Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
Benedikt Baumgartner
05. August 2019

„Let’s go, Phoenix, let’s go!“

Mit diesem Schlachtruf peitschten Hunderte Football-Fans und Cheerleader die Regensburg Phoenix ins Finale um den Aufstieg in die dritte Liga.

Am Samstag ging es für die Regensburg Phoenix gegen die Neu-Ulm Spartans. Foto: Mike Hofmann

Regensburg. Eingeheizt wurde den Regensburger Football-Fans auf der Tribüne der Städtischen Sportanlage am Weinweg schon weit vor Anpfiff von der brasilianischen Trommel-Kombo Sarará. Schließlich stand am Samstag kein ganz normales Spiel der Phoenix an, sondern das vorläufige Saison-Highlight: das Halbfinale in den Play-Offs. Ein Sieg gegen die Neu-Ulm Spartans, und die Regensburg Phoenix stehen im Finale um den Aufstieg in die dritte Liga.

Dass es American Football heißt, wurde beim Blick über die vollbesetzte Tribüne deutlich. Viele Exil-Amerikaner, die es nach Regensburg verschlagen hat, finden bei den Phoenix ein Stück Heimat in Bayern. Die zweite Erkenntnis: der Football-Hype ist nicht nur im deutschen TV angekommen, wo die NFL, die amerikanische Profiliga, Rekordquoten einfährt, sondern auch in Regensburg. Football ist der Trendsport unter sportbegeisterten Twens – und bei weitem nicht nur unter Männern.

Für den Mix aus amerikanischer und deutscher Kultur standen auch die Fahnen, unter denen die Spieler begleitet von martialischer Musik, lautem Jubel und dichtem Pyro-Rauch das Feld stürmten: neben dem Regensburger Stadtwappen und dem Logo der Phoenix also auch Schwarz-r-ot-gold und Stars and Stripes – Völkerverständigung auf dem Sportplatz. Logisch, dass auch die Cheerleader abseits des Feldes ebenso wenig fehlen dürfen, wie frisch gebratene Burger und Popcorn zur Verpflegung.

Wie in Amerika sorgen auch in Regensburg Cheerleader für gute Stimmung. Foto: Mike Hofmann

Aufstellung eingenommen und los ging’s. Kurze Football-Kunde für (Noch-)Ahnungslose: Ggespielt wird über vier Viertel à 15 Minuten. Jede Mannschaft besteht aus zwei Teams, Offense und Defense. Es stehen sich immer die Offensive der einen und die Defensive der anderen Mannschaft gegenüber. Ziel der Offensive ist es, einen Touchdown zu erzielen, also den Football an das Ende der gegnerischen Hälfte zu tragen. Mindestens müssen aber immer zehn Yards Raum (gut neun Meter) in vier Versuchen überwunden werden. Kann die Defense des Gegners das verhindern oder den Ball erobern, wechselt das Angriffsrecht und die andere Mannschaft darf ihr Glück versuchen.

Mit Glück hatte das erste Viertel der Regensburg Phoenix allerdings nicht viel zu tun, da waren Talent und Können am Werk. Zwischenresultat: vier Touchdowns und eine Führung von 24:0 nach 15 Minuten. Ab diesem frühen Zeitpunkt konnten sich die Regensburger Fans schon recht entspannt zurücklehnen und Burger und Bier genießen – bis zum Schluss. 38:14 lautete schließlich der Endstand zugunsten der Regensburg Phoenix über die Neu-Ulm Spartans. Somit steht am 17. August das Finale gegen die Franken Knights an, wieder in der heimischen städtischen Sportanlage am Weinweg. Am Samstag standen die Zeichen bei Spielern, Cheerleadern und Fans noch auf „Party, Party, Party“, aber ab Montag lautet die Devise für das große Ziel Aufstieg wieder: „Training, Training, Training“.

Benedikt Baumgartner