Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
12. September 2019

Mrs. Redfries‘ Störgefühl

Von einer kleinen Kreativzentrale in Stadtamhof in die ganze Welt: Ein Regensburger Paar bannt bunte Kreaturen auf Papeterie-Produkte und verschifft sie in aller Herren Länder.

Stjepan Dujmovic und Daniela Rosenhammer sind die Köpfe hinter dem Label redfries. Foto: Florian Hammerich

Regensburg. „Wann immer Mrs. Redfries ein blankes Blatt Papier sieht, ist es mit der guten Laune vorbei!

Dann trifft sie ein unglaubliches Störgefühl. Ein Störgefühl, wie es Politessen ohne Strafzettel, Astronauten ohne Schwerelosigkeit oder Indoor-Regenschirme nur allzu gut kennen“, steht auf einer von den weltweit 1,94 Milliarden existierenden Websites geschrieben.

Es ist eine ziemlich bunte Website. Süßigkeiten, Blumen, ein Papagei und viele lachende Kack-Emojis haben hier ihre Heimat gefunden. Als Illustrationen auf Postkarten und andere Schreibwaren gebannt, grinsen sie einen aus dem Bildschirm heraus an. Erschaffen hat sie allesamt – des Störgefühls wegen – Mrs. Redfries, die eigentlich Daniela Rosenhammer heißt und von Stadtamhof aus ihre kleinen Kreaturen in die große weite Welt verschickt.

Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Stjepan Dujmovic hat sie 2014 das Schreibwaren-Label redfries gegründet. Sie gestaltet Kunstdrucke, Kalender, Notizblöcke, Accessoires und natürlich Karten aller Art. Über die Arbeitsabläufe informiert wiederum die Website. „Wenn also mal wieder ein leeres Blatt den Weg von Mrs. Redfries kreuzt, ist Mr. Redfries schnell zur Stelle. Dann setzt er sie vor einen großen Haufen Farben. Bald muss die böse Leere dann kleinen Kunstwerken weichen“, steht da nämlich weiter geschrieben. Mit besonders vielen leeren Blättern bekommt es Rosenhammer vor allem in den Wintermonaten zu tun, bevor die jährliche Kollektion auf der Paperworld-Messe in Frankfurt präsentiert wird.

Aus einfachen Grundformen wie Kreisen und Quadraten formt Rosenhammer ihre Illustrationen. Die Inspiration dafür nimmt sie aus ihrem alltäglichen Leben, Musik, Reisen und nicht zuletzt Großstadtbesuchen. Weg von hier will die gebürtige Regensburgerin trotzdem nicht. „Ich liebe Regensburg, will nirgends anders hin“, sagt sie über ihre Heimat. Gerade in den letzten Jahren sei in der hier ansässigen Kreativszene so viel passiert. Das findet Mrs. Redfries toll.

Wenn Rosenhammer nicht gerade an einer neuen Kollektion sitzt, ist sie täglich mit allerhand organisatorischen Aufgaben eingedeckt. Mrs. Redfries beantwortet Anfragen, managed die Versandvorbereitung, bringt die Bestellungen zur Post, stellt Rechnungen und kümmert sich um das Marketing rund um ihre quietschbunten Kreationen.

Und das macht sie gut, schließlich verschifft sie ihre Schreibwaren mittlerweile in die ganze Welt – in 21 Länder, 213 Läden und sogar bis nach Asien und Australien. Doch was ist mit Deutschland? „Die Deutschen schreiben nicht gerne Karten“, erklärt Rosenhammer, freut sich aber, dass der Trend, bei jeder Gelegenheit mit einer Grußkarte in der Hand aufzukreuzen, auch hierzulande langsam ankommt.

Auf der Website könnt ihr euch durch die bunte Welt der Postkarten stöbern.