-Sänger Benedikt Wagensonner, warum der Song eine schnulzige Reminiszenz an Nirvana ist.

Die Band Brew Berrymore passt in keine Schublade - außer eben Alpakarock. Und das ist auch gut so! Foto: Andre Lohmeier

Regensburg. Die leidenschaftlichen Alpakaliebhaber von Brew Berrymore haben sich zwei ambitionierte Ziele für die Zukunft gesteckt. Nummer eins: auf Google irgendwann vor „3 Engel für Charlie“-Schauspielerin Drew Barrymore aufzutauchen. Und Nummer zwei: ihr selbst kreiertes Genre Alpakarock in der großen Musikwelt zu etablieren. Mit der neuen Single wollen Berrymore-Sänger Benedikt Wagensonner und seine Bandkollegen diesen zwei Zielen ein Stückchen näher kommen.

Servus Benedikt, die wichtigste Frage vorab: Was zur Hölle soll eigentlich Alpakarock sein? Zieht ihr Gitarrensaiten aus Alpakawolle auf? Oder hört sich eure Musik an wie Alpakageschrei?

Benedikt Wagensonner: Unsere Musik ließ sich nie wirklich in ein Genre einordnen. Auch der private Musikgeschmack klafft bei uns weit auseinander – von Techno über House und Elektro bis hin zu Rock. Und Alpakas haben uns allen schon immer gut gefallen. Da sind wir auf Alpakarock gekommen. Ich würde unsere Musik als Alternative Rock mit elektronischen Elementen und Indie-Einflüssen beschreiben – querbeet, leicht ironisch, tanzbar nach vorn.

Alles klar soweit. Hast du mitbekommen, ob auch andere Bands den Begriff Alpakarock verwenden?

Nein, bis jetzt noch nicht. Es wäre natürlich ein Traum, wenn sich das Genre irgendwann einmal etablieren würde und es andere Bands nachahmen. (Lacht)

Damit unsere Leser nächstes Jahr sagen können: „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ – wo und wie habt ihr eure Semesterferien verbracht?

Es war ein richtig geiler Sommer, wir hatten richtig coole Konzerte. Seit Juni sind wir fast jedes Wochenende auf der Bühne gestanden.

Gibt es da ein Highlight?

Da gibt’s zwei. Einmal das Altstadtfest in Landshut. Da haben zwei Stunden lang im Headliner-Slot vor über 1500 Menschen gespielt. Das war richtig geil. Das zweite Highlight war das Unta de Bam Festival – ein kleines Hippiefestival in der Nähe von Gerzen. Das war auch richtig cool, die Leute da hatten einfach nur Bock. Das ist wirklich ein Geheimtipp in Bayern, würd ich sagen.

Nicht schlecht! Jetzt aber zur neuen Single. Versorg uns doch bitte mal mit ein paar Fakten.

Also, die Single heißt „Heartshaped Sock“s und soll natürlich an Nirvana erinnern. Wir sind einfach die Band der schlechten Wortspiele. (Lacht) Im Text geht es hauptsächlich darum, sich zu trauen, aus bestehenden Systemen auszubrechen und um die Angst davor, Sachen aufzugeben.

Klingt die Single denn auch wie Nirvana?

Nein. Für unsere Verhältnisse ist das ein recht poppiger Song. Sie ist ein bisschen ruhiger und ein wenig indielastiger als das, was wir sonst machen. Die Single ist außerdem recht schnulzig. Wir treiben es einfach gern auf die Spitze. Dementsprechend ist auch das Video, das wir zusammen mit einem Münchner Filmkollektiv gedreht haben, schnulzig ausgefallen.

Wie entstehen eure Songs eigentlich – gibt es da einen federführenden Songwriter?

Wir schreiben alles miteinander. Das kann manchmal ein bisschen stressig werden und man muss Kompromisse eingehen. Aber grundsätzlich führ das dazu, dass am Ende des Tages jeder von uns mit der Musik zufrieden ist. Wir bekommen oft gesagt, dass wir so happy wirken und Freude ausstrahlen. Das kommt, glaube ich, unter anderem daher, dass jeder seinen Platz hat und in der Band glücklich ist.

Dass ihr ziemlich happy wirkt, kann ich bestätigen. Benedikt, erzähl uns doch abschließend vielleicht, was als nächstes auf eurer Agenda steht.

Wir haben ja Ende Mai schon eine Single rausgebracht und wollten mit „Heartshaped Socks“ gleich einen Nachfolger präsentieren. Im Januar soll dann die nächste Single kommen. Wir hangeln uns gerade von Single zu Single und arbeiten auf ein größeres Projekt, das wir nächstes Jahr releasen, hin. Außerdem sind wir ab Oktober wieder auf Tour und spielen da nochmal acht bis zehn Konzerte.