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07. Juli 2019

Musik als Märchen

Am 13. Juli verwandelt sich das Südufer des Guggis in eine elektronische Spielwiese.

Locationwechsel: Nach der ersten Ausgabe des Avalon in Geiselhöring zieht das Festival jetzt an den Guggi in Neutraubling um. Foto: Manuel Karl

Neutraubling. In zehn Tagen erwacht am Guggenberger See ein Märchen zum Leben: Angelehnt an den Namen einer geheimnisvollen Insel aus der Sage um King Arthur findet dort zum ersten Mal das Avalon, ein Tagesfestival für House und Techno, statt. Von Samstag, 13. Juli ab 11 Uhr bis Sonntag um 1 Uhr stehen unter anderem große Namen wie Monkey Safari und Oliver Schories, aber auch lokale DJs wie Coucou, Tony Dia und Kadenzmann an den Decks.

Das Besondere: Hinter dem Festival steckt weder eine Agentur noch ein bekannter Veranstalter anderer Regensburger Festivals, sondern der Verein Klangfieber e.V. aus Straubing. 2016 zunächst mit sieben Mitgliedern gegründet, hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, Musik und Kultur mit Fokus auf gemeinnützige Veranstaltungen zu fördern. „Wir wollen Ereignisse schaffen, die man gemeinsam mit Freunden erlebt und an die man sich gern erinnert“, erklärt Dominik Bührmann, einer der beiden Vorstände von Klangfieber.

„Festivals sind inzwischen meist zum Luxus geworden. Dazu muss man sich zum Beispiel nur die Getränkepreise auf den großen Festivals anschauen.“ Entstanden sei die Idee, den Verein zu gründen, aus der Leidenschaft für Festivals im Freundeskreis. „Wir wissen, was die Zielgruppe möchte, kennen die Problematiken“, sagt Bührmann weiter.

Stückweise zum Profi

Seit seiner Gründung hat der Verein schon ein paar kleinere Vereinsfeste und Veranstaltungen in Clubs organisiert. Im letzten Jahr gab es dann die erste Ausgabe des Avalon, damals allerdings noch in Geiselhöring und mit nur rund 500 Gästen. „Da hatten wir die Möglichkeit, alles zu testen, was man für ein großes Festival wissen muss: Funktionieren die Absprachen? Wie müssen Abläufe konzipiert sein? Was kann man besser machen?“, erzählt Bührmann.

Inzwischen ist der Verein auf 18 Mitglieder angewachsen, alle irgendwo im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Bis auf einzelne Ausnahmen haben sie keine Erfahrungen in der Veranstaltungsplanung, viele von ihnen arbeiten eigentlich in der Autoindustrie und in anderen technischen oder handwerklichen Berufen. Bis auf die Acts und die Barkeeper arbeiten alle Helfer ehrenamtlich beim Festival mit. Über die Jahre haben sie sich aber immer professioneller aufgestellt, so dass beim diesjährigen Avalon 1500 bis 2500 Gäste erwartet werden. Damit die Tickets trotzdem günstig angeboten werden können, macht der Verein alles selbst – für den Bühnenbau sind zum Beispiel Studenten der Holzbautechnik zuständig, auch Elektriker und Tontechnikstudenten bringen sich ein.

Neben den Musikacts haben sich die Veranstalter aber noch mehr einfallen lassen. So treten, sobald es dunkel wird, zehn Feuertänzer auf und auch das Baden im Guggi ist ausdrücklich erwünscht.

Konzept überzeugte

Dass das Märchen Avalon in dieser Art wahr werden kann, ist der Zusammenarbeit mit dem Verein für Naherholung zu verdanken, der für die Pflege der Seen im Landkreis zuständig ist und dem der Klangfieber e. V. im Dezember sein Konzept vorgestellt hatte.

Von Samstag auf Sonntag darf auch ausnahmsweise am Guggi gecampt werden. Das sei, so Bührmann, hauptsächlich für Leute gedacht, die von weit her anreisen. Für die Regensburger gibt es einen Shuttle, der zwischen Hauptbahnhof und Neutraubling pendelt.

Tickets und das ganze Line- up gibt‘s auf www.avalonfestival.de