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22. Juni 2018

Café und Connections

Am 1. Juli eröffnet in der Obermünsterstraße 3 das George Tanne. Neben regionalen Leckereien gibt’s hier auch die Stücke von Regensburger Start-ups zu kaufen und coole Events zum Mitmachen.

Ab 1. Juli gibt es in der Obermünsterstraße nicht nur ein neues cooles Café, sondern auch gleich noch einen Laden mit Produkten made in Regensburg. Foto: Stina Walterbach

Regensburg. Gegenüber der grünen Oase in der Obermünsterstraße sind seit ein paar Wochen die beiden Fenster eines Ladens mit braunem Paketpapier verhängt. Darauf ist ein Gesicht und groß die Frage „Wer ist George Tanne?“ gemalt. In der Ecke eines der beiden Fenster hat ein Passant seine Antwort auf einem alten Paketaufkleber hinterlassen: Bart, Mütze und Sonnenbrille? Ganz klar, George Tanne ist ein Hipster! Naja, fast. Hauptsächlich ist es der Name des neuen Cafés, das hier am 1. Juli eröffnet.

Das Besondere: Das George Tanne gehört den fünf Gründern der Bavarian Startup Connection (BSC), einer Plattform für junge, regionale Start-ups. Neben Kaffee, Kuchen und vielen anderen Gerichten kann man im Café deshalb auch die Produkte von Mitgliedern der BSC kaufen. An den aus Rohren gefertigten Kleiderstangen hängen zum Beispiel Pullis von Elk.artworks, in den Regalen an der Wand stehen Minuspol-Fläschchen, Eisvogel-Gin und umweltfreundliche Trinkflaschen. „Es soll nicht einfach ein Geschäft sein, in das man reingeht, sich ein Souvenir kauft und gut ist. Jedes Teil hat eine Seele und eine Geschichte dahinter. Die kennen wir und möchten wir erzählen“, erklärt Kevin Lexen.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Tessars von Gravurhoch2, Michael Schiekofer und Tobias Luksch von Leanback Industries und Bernhard Burnickl von der Kaffeerösterei Grano Moreno rief er die BSC ins Leben, in der sich junge Unternehmer austauschen und gegenseitig unterstützen sollen. „Wir haben erkannt, dass man als Kleinunternehmer, egal in welcher Branche, immer auf die gleichen Probleme stößt. Da ist es angenehm, mit Gleichgesinnten zu reden, statt sich wegen jeder Kleinigkeit an eine offizielle Stelle wenden zu müssen“, sagt Kevin. „Wir ergänzen uns gegenseitig mit unseren Fähigkeiten. Zum Beispiel was Buchhaltung oder Handwerkliches angeht“, ergänzt Michael.

Im Advent zimmerten sie sich spontan einen eigenen Stand für den Christkindlmarkt und verkauften am Schluss die Produkte von 22 Startups. Seit Dezember treffen sich die aktuell rund 40 Mitglieder der BSC immer am ersten Donnerstag im Monat zum Stammtisch. „Der Grundgedanke ist, dass man sich bei den Stammtischen persönlich austauscht, Ideen entwickelt und gegenseitig den ein oder anderen Auftrag zuschiebt, ganz unkompliziert“, sagt Kevin. Außerdem gibt es dabei immer wieder Gastvorträge zu bestimmten Themen, die jungen Start-ups nützlich sein können. Als nächstes sind vierteljährliche, öffentliche Events geplant, bei denen Fachleute aus verschiedenen Branchen über ihr Fachgebiet sprechen.

Am 1. Juli steht aber erst einmal die Eröffnung des George Tanne an. „Die Idee zum Café schwirrt uns eigentlich schon von Anfang an durch den Kopf“, sagt Michael. „Jeder Typ träumt doch davon, mal einen eigenen Laden zu haben“, lacht Kevin. „Na gut, eigentlich eine Bar. Aber das kann ja auch noch kommen.“ Bei der Suche nach einem Namen wollten sie etwas finden, das zu allen fünf passt – und sind dabei auf Michaels zweiten Vornamen und die Straße, in der er als Kind gewohnt hat – den Tannenweg –, gestoßen. „George Tanne ist der nette Typ von nebenan, den jeder mag“, findet Thomas.

Seit April arbeiten die fünf und Freunde von ihnen in jeder freien Minute im Café – alles neben ihren anderen Jobs in den eigenen Firmen. Von den Fliesen hinter der Theke über die Regale aus Kupferrohren bis zu den Stehtischen vor dem Laden: wo es geht, haben sie alles selbst gebaut oder montiert. Die Hingucker im Café sind zwei Stühle, die ein Bekannter aus alten Koffern für sie gefertigt hat.

Weil die fünf Inhaber nicht ständig selbst im Laden stehen können, haben sie sich mit Anna Kaiser noch Verstärkung für das Team geholt. Anna kümmert sich in der Küche und als Bedienung um alle leckeren Kreationen. Auf der Speisekarte stehen zum Beispiel verschiedene Dips, Kuchen im Glas oder Overnight-Oats. Was nicht im Laden selbst gekocht wird, kommt von Restaurants, Geschäften oder Höfen aus Regensburg und Umgebung – der Honig zum Beispiel vom Bauwagenprojekt an der Schäferwiese im Stadtosten.

„Wir wollen außerdem jeden Tag warme Gerichte unter einem anderen Motto anbieten. Zum Beispiel der Curry-Tag, der Fleisch-Tag oder der Pasta-Tag“, erklärt Anna. Um Müll zu vermeiden, kann man das Essen in Weckgläsern mitnehmen, zum Beispiel draußen an der Donau essen und die Gläser wieder zurück bringen. In Zukunft soll es im Laden auch Workshops zu Kaffee oder Schnapsherstellung und Kochkurse mit der Kräuterhexe Caro, der Vormieterin der Obermünsterstraße 3, geben.

Wer jetzt neugierig auf George Tanne geworden ist, kann dort ab Sonntag, 1. Juli um 10 Uhr seinen Cappuccino trinken. Danach sind die vorläufigen Öffnungszeiten Montag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr, am Mittwoch ist Ruhetag.