Die Stars des frühen Kinos

Die Regensburger Stummfilmwoche ist zurück und zieht von 14. bis 19. August in den Innenhof des Thon-Dittmer-Palais.

Buster Keatons „Sherlock, Jr.“ bildet am 19. August den krönenden Abschluss der Stummfilmwoche. Foto: Park Circus

Auch heuer steht Anfang August wieder die Regensburger Stummfilmwoche an. In ihrem 36. Jahr kehrt sie von 14. bis 19. Juli an ihren angestammten Spielort, den Innenhof des Thon-Dittmer-Palais, zurück. Und weil die eleganten Arkaden fast den Rängen in der Pariser Opéra Garnier entsprechen, startet das Filmfestival am 14. August mit dem „Phantom der Oper“. Die Geschichte ist weltberühmt, aber keine Kino- oder Theaterfassung zeigt den Entstellten so schauerlich und „echt“, anrührend vertont von Bertl Wenzl und Markus Stark.

Am Feiertag, 15. August, folgt der Klassiker des deutschen Schauerfilms: „Nosferatu“. Friedrich Wilhelm Murnau bringt das Grauen ganz nah zu uns und zeigt die Schatten von der anderen Seite. Das Aljoscha-Zimmermann-Ensemble (Violine und Piano) wird dem Publikum musikalisch einen Gänsehauteffekt verpassen.

Weiter geht es mit „Der Gang in die Nacht“ am 16. August, den Murnau unmittelbar vor dem berühmten Vampirfilm geschaffen hat. Die verwickelten Beziehungen um einen erblindenden Maler reißen die Personen von der Sonnen- auf die Schattenseite des Lebens. Vertont wird der Film von Rainer Johannes Hofmann und Markus Hierl.

Eine andere Art von Beziehungsdrama ist „Michael“ von Starregisseur Carl Theodor Dreyer, zu sehen am 17. August. Es spielt auch im Malermilieu, hier geht es aber um Hetero-, Bi- und Homosexualität. Ohne Dinge zu benennen ist das einer der bis heute eindrucksvollsten Filme über Intensität der Gefühle. Und Vsevolod Pozdejev, versierter Pianist und Stummfilm-Neuentdeckung 2017, wird seine eigene neoromantische Klangfarbe einbringen.

Am 18. August werden Sabrina Zimmermann und Mark Pogolski Gas geben. Es steht der erste richtige Spionagefilm an: „Spione“. Fritz Lang hat für einige Genres die Urversionen geschaffen. Es gibt: den smarten Superagenten Nr. 326, die glamouröse undurchsichtige Lady, den verrückten Superverbrecher, Mord und Selbstmord, Sex and Crime, Opium und Alkohol, Politik und Geheimdienst, Verfolgungsjagden, modernste Überwachungs- und Kommunikationstechnik – ein wunderbarer Unterhaltungsfilm.

Der krönende Abschluss am 19. August gehört einem der größten Komiker aller Zeiten: Buster Keaton. „Sherlock, Jr.“ beginnt wie viele: Der Held ist schwer verliebt, wird aber nicht erhört. Er schläft im Kino ein, dann hebt der Film ab. Für die musikalische Untermalung ist erneut Hofmann an seinen vielen Instrumenten verantwortlich. Der rasante Film-im-Film zeigt sein Genie in Akrobatik, Rhythmus und Stunt.

Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Karten gibt es in der Touristinfo und an der Abendkasse. Bei Regen werden die Vorführungen ins Auditorium verlegt.

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