Berührende Kunstwerke

Die Donumenta bringt ab 13. September Grafik und Fotografie aus 14 Donauländern nach Regensburg.

„Die Sieger der Besiegten“ von Yevgenia Belorusets

Unter dem Titel „14 x 14 under construction“ eröffnet die Donumenta Mitte September ihre erste Open-Air-Galerie. An Fassaden und Baugerüsten zeigt die Schau bis Ende Oktober 14 grafische und fotografische Arbeiten von 14 Künstlern aus 14 Ländern des Donauraumes.

Am 13. September um 20 Uhr wird „14 x 14 under construction“ in der Parkspindel im Donau-Einkaufszentrum eröffnet. „Die Stadt, die Republik, ganz Europa befinden sich ‚under construction‘“, sagt Regina Hellwig-Schmid, Initiatorin der Donumenta und Co-Kuratorin der Open-Air-Galerie. Mit Annemarie Türk, Osteuropa-Expertin und Kuratorin aus Wien, hat Hellwig-Schmid die Schau erarbeitet und die Werke ausgewählt. Der Begriff „under construction“ gelte nicht nur für Baustellen im engeren Sinne, sondern ebenso für Veränderungsprozesse im Denken und Handeln jedes Einzelnen sowie in Politik und Gesellschaft. „Under construction“ verweise auf das Unfertige, sich Wandelnde, mit dem sich Menschen auseinandersetzen oder arrangieren können oder müssen. Dafür hat die Initiatorin ironische, politische, hintergründige aber auch witzige Werke ausgewählt, die ab Mitte September sechs Wochen lang den öffentlichen Raum in Regensburg verändern sollen. „Kunst lässt keinen unberührt“, sagt Regina Hellwig-Schmid.

„Exil-Exit“ von Jürgen Böhm „White Rock“ von Tanja Deman „Untravel Evil Girls and Walls“ von Ana Nedelkovic
 
„Exil-Exit“ von Jürgen Böhm
„White Rock“ von Tanja Deman
„Untravel Evil Girls and Walls“ von Ana Nedelkovic

Zu sehen sein werden unter anderem: Pavel Brila aus der Republik Moldau, der noch bis Mitte September auf der Documenta in Kassel mit einer Arbeit vertreten ist, wird sein Werk „progress“ an einer Fassade an der Hülling 6 zeigen. An der Westfassade des Österreicher Stadels am Marc-Aurel-Ufer zeigt der Kallmünzer Jürgen Böhm ein übergroßes Notausgangsschild. Darauf steht nicht „Exit“, sondern „Exil“. Der grüne Hintergrund zeigt eine Collage aus Fotos von Flüchtlingen aus aller Welt. Annetta Mona Chia und Lucia Tkáová aus Tschechien verstecken einen Teil der Parkspindel am Donau-Einkaufszentrum hinter einem gigantisch großen Druck. 612 Quadratmeter misst ihr Kunstwerk. Ihre Vision eines zerbrochenen Smartphone-Displays nennen sie „Prophecy of Things“. Der Druck dieser Arbeit ist der größte in der Open-Air-Galerie.

Zusätzlich zur Galerie bietet die Donumenta außerdem jeden Sonntag um 11 Uhr Bustouren zur Ausstellung an sowie Führungen zu Fuß für den Innenstadtbereich. Diese beginnen jeweils samstags um 16 Uhr an der Steinernen Brücke.

Wem das noch nicht reicht, der kann am 21. September bei einem Podiumsgespräch im Pop-Up-Raum des Deggingers neue Formen der Kunstpräsentation diskutiert oder am 4. und am 9. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr, das gemeinsam mit der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg erarbeitete Film- und Vortragsprogramm zur Open-Air-Galerie genießen. Dabei stehen Rumänien und Kroatien im Fokus. Von 23. bis 28. Oktober zeigt „14 x 14 under construction“ außerdem in verschiedenen Kinos im Stadtgebiet Filme zum Thema.

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