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10. März 2019

Slow down in Slowenien

Ganz ohne Hektik kann man in Slowenien verschiedene Landschaften und Kultur erleben. Die Wege in dem kleinen, grünen Land sind kurz und idyllisch.

Großstadtchaos sucht man in der slowenischen Hauptstadt vergebens: Ljubljana vereint idyllische Grünflächen, hippe Bars, alternative Künstlerviertel und historische Bauwerke. Foto: kasto – stock.adobe.com

Regensburg. Slowenien kennen die meisten nur als das Land, durch das man fährt, wenn es in den Urlaub nach Kroatien geht. Doch das wird ihm bei Weitem nicht gerecht. Die rund 20.300 Quadratkilometer bieten nämlich für jeden Geschmack etwas: für Wanderer, für Skifahrer und für Kultururlauber. Und auch die kleine, aber feine Küste hat ihren Charme. Im Nordwesten ist die Landschaft stark von den Julischen Alpen und den Karawanken geprägt. Im Winter kann man beispielsweise in Kranjska Gora wunderbar Ski fahren, im Sommer gibt es zahlreiche Wanderrouten zu entdecken. Die ländlich geprägte Landschaft ist voll uriger Dörfer, in denen freundliche Menschen gern Geheimtipps für Touren geben.

Der Nordwesten: Spielplatz für Naturliebhaber

Besonders zu empfehlen ist der Nationalpark Triglav, der sich rund um den höchsten Berg Sloweniens erstreckt, den 2864 Meter hohen Triglav. Durch den Nationalpark fließt der Fluss Sǒca in herrlichem Türkis in seinem Kiesbett. Diese Gegend rund um Bovec und Tolmin ist besonders bei Outdoorsportlern und Actionfans beliebt. Gleitschirmfliegen, Klettern, Mountainbiken, Kanufahren, Wildwasserrafting – die Möglichkeiten sind schier unendlich. Wer es nicht ganz so sportlich, aber trotzdem spektakulär mag, der sollte sich einen Ausflug in die Tolminer-Klamm nicht entgehen lassen. Die Klamm ist mit festem Schuhwerk für die ganze Familie begehbar und vermittelt trotzdem ein Gefühl von Abenteuer.

Foto: gevisions - stock.adobe.com

Belohnt wird man in dieser bergigen Gegend mit herrlichem Essen. Deftige Eintöpfe mit Sauerkraut, Fleisch und typische Süßspeisen wie Štruklji, eine Art Strudel mit verschiedenen Füllungen, Käse und Polenta sind die perfekte Stärkung nach einer Tour. Besonders bekannt im nordwestlichen Teil Sloweniens ist die Stadt Bled, beziehungsweise der Bleder See. Der liegt idyllisch am Fuße des Pokljuka-Hochplateaus und ist mit seiner Insel in der Mitte und dem Felsen mit der Burg am Rand ein beliebtes Fotomotiv. Um den See herum gibt es viele größere und kleinere Wander- und Spazierwege. Worauf die Slowenen im Norden übrigens besonders stolz sind, ist ihr Trinkwasser. Aus zahlreichen Quellen und auch aus der Leitung sprudelt ausgezeichnetes Wasser. Es gibt sogar Quellen, an denen Verkostungen stattfinden.

Aus den Bergen durch die Wälder ans Meer

Fährt man in Richtung Süden, durchquert man herrliche Landschaften, die in allen Facetten grün leuchten. Je weiter man nach Süden kommt, desto flacher werden die Berge, die Gegend mediterraner, bis man schließlich am Meer ist. Zwar hat Slowenien nur knapp 50 Kilometer Adriaküste, doch die ist sehenswert. Die Stadt Piran, die eine romantische historische Altstadt mit venezianischer Architektur bietet, ist perfekt für einen kleinen Stadtspaziergang und ein leckeres Fischgericht am Meer. Autos fahren nicht in der Stadt, sie müssen in einem der Parkhäuser außerhalb abgestellt werden. In Portoroz gibt es sogar einen Sandstrand – der ist allerdings künstlich aufgeschüttet und die sehr auf Strandtourismus ausgelegte Stadt kein Vergleich zu Piran.

Geliebte Stadt Ljubljana: alternativ und historisch

„Ljubeze“ ist slowenisch und heißt „Liebe“. Und wenn eine Stadt schon das Wort „Liebe“ in sich trägt, muss sie etwas Besonderes sein – und das ist sie auch. Ljubljana ist eine der gemütlichsten Hauptstädte der Welt. Sie hat nur 288.250 Einwohner – Verkehrschaos, überfüllte Bahnen und Menschenmassen sucht man hier vergebens. Stattdessen findet man eine Stadt, die entspannt und überraschend hip und jung ist. Coole Bars und Cafés, viele Grünflächen, Künstlerviertel wie das alternative Metelkova, moderne Museen, kleine Boutiquen und Läden sowie prächtige Bauten wie die drei Brücken oder die Burg machen den Stadtbummel bei Tag und Nacht zum Erlebnis. Ein Spaziergang hinauf zur Burg lohnt sich auch – schon allein wegen des einzigartigen Ausblicks auf die Stadt. Das Wahrzeichen der Stadt ist übrigens ein Drachen. Den sieht man immer wieder an verschiedenen Bauwerken.

Burgen, Hügel und Wälder im Nordosten

Im Nordosten findet man rund um die Stadt Maribor Burgen, bewaldete Hügel, Weinberge und das gemütliche, bewaldete Pohorje-Gebirge, das auch als Naherholungsgebiet gilt. Maribor selbst bietet mit seinem historischen Stadtteil Lent und dem idyllischen Fluss Drau ein schönes Panorama für Stadtspaziergänge. In Maribor und auch in vielen anderen Gegenden Sloweniens stoßen Urlauber immer wieder auf Kriegsdenkmäler und Soldatengräber. In beiden Weltkriegen war Slowenien Schauplatz brutaler Schlachten. Mahnmale und Museen erinnern an diese Zeit und informieren über die bewegte Vergangenheit des Landes. Die Wege in Slowenien sind kurz. Fährt man auf der Autobahn, hat man in zwei Stunden das Land durchquert. Es lohnt sich aber, die etwas umständlicheren Routen zu nehmen. Über Pässe und Landstraßen geht es zwar langsamer, dafür wird die Fahrt an sich mit herrlichen Ausblicken zum Erlebnis.