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02. November 2019

Sushi essen im Aska am Watmarkt

Verkohltes Holz, schwarzes Leder, dunkel gespachtelter Boden, eine Art metallenes Fischernetz und eine mit rund 2400 Lederschuppen bedeckte Theke – in der neuen Bar von Sternekoch Anton Schmaus trifft die hohe Kunst der Sushi-Zubereitung auf skandinavische Eleganz.

Im neuen Aska von Sternekoch Anton Schmaus gibt es ganz besondere Sushi-Variationen nach alter japanischer Tradition. Foto: Stina Walterbach

Regensburg. Wie Phönix aus der Asche: Das neue Aska von Sternekoch Anton Schmaus kommt auf den ersten Blick recht düster daher. Wer einen zweiten Blick riskiert, bemerkt aber schnell, wie viel Wärme und Liebe zum Detail in der neuen Sushi-Bar am Watmarkt 5 stecken.

Bei der Namensgebung ist Anton Schmaus seiner Linie treu geblieben und hat, ebenso wie schon dem Storstad, seiner neuen Sushi-Bar einen schwedischen Namen verpasst. Aska bedeutet „Asche“ und die zieht sich wie ein schwarzer Faden durch das neue Raumkonzept. Gestaltet haben das, wie auch schon die vorherige Bar, die Architekten der Pure Gruppe: verbranntes Holz an den Wänden, Lederschuppen an der Theke und ein metallenes Fischernetz als Trennwand.

Damit wolle man den Charme einer alten, verlassenen und verwitterten Fischerhütte vermitteln, so Architekt Markus Semmelmann. „Man kennt ja Sushi-Bars eher ganz in Weiß mit einem roten Fisch an der Wand“, sagt der Architekt. Darum habe man sich beim Aska gefragt, wie denn heute eine moderne Sushi-Bar aussehen sollte. „Wir kamen dann relativ schnell auf den Gedanken, eine Blackbox zu bauen“, sagt Semmelmann. Rund sechs Wochen hat diese Transformation gedauert.

Wer an der Theke des Aska Platz nimmt, kann die Fingerfertigkeiten des Sushi-Meisters hautnah verfolgen. Foto: Stina Walterbach

Herausgekommen ist ein besonderes Raumkonzept, dass es so kein zweites Mal gibt. Zwölf Plätze verteilt auf drei separate Nischen und sechs Barsessel laden zum exklusiven Sushi-Genuss ein. „Mit dem tiefschwarzen Aska setzen wir ganz bewusst den Kontrast zum lichtdurchfluteten, hell möblierten Storstad“, sagt Anton Schmaus. Die neue Stilrichtung des Aska wird schon im Eingangbereich deutlich, wo eine überdimensionale, schwarze Welle vom Regensburger Künstler Sigurd Roscher in den Bar-Bereich leitet. Um das Holz an den Wänden ebenso pechschwarz zu bekommen, habe man alle Einzelteile wieder ausgebaut und mit einem Bunsenbrenner bearbeitet, so der Architekt.

Eine Sisyphusarbeit, die allerdings nichts gegen die Suche nach einem geeigneten Koch war, wie der Sternekoch verrät: „Die größte Herausforderung war, das richtige Personal zu finden. Der Gedanke, die Bar hier oben umzuwidmen, war schon lang da.“ Es sollte etwas Rohes werden, da habe sich Sushi einfach angeboten, so Anton Schmaus. Die Idee war schnell klar, das Konzept stand und die Architekten waren eingeweiht. Nur eines fehlte noch: Der Sushi-Meister, der die japanische Tradition nach Regensburg bringt.

Sternekoch Anton Schmaus und sein Sushi-Meister Atsushi Sugimoto Foto: Stina Walterbach

Zwar gibt es in Düsseldorf eine relativ große japanische Community, die bleibe aber gerne unter sich, erzählt Schmaus. Darum habe er sich an die Japanische Botschaft in Berlin gewandt und gefragt, woher diese denn ihre Köche beziehe. Am Ende hatte er Glück und bekam über einen Headhunting-Agentur in Tokio den Kontakt zu Sushi-Meister Atsushi Sugimoto. Der zog kurzerhand von London nach Regensburg. „Das muss an der Stadt liegen“, vermutet Anton Schmaus. Immerhin sei Regensburg ja nun wirklich ein sehr schöner Fleck Erde, auf dem es sich gut leben ließe.

Das Besondere: Sugimoto, der die seltene Fugu-Lizenz, also die Erlaubnis, den giftigen Kugelfisch zu verarbeiten, besitzt, bereitet jede seiner Sushi-Variationen traditionell vor den Augen der Gäste zu und überreicht die fertige Portion nach alter Sitte von Hand zu Hand. Das in Verbindung mit der intimen Atmosphäre der Sushi-Bar macht ein Essen im Aska zu etwas besonderem. Ebenso wie die Preise. Denn die hohe Sushi-Kunst von einem echten japanischen Meister hat auch ihren Preis.

Sushi-Meister Atsushi Sugimoto ist für das Aska von London nach Regensburg gezogen. Foto: Stina Walterbach

Wer im Aska einen Platz bekommt, kann zwischen einem Sechs-Gänge- und einem Zehn-Gänge-Menü wählen. Ersteres kostet 60 und letzteres 100 Euro. Also eher kein Dinner für Zwischendurch. Eben ein Ort für besondere Anlässe oder für alle, die sich einfach mal etwas gönnen wollen.

Die meisten Zutaten für die ausgefallenen Kreationen des Sushi-Meisters bezieht Anton Schmaus übrigens aus der Region. So kommen der Saibling, der Stör und die Garnelen zum Beispiel aus Erding. Wir sind auf jeden Fall überzeugt und können das neue Aska am Watmarkt 5 guten Gewissens weiterempfehlen. Einziges Manko: Für Vegetarier gibt es hier leider keine Alternativen. Diese kommen im gleich nebenan liegenden Storstad sicher besser auf ihre Kosten.

Nicht nur das klassische Sushi kommt im Aska auf den Tisch, auch andere Variationen finden ihren Weg in die Menüs. Foto: Stina Walterbach

Aska - Traditional Sushi Bar

Watmarkt 5, 93047 Regensburg


www.aska.de

Hat offen:

Dienstag bis Samstag, erstes Seating: 18 bis 20.45 Uhr, zweites Seating: ab 21 Uhr

Kostet:

Das Sechs-Gänge-Menü kostet 60 Euro, das Zehn-Gänge-Menü gibt es für 100 Euro.

Wir empfehlen:

Unbedingt einen Platz reservieren, damit man auch ganz sicher in den Genuss der Variationen von Sushi-Meister Atsushi Sugimoto kommt. Dazu passend würden wir einen Sake bestellen. Der gehört in Japan traditionell dazu. Das Aska-Team will das Getränk auch in Regensburg etablieren.