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12. Januar 2019

Melancholie trifft Frauenpower

Nachdenklich, einfühlsam und doch mit jeder Menge Energie – Luisa Funkensteins Musik hat viele Facetten. Zusammen mit ihrer Familie spielt sie sich mitten ins Herz der Zuhörer.

Sie teilen die Liebe zur Musik: Luisa Funkenstein und ihre Familie starten gemeinsam musikalisch durch. Foto: Lukas Pokorny

Regensburg. Ein bisschen erinnert Luisa Funkensteins Musik an Florence + the Machine: melancholische Klänge, eine kraftvolle Frauenstimme und Textzeilen, die sich hymnenartig wiederholen. Luisa Funkenstein singt mit ganz viel Gefühl: über den Anfang und das Ende von Beziehungen, übers Verliebtsein und über Herzschmerz, über die Suche nach sich selbst und die Liebe zur Natur. Begleitet wird ihr Gesang und ihr Klavierspiel von rockigen Gitarren und Drums.

Luisa Funkenstein ist eigentlich ein echter Familienclan: Als Kopf der Band schreibt Luisa Schuster die Songs, singt und spielt Klavier. Seit 2018 steht sie gemeinsam mit ihrer Schwester Marlene (Gesang/Bass), ihrem Bruder Simon (Schlagzeug) und ihrem Schwager Julius (Gitarrist) auf der Bühne. „Schon als Kinder haben wir gemeinsam musiziert, vor allem unser Vater hat uns immer dazu motiviert“ erzählt Luisa. „Die Musik hatte schon immer einen großen Stellenwert in unserem Leben.“ Doch lange Zeit haben sich alle musikalisch aus den Augen verloren. Jeder verfolgte seine eigenen Ziele oder spielte in anderen Bands. Doch nie habe es richtig gepasst, sagt Luisa: „Jetzt sind wir wieder back to the roots und wir fühlen uns einfach wohl damit.“

Auch der Künstlername „Funkenstein“ ist Teil der Familiengeschichte: Er ist eine Hommage an ihren Uropa und seine Familie, die im Holocaust umkamen. Luisa will mit dem Namen und ihrer Musik sein Andenken bewahren.

Schon als Jugendliche schrieb Luisa ihre ersten eigenen Songs. Sie verarbeitet darin ihre Gedanken und Emotionen: „Das Klavier ist mein Ventil. Immer wenn es mir schlecht geht und ich niemanden mit meinen Gefühlen nerven will, setze ich mich an mein Klavier, spiele und singe.“ Die Songs entstehen dabei von ganz allein.

Lange Zeit wusste nur Luisas bester Freund von ihrer eigenen Musik. 2015 tritt sie zum ersten Mal als Luisa Funkenstein auf, damals noch in anderer Formation. Als Solo-Künstlerin nimmt sie auch heute noch bei Song-Slams teil. Doch auch zusammen mit ihrer Familie will sie richtig durchstarten. Erste gemeinsame Auftritte spielten die vier Musiker zum Beispiel bei der Eröffnung der Internationalen Kurzfilmwoche 2018 und in der Reihe „Homegrown“ der Heimat Regensburg.

Das war erst der Anfang. Vor kurzem ist Luisa von Berlin zurück nach Regensburg gezogen. Nun wird regelmäßig geprobt. Das Ziel: Neue Songs und vor allem noch mehr Gigs. Wenn es nach Luisa geht, so viele wie möglich: „Live-Auftritte sind anstrengend und emotional aufwühlend, aber auch immer die Krönung unserer Arbeit und unsere erste Priorität.“

Zu hören gibt es Luisa Funkenstein aktuell auf der EP „Storm takes me home“. Gerade jetzt, wenn es draußen grau und ungemütlich ist, ziehen die fünf melancholischen Songs den Zuhörer in ihren Bann. Sie verleihen diesen Wintertagen ein bisschen bittersüße Wehmut, aber geben gleichzeitig Hoffnung auf Neues.

Zur Single „Storm“ gibt es sogar ein eigenes Musik-Video. Luisa und Julius haben das Video selbst an einem Tag in Berlin gedreht, Julius hat es anschließend geschnitten. Wie immer ein echtes Familienprojekt.

Mehr zu Luisa Funkenstein und ihre Musik gibt‘s auf ihrer Facebookseite.