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07. Juni 2019

Zu Besuch in Utrecht

Statt wie alle nach Amsterdam zu pilgern, buchte unsere Redakteurin spontan eine Woche Utrecht. Und so viel sei schon mal verraten, sie würde es wieder tun.

Immer einen Besuch wert: Utrecht, die viertgrößte Stadt der Niederlande. Foto: Stina Walterbach

Regensburg. Wunderschöne Grachten, gemütliche Cafés, den Geruch von Pommes und Pot in der Nase – nein, die Rede ist nicht von Amsterdam, sondern vom niederländischen Utrecht, das nur eine halbe Zugstunde vom derzeitigen Place to be entfernt noch echtes Holland-Feeling bietet. Wer einmal in Utrecht war, wird es lieben. Denn anders als im nahegelegenen Amsterdam ist hier die Welt noch in Ordnung. Die Übernachtungspreise sind noch bezahlbar, die Sehenswürdigkeiten nicht komplett überlaufen und zusätzlich zu den vielen Cafés und Bars gibt es in Utrecht auch am und auf dem Wasser so einiges zu entdecken.

Und trotzdem ist die viergrößte Stadt der Niederlande noch ein kleiner Geheimtipp, denn die meisten Touristen fahren auf dem Weg nach Amsterdam einfach an ihr vorbei. Dabei kann man in Utrecht so viel Schönes machen, zum Beispiel Vintage-Schätze shoppen. Das geht am besten in den vielen kleinen Secondhandläden und Antiquariaten der Stadt. Die meisten auf einem Fleck findet ihr in der Oudegracht. Zwar gibt es in Utrecht kein Van-Gogh-Museum, dafür muss man hier aber auch nicht von einer Attraktion zur anderen hetzen, sondern kann sich einfach durch die wunderschöne Altstadt treiben lassen. Ganz gemütlich, oder „gezellig“, wie der Niederländer sagt. Aber Vorsicht: Auch in Utrecht haben Radfahrer Vorfahrt und sind dabei nicht zimperlich.

Von sportlich bis lecker

Im De Muintkelder gibt's super leckere Pfannkuchen. Foto: Stina Walterbach

Mehr Bewegung bietet da eine Kajak- oder Tretbootfahrt durch die Utrechter Grachten, die sich nicht nur durch die Innenstadt, sondern auch durch das Umland ziehen. Je nach Kraft und Ausdauer könnt ihr so in ein paar Stunden die ganze Stadt vom Wasser aus erkunden. Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich dann übrigens die berühmten holländischen Pommes am besten. Dafür solltet ihr unbedingt im Dapp Frietwinkel vorbeischauen. Die Bio-Pommes, die es mit vegetarischen und veganen Saucen gibt, sind einfach nur super lecker. Wer noch experimentierfreudiger ist, kann auch die Kroketten, die ebenfalls immer direkt und frisch zubereitet werden, probieren. Süßes oder Saures gibt es gleich um die Ecke im Betje Boerhave-Museum mitten in der Utrechter Altstadt. Hier könnt ihr euch mit Grütze, Linsen und losem Tee, aber vor allem mit Süßigkeiten wie Butterwaffeln, Pfefferminz und diverse Sorten Lakritz wie zu Omas Zeiten eindecken. Muss man mal gesehen und vor allem probiert haben. Für den etwas größeren Hunger empfehle ich einen Besuch im De Muintkelder, da gibt es neben süßen Pfannkuchenklassikern auch ganz ausgefallene Varianten mit Lachs oder mit Ziegenkäse und Rucola. Gespeist wird in Utrecht übrigens meist direkt am Wasser.

Follow the lights

Absolut sehenswert: das sogenannte Trajectum Lumen. Foto: Stina Walterbach

Aber nicht nur kulinarisch ist Utrecht gut aufgestellt, auch was Kunst im öffentlichen Raum betrifft, sind unsere holländischen Nachbarn sehr kreativ. Um den historischen Stadtkern von Utrecht für Kunstprojekte zu öffnen, hat sich die Stadt einen Lichtpfad überlegt, dem ihr immer nach Sonnenuntergang folgen könnt. Das sogenannte Trajectum Lumen beinhaltet verschiedene Lichtinstallationen von Künstlern, die Kirchen, Häuser, Grachten und Straßen mit LEDs in ein anderes Licht tauchen und so faszinierende Kunstwerke erschaffen. Ein Leuchtpfad aus kleinen Lichtpfeilen, die im Boden eingelassen sind, führt euch zu den einzelnen Hotspots. Was genau jedes einzelne bedeutet, verrät euch eine kostenlose App. Einfach ein bisschen Proviant einpacken und los geht der etwas andere Stadtrundgang. Wer danach noch nicht ins Bett möchte, findet auf dem Weg zahlreiche Bars und Clubs, in denen ihr die Nacht durchmachen könnt.

Auch bei schlechtem Wetter schön

Schöne Aussichten vom Utrechter Dom Foto: Stina Walterbach

Wer einen Städtetrip plant, hofft natürlich immer auf gutes Wetter. Wer will schon bei Regen die atemberaubende Aussicht vom Utrechter Dom bewundern, der mit seinen 465 Stufen übrigens der höchste und älteste Kirchturm der Niederlande ist. Sollte es aber eben doch mal regnen, bietet sich ein Shoppingbummel im Hoog Catharijne an. Die riesige Shoppingmall direkt am Utrechter Hauptbahnhof ist das größte überdachte Einkaufszentrum in den Niederlanden und bietet wirklich alles, was das Herz begehrt. Und das Beste: In Utrecht haben die Geschäfte sieben Tage die Woche geöffnet. Was will man mehr?

Ich werde auf jeden Fall wiederkommen! Utrecht ist eine tolle Stadt und wer trotzdem nicht auf Amsterdam, Rotterdam oder Den Haag verzichten will, ist mit dem Zug in unter 40 Minuten in jeder der drei Städte.