Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
Anika Freier
04. Februar 2020

Endlich wieder pflanzlich: Valea kommt

Das Taracafé ist weg, jetzt wollen Margot Gerlitz und Werner Schricker Regensburg wieder grüner machen: Mit Kaffee, Kuchen und Tante-Emma-Laden-Flair.

Margot Gerlitz und Werner Schricker wollen mit Valea einen veganen Ruhepol in der Altstadt schaffen. Eröffnung ist am 1. April. Foto: Anika Freier

Regensburg. Ein Café soll es sein, fünf kleine Tische, Mittagsmenü. Gleichzeitig ein Geschäft, ein kleiner Laden mit Lebensmitteln. Das Besondere? Alles vegan – so die Idee von Margot Gerlitz und Werner Schricker. Nachdem das Taracafé Ende 2019 geschlossen hat, ist es nicht nur in dem Raum am Brixener Hof leerer geworden – in der ganzen Stadt gibt es gerade kein Bio-Café mehr, von einem pflanzlichen Lebensmittelladen ganz zu schweigen. Mit Valea wollen die beiden genau diese Lücke füllen.

Der Wunsch nach einem eigenen Geschäft schlummert schon lange in Schricker, der über 20 Jahre bei BMW arbeitete. Doch ein solches Projekt wollte er nicht allein angehen. Über den Verein ProVeg lernte er die Sängerin und Gesangslehrerin Margot Gerlitz kennen, die wie er selbst schon einige Jahre vegan lebt. Zusammen haben sie auf dem Haidplatz den Veggimarkt organisiert und gemerkt, dass „das recht gut funktioniert“, so Schricker.

Schricker weihte Gerlitz in seine Pläne für ein veganen Geschäfts ein: „Erst dachte ich, sie veräppelt mich, als sie zusagte. Und jetzt haben wir bald Eröffnung“, freut er sich. Eine Portion Glück gehörte dazu: Sie waren die Ersten, die Interesse an den Räumen des Taracafés anmeldeten, die sich nicht nur als Geschäft, sondern auch für eine gastronomische Nutzung eignen. Im Februar beginnen die Umbauarbeiten. Zwar können Schricker und Gerlitz das Inventar vom Taracafé übernehmen, viel zu tun gibt aber es trotzdem: Denn der Eröffnungstermin 1. April steht fest.

Der Wunsch nach einem eigenen Geschäft schlummert schon lange in Werner Schricker. Foto: Anika Freier

Mit Valea soll ein Ruhepol in der Altstadt entstehen, eine grüne Oase. Jeden Tag wird ein veganes Mittagsmenü serviert, zusätzliche Gerichte von der Karte soll es nicht geben: Auch dadurch soll Bewusstsein für Lebensmittel geschaffen werden. „Es gibt ein Gericht, und wenn das weg ist, ist es eben weg“, so Gerlitz. Daneben wird es täglich frische Kuchen geben, dazu Bio-Kaffee. Die Milchalternative dafür soll von Pläin kommen, einem Freisinger Startup: regional und nachhaltig. Später soll die Pflanzenmilch auch im Laden angeboten werden – zum Zapfen in Mehrwegflaschen.

Valea orientiert sich an den Grundsätzen Nachhaltigkeit und Verpackungsreduktion. Im Laden werden Produkte möglichst unverpackt angeboten, sogar eine kleine vegane Käsetheke wird es geben. Besonders bei Obst und Gemüse soll auf regionale Herkunft und Saison geachtet werden, wenn möglich aus biologischem Anbau. Es könne sein, dass das Gemüse bedeckt mit Erde im Laden ankommt und genau so solle es in der Verkaufsfläche ausliegen, „denn wir wollen wieder zurück zum Ursprung“, erklärt Gerlitz. Eine Bürste und ein Eimer sollen bereitstehen, um die Lebensmittel vor dem Wiegen putzen zu können.

Finanziert wird der Start von Valea durch Crowdfunding: Rund 5.800 Euro sind schon durch den Verkauf von Geld- und Essensgutscheinen zusammengekommen; noch bis Ende Februar geht der Gutscheinverkauf – unter anderem für 4-Gänge-Menüs – weiter. Unabhängig davon, ob die angepeilte 10.000-Euro-Marke erreicht wird, soll der Eröffnungstermin auf jeden Fall eingehalten werden. Im April sollen Live-Musik und vegane Kostproben einen ersten Eindruck davon vermitteln, was Valea ist und werden kann.

Valea ist lateinischer und bedeutet Stärke und Gesundheit – also ein perfekter Name für das Konzept, findet Margot Gerlitz: „Ich dachte, etwas mit V wäre cool, aber ‚vegan‘ wollten wir vermeiden, weil es so negativ aufgeladen ist.“ Mit dem Namen Valea wollen sie gerade zeigen, dass Veganismus nichts mit Verzicht zu tun hat. Über den Austausch mit Gästen freut sich die Sängerin besonders: „Wir wollen uns mit dem Laden weiterentwickeln. Wenn jemand Produktvorschläge hat, immer her damit!“

Anika Freier