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14. August 2019

Vom Säufer zum Super-Ermittler

Klaus „Schwafi“ Schwarzfischer entführt uns wieder einmal in die humorige Welt des Abstrusen.

Nicht nur der Autor „Schwafi“ selbst kann über sein neuestes Werk herzlich lachen. Foto: Klaus Schwarzfischer

Regensburg. Immer pünktlich zur Urlaubszeit beschenken Regensburger Autoren das Publikum mit Lektüre. Im Vorjahr war’s Anja Wolbergs mit „In Liebe, Jana!“, heuer drängt sich Klaus „Schwafi“ Schwarzfischer mit seinem neuesten Werk „Kommissar Kroasso und der Ochsenzungenkuss“ ins Reisegepäck. Man sollte vor dem Lesen aber immer ordentlich gefrühstückt haben.

Denn wie schon bei seiner Randsperg-Trilogie und der Bürgermeister-Charakterstudie „Wenig Zeit und viel zu tun“ lässt der Schwafi auch bei seinem fünften Roman reichlich Blut spritzen und die Grenzen des guten Geschmacks links liegen. Wer damit jedoch klar kommt, amüsiert sich königlich mit dem 130-Seiten-Büchlein. Zu Beginn heißen die Protagonisten Karl Seigner und Georg Halbleiter, zwei nach einem Arbeitsunfall frühpensionierte Starkstromelektriker. Ihr Alltag besteht darin, schon zu sehr früher Stunde ihre Bierfilzl im Adlerbräu komplett mit Halbe-Strichen zu umrunden.

Noch bevor sich der Leser an die beiden Saufnasen gewöhnen kann, kommt der neue Polizeichef der Stadt ins Spiel respektive ins Lokal. Er will mit Seigner und Halbleiter einen Schnaps trinken, verunglückt dabei aber tödlich. Und weil der Halbleiter Georg dem Kommissar Konrad Kroasso so frappierend ähnlich schaut, tauscht der Wirtshausbruder kurzerhand die Identität und beginnt ein neues Leben. Praktisch: Jeder, der den Schmu bemerken könnte, verblödet oder stirbt rechtzeitig. So wird Halbleiter alias Kroasso zum weithin bekannten Super-Ermittler, der auch die schwersten Fälle löst. Natürlich beschreibt Schwafi keine normalen Kriminalfälle, sondern völlig abstruse und auch eklige Situationen – doch sein rabenschwarzer Humor und seine Lust am Formulieren überdecken alles.

Am Schluss würde man eigentlich nur noch gern wissen, wie der nach Mega-Stromschlag und ebenso schwerem Alkoholmissbrauch nur noch mit wenigen Konsonanten sprechende Seigner Karl folgende Frage an den Autor formulieren würde: „Wia kummst nur immer auf so an Schmarrn?“