5 Mal Kunst im April

Momentan beschert uns der April ungewohnt schönes Wetter. Aber für den Fall, dass er seinem Ruf doch noch gerecht werden sollte lohnt es sich, ein Schlecht-Wetter-Backup parat zu haben. Kult hat deswegen für euch die besten Ausstellungstipps diesen Monat.

Die Kunst von Vincent Pollak ist exzentrisch und fantastisch, hier die beiden Werke „Ideenschwanger“ und „Das Kollektiv“.

Was haben Apokalypsen, Kokons und Schulterblicke gemeinsam? Generell recht wenig, im April in Regensburg allerdings einiges: Es sind die Titel der besten Ausstellungen, die ihr diesen Monat einfach gesehen haben müsst. Denn wieder einmal beweist Regensburg, dass es für eine Stadt seiner Größe im Punkt Kunst und Kultur richtig viel zu bieten hat.

#1 „Schulterblick“ Industriedesign Ausstellung

Für alle kunstbegeisterten Regensburger dürfte die jährliche Abschlussausstellung der Industriedesigner mittlerweile Teil des Pflichtprogramms sein. Unter wechselnden Titeln präsentieren dabei die Absolventen des OTH-Studiengangs jeden Frühling ihre Abschlussarbeiten. Damit stellen sie immer wieder aufs Neue unter Beweis, wie vielfältig Industriedesigner arbeiten: Von Möbeln über Rucksäcke, Prothesen und Apps ist alles dabei. Dieses Jahr findet die Ausstellung unter dem Titel „Schulterblick“ am 27. und 28. April statt. Dabei sind die verschiedenen Projekte auf zwei Ausstellungsorte, den Haidplatz und das Degginger, verteilt. Offizielle Eröffnung ist am Freitag um 18 Uhr auf dem Haidplatz, ebenfalls am Freitag gibt es im Degginger um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema Design und ab 20 Uhr eine Eröffnungsparty. Die Arbeiten am Haidplatz können am Freitag und Samstag jeweils ganztägig besichtigt werden.

#2 Bilder homosexueller Künstler im KZ Flossenbürg

Mit einem ernsten Thema beschäftigt sich eine Ausstellung im historischen Museum am Dachauplatz: Ab dem 14. April werden dort die Arbeiten der beiden homosexuellen KZ-Überlebenden Richard Grune und Hugo Walleitner gezeigt. In zahlreichen Lithographien und Zeichnungen haben die beiden Künstler ihre Erfahrungen mit Demütigung, Erniedrigung und der Ermordung von Kameraden verarbeitet. Begleitet wird die Ausstellung von verschiedenen Vorträgen und Veranstaltungen der Volkshochschule Regensburg, beispielsweise am 17. April zum Thema „Kontinuitäten: Die Verfolgung von Homosexuellen 1933-1994“. Vernissage ist am 13. April von 18 bis 20 Uhr, die Ausstellung ist dann bis zum 6. Mai im historischen Museum am Dachauplatz zu sehen.

#3 „Kokon“ im Kunstverein Graz

In zarten schwarz-weiß Tönen präsentiert sich die Ausstellung „Kokon“ im Kunstverein Graz, die ab dem 20. April dort zu sehen ist. Die beiden Künstlerinnen Janina Simone Kulcsar und Agnieszka Jaworek erforschen dort in Fotografien, Installationen, Zeichnungen und Videos die Grenze zwischen Kunst und Natur sowie Fotografie und bildnerischer Kunst. Den Arbeiten beider Künstlerinnen haftet dabei etwas Abstrakt-magisches an, und ihre Bilder haben eine sehr starke Sogwirkung – so fühlt man sich tatsächlich schnell in einen sanften Kokon eingewickelt. Offizielle Eröffnung ist am 20. April um 20 Uhr, danach ist die Ausstellung bis zum 12. Mai immer freitags und samstags von 16 bis 19 Uhr im Kunstverein Graz zu sehen.

#4 „Apokalypse“ im W1

„Kopfgeburt“, „Ideenschwanger“ und „Apokalypse“: Genauso abgefahren wie die Titel seiner Arbeiten ist auch die Kunst von Vincent Pollak selbst. Mit einer Mischung aus leuchtenden Farben, alten Materialien wie Wandkarten, und einer tiefsinnig-fantastischen Bildsprache erzeugt der Künstler exzentrische Werke, die wie aus einem „Herr der Ringe“ Fantasy-Roman gegriffen wirken. Immer wiederkehrendes Hauptmotiv sind die vier apokalyptischen Reiter, die Pollak mit allerlei historischer und gesellschaftlicher Symbolik ausgestattet hat. Die Ausstellung ist bis 11. Mai noch jeden Mittwoch und Donnerstag von 17 bis 22 Uhr, sowie freitags von 17 bis 20 Uhr in der Galerie im 1.Stock des W1 Zentrum für junge Kultur zu sehen.

#5 Offenes Atelier mit Campus Asyl Art

Alle, die lieber selbst Kunst machen anstatt sie anzuschauen sollten am 25. April in das offene Atelier von Campus Asyl im W1 kommen. Bereits zum wiederholten Mal kooperieren beide Einrichtungen, um einen gemeinsamen Raum zum kreativen Ideen- und Erfahrungsaustausch zu schaffen. In der Vergangenheit wurden schon Batik-Shirts und Origami hergestellt, dieses Mal wird anlässlich der Fashion-Revolution-Week Kleidung verschönert. Egal ob ihr nur etwas flicken wollt oder eure Lieblingsjeans mit coolen Aufnähern verzieren wollt, hier seid ihr richtig. Veranstaltungsort ist das Atelier des W1 im 2. Stock. Los geht es um 18.30 Uhr, bis 21.30 Uhr habt ihr dann die Möglichkeit, fleißig zu nähen und euch auszutauschen.

Mehr aus Kultur.

get social