Sommer, komm bald wieder!

Ein toller Sommer liegt hinter uns. Auch, wenn der Juni kühl daherkam und es im Juli viele Unwetter gab, können wir uns Dank eines heißen Augusts eigentlich nicht beschweren. Zwar hoffen wir weiterhin auf einen heißen Altweibersommer. Doch ein kleiner Rückblick sei bereits genehmigt.

Der Bismarckplatz - vor allem bei Studenten ein beliebter Ort, um sich laue Sommerabende zu vertreiben.

„Ja mei, recht laut war’s. Wie immer. Vor allem von Donnerstag bis Sonntag“, meint eine Bismarckplatz-Anwohnerin. Die 56-Jährige wohnt an der beliebten Begegnungsstätte für Outdoor-Kaffee- und Bierliebhaber, wo das Wetter den Lärmpegel und somit auf die Nachtruhe bestimmt. Vor allem in lauen Sommernächten zieht es die Regensburger eher auf öffentliche Plätze als in stickige Kneipen.

Das ist auch einer der Gründe, wieso Anna, 23 und Stefan, 25, beide Studenten an der FH Regensburg, ihre Abende am liebsten draußen verbringen. „Nicht nur wir, sondern auch die meisten unserer Freunde sitzen im Sommer fast täglich hier, weil man immer irgendjemanden trifft, den man kennt. Auch rein temperaturmäßig ist es draußen viel angenehmer.“ „Und vor allem billiger“, wirft Stefan ein. Denn das meiste Bier, das am Bismarckplatz getrunken wird, kommt aus dem Supermarkt. Und spart ‘nen Haufen Geld.

Der Bismarckplatz wird eher von Regensburgern zwischen Anfang Zwanzig und Mitte Dreißig besiedelt, während sich am Donauufer an der Weinlände und am Wiedfang eher Teenies tummelten. Ein großes Problem stellt die Verschmutzung dar, da es einige der Donausitzer offensichtlich nicht für nötig halten, ihren zu entsorgen. Wie selbstverständlich landet der Dreck allabendlich in der Donau. Das ist am Bismarckplatz anders, denn dort werden die liegengebliebenen Sachen von der Stadtreinigung oder von den Mitarbeitern der angrenzenden Kneipen beseitigt. Jedoch: Wie fair es ist, den anderen seinen Dreck weg machen zu lassen, sollte jeder der Bismarckplatz-Sitzer mit sich selber ausmachen.

„Recht zufrieden“ war die Filmbühne mit dem Sommer. „Bei schönem Wetter war sowohl drinnen als auch draußen viel los, vor allem abends“, erzählt eine Bedienung. Besondere Vorfälle gab es keine. „Wir haben hauptsächlich studentisches Publikum und die Stimmung ist immer entspannt und friedlich.“ Über trinkfreudiges Publikum durften sich auch die Biergärten freuen. Das gute Augustwetter bescherte ihnen viele „starke Abende“, wie eine Bedienung des Spitalkellers in der Alten Nürnberger Straße berichtet. „Da wir nicht in der Innenstadt sind, haben wir kaum Laufkundschaft, aber es ist trotzdem immer viel los, vor allem bei Sonnenschein.“

Auch der Wöhrdbad ist zufrieden. „Die Besucherzahlen waren sehr gut“, weiß eine Mitarbeiterin, die von mehr Gästen als 2011 und 40 Sonnentagen erzählt. Wer jetzt noch einmal ins kühle Nass springen möchte, sollte sich beeilen, denn die Freibadsaison endet voraussichtlich in den kommenden zwei Wochen. Leckeres Eis schmeckt aber auch im Herbst noch. Christian Panciera, Chef der Eisdiele am Dom zum Sommer 2012: „Anfangs war ich nervös, weil der Frühling zu kalt war und der April sonst ein wichtiger Monat ist. Aber ab dem 13. Juni ist es dann losgegangen.“ Das Geschäft sei den Rest des Sommers über sehr gut gelaufen. Auch hinsichtlich des Septembergeschäftes ist der Inhaber aufgrund der derzeit noch recht sommerlichen Temperaturen zuversichtlich.

Weniger positiv ist die Sommerbilanz der Regensburger Polizei. Die Suche nach dem Serien-Vergewaltiger ist noch nicht abgeschlossen. Auch die Brandstifterfälle in der ehemaligen Nibelungenkaserne sind noch nicht geklärt. Weniger spektakulär ist das Alltagsgeschäft, das sich jedoch über das ganze Jahr verteilt. „Besonders in der Weggehmeile des Obermünsterviertels kommt es häufig zu Sachbeschädigungen und Körperverletzungen“, so Stefan Hartl, Pressesprecher der Polizei.

Dennoch war er schön, der Sommer 2012. Beschwerden über zu viel Regen und zu kühle Temperaturen gibt es ja jedes Jahr. Aber wenn wir im Frühling die ersten Sonnenstrahlen spüren, es langsam wärmer wird und wir das erste Steckerleis genießen, freuen wir uns doch immer wieder auf ihn – mit all seinen Vorzügen und Macken.

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