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Titelfoto: Aniko Ligeti
25. Februar 2016

Zwischen Schule und Hörsaal

Die 17-jährige Laura Schmid studiert seit dem Wintersemester an der OTH Regensburg – ein Spagat zwischen Abiturvorbereitung und Studienerfahrungen.

Seit dem Wintersemester 2015/ 2016 ist Laura Schmid als Frühstudentin an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg eingeschrieben.Aniko Ligeti

Regensburg. Dienstags, donnerstags und freitags führt Laura Schmid ein akademisches Doppelleben: Vormittags drückt die Elfklässlerin die Schulbank am Regensburger St.-Marien-Gymnasium und bereitet sich auf das Abitur vor, an den jeweiligen Nachmittagen sitzt die 17-Jährige mit ihren Kommilitonen im Hörsaal und hört Vorlesungen zu ihrem Studienfach Medizintechnik. Seit dem Wintersemester 2015/ 2016 ist die junge Frau als Frühstudentin an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg eingeschrieben. Sie ist derzeit nicht nur die einzige an der OTH Regensburg, sondern sie ist auch die erste im Fach Medizintechnik.

Das Projekt der Hochschule läuft seit 2011 und richtet sich an besonders interessierte und engagierte Schüler der Gymnasien, beziehungsweise Fachoberschulen und Berufsoberschulen. Für Laura Schmid bedeutet das Frühstudium in der Praxis drei zusätzliche Doppelstunden an der OTH Regensburg: „Das erfordert natürlich eine gute Organisation, aber es ist gut zu schaffen.“

Die Schulnoten dürften natürlich nicht unter dem Zusatzengagement leiden: Deshalb ist für die Zulassung als Frühstudent nicht nur ein Mindestnotendurchschnitt für das jeweilige Studienfach erforderlich, sondern auch die Zustimmung des Schuldirektors, mindestens eines Fachlehrers sowie die der Eltern.

Nach jedem Semester wird neu über die Fortsetzung des Frühstudiums entschieden: „Ich war anfangs skeptisch und hab lang überlegt, aber meine Lehrer und die Schulleitung haben mich toll unterstützt und mir den Rücken gestärkt“, erzählt die Elftklässlerin: „Und meine Mitschüler finden es toll. Sie waren an meinem ersten Tag aufgeregter als ich und fragen bei mir oft zu meinem Studium nach.“

Dabei kam für Laura Schmid das Frühstudium eher zufällig zustande: Eigentlich wollte sie sich auf einen Aushang hin über ein Schnupperstudium informieren und erfuhr so von der Option des vorzeitigen Studieneinstiegs.

Die Entscheidung für das Studienfach Medizintechnik war sehr schnell gefallen: „Ich interessiere mich schon lange für medizinische Themen und Entwicklungen in diesem Bereich“, erklärt die Frühstudentin. So gehören Fachartikel in Zeitschriften und im Internet zum Lesestoff der 17-Jährigen.

Für ihren Berufswunsch Sportmedizinerin bietet das Frühstudium Laura optimale Startbedingungen: „Ich kann Erfahrungen und Wissen sammeln und überprüfen, ob der medizinische Bereich wirklich das richtige für mich ist.“ Zudem bietet das Frühstudium die Möglichkeit, an den Prüfungen teilzunehmen und bei guten Zensuren sogenannte Studiencredits zu sammeln, die später im Regulärstudium angerechnet werden. Geht eine Prüfung daneben, zählt sie nicht als Erstversuch.

Von den vielen neuen Erfahrungen und Kenntnissen ganz zu schweigen: Lauras Einstieg in die Medizintechnik besteht im ersten Semester aus einer Vorlesung in Medizin und einem Seminar zu den Grundlagen des Programmierens: „Letzteres ist für mich absolutes Neuland“, lacht die 17-Jährige: „Es ist noch viel interessanter und besser, als ich es mir vorgestellt habe.“ Allerdings stellte die neue Umgebung und Organisation an der OTH Regensburg die Schülerin auch vor viele praktische Fragen: Welche Seminare sind für den Einstieg in die Medizintechnik optimal? Wie lassen sich die Stundenpläne von Schule und OTH Regensburg sowie das Büffeln und Vorbereiten unter einen Hut kriegen? Auch hier habe sie viel Unterstützung von ihren Lehrern an der St.-Marienschule erfahren, bei allen Fragen zur Studienplanung hätten Katja Meier von der zentralen OTH-Servicestelle Alumni & Career Service sowie der Fachbereichsleiter für Medizintechnik, Prof. Sebastian Dendorfer, geholfen.

Das Vorurteil, dass bei so viel Lernen keine Zeit mehr für Freizeit und Freunde bleibt, scheint bei Laura nicht zu greifen: Die 17-Jährige spielt leidenschaftlich Geige und Klavier und engagiert sich auch bei der FFW Oberisling. Ihr Studium stellt für sie eine Vertiefung ihrer Interessen dar: „So macht es auch Spaß und ist keine Belastung“. Tatsächlich wirkt die 17-Jährige sehr klar und in sich ruhend.

Ihr größter Wunsch ist derzeit, nach dem Abitur einen Studienplatz an der OTH Regensburg zu bekommen. Für ihren Berufsweg hat Laura bereits klare Vorstellungen: Nach Medizintechnik möchte sie mit einem Medizinstudium weitermachen – die ideale Kombination für ihren Berufswunsch als Sportmedizinerin.