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Julian Weinberger teleschau - der mediendienst
13. August 2019

Totgesagte leben länger

„Friedhof der Kuscheltiere“, „Christo - Walking on Water“ und „Border“: Hier kommen die DVDs und Blu-rays der Woche.

Nur ein süßes Kätzchen? Von wegen! Die Katze Church besitzt in ihrem zweiten Leben neue Wesenszüge. Foto: 2018 Paramount Pictures

Regensburg. Bereits im Jahr 1989 erschien eine erste Verfilmung von Stephen Kings Horrorroman „Friedhof der Kuscheltiere“, zu der der Schriftsteller selbst das Drehbuch schrieb. Die in der Vorlage durchscheinende Reflexion über Trauer, Verlust und Schuldgefühle schlug sich in der wenig subtilen Leinwandadaption allerdings kaum nieder. Am Ende stand ein allenfalls durchwachsenes Gruselvergnügen, das dem zugrundeliegenden Buch nur in Ansätzen gerecht wurde. 30 Jahre später legt das eingespielte Regie-Duo Kevin Kölsch und Dennis Widmyer eine Auffrischung des Stoffes vor. Außerdem erscheinen in dieser Woche das sehenswerte Künstlerporträt „Christo - Walking on Water“ und das Fantasy-Drama „Border“ für die Heimkino-Sammlung.

„Friedhof der Kuscheltiere“ (VÖ: 15. August)

Mit dem Umzug von Boston in die neuenglische Provinz will Familie Creed endlich etwas zur Ruhe kommen. Folglich lässt sie sich zunächst nicht von der viel befahrenen Straße vor ihrem Anwesen und einem angrenzenden Tierfriedhof verunsichern. Eines Tages jedoch wird die geliebte Familienkatze Church totgefahren, und Familienvater Louis (Jason Clarke) sieht sich gezwungen, den Kater heimlich in der unheilvollen Erde des Friedhofes zu verbuddeln. Wenig später kommt Church putzmunter, aber wesensverändert ins Heim der Creeds zurück. Obwohl die Darstellerleistungen in „Friedhof der Kuscheltiere“ überzeugen, hätte man sich in dem Remake des Horrorromans einen stärkeren Fokus auf den Traueraspekt und familiäre Dynamiken gewünscht.

„Christo - Walking on Water“ (VÖ: 16. August)

Fast zwei Jahre brauchte Christo, um sein Kunstwerk zu verwirklichen. Foto: Alamode / Wolfgang Volz

Auf dem Wasser wandeln kann Christo, auch wenn der Filmtitel etwas anders nahelegt, nicht. Aber für 16 Tage, im Sommer 2016, kam der 84-jährige Künstler diesem Traum nahe: Auf dem oberitalienischen Iseosee errichtete er die „Floating Piers“, schwimmende, knallgelbe Stege, die eine Stadt am Ufer mit einer Insel in der Mitte des Sees verbanden. Hunderttausenden Besuchern verschaffte das Kunstwerk das Erlebnis, einmal übers Wasser zu laufen. Die Dokumentation „Christo - Walking on Water“ ist eine Hommage an dieses einzigartige Werk und an den Mann, der es erschuf. Gekonnt zwischen Information und stiller Beobachtung pendelnd, gelang Filmemacher Andrey Paounov ein intensives Künstlerporträt.

„Border“ (VÖ: 16. August)

Fasziniert: Tina (Eva Melander) erkennt in Vores (Eero Milonoff) einen Artgenossen - einen anderen Troll. Foto: Meta Spark / Kärnfilm AB

Als die Zollbeamte Tina (Eva Melander) an ihrer Schranke Vore (Eero Milonoff) gegenübersteht, bricht eine Welt für sie zusammen. Denn Vore sieht aus wie Tina, scheint aber männlich zu sein. Der mysteriöse Unbekannte will Tina obendrein verklickern, sie sei in Wahrheit ein Troll und kein Mensch. Es ist der Beginn einer Identitätssuche, die auch in einer wilden Romanze mit Vore Ausdruck findet. Doch eines Tages findet Tina in Vores Kühlschrank eine Schachtel mit etwas, das wie ein Kind aussieht. Das in Cannes prämierte Fantasy-Drama „Border“ ist ein bizarres Stück Kino, das Horrorelemente mit einem erschütternden Kriminalfall und einer ungeheuren Liebesgeschichte kombiniert.

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