Ein Orakel für alle Situationen

Das Junge Theater zeigt das Stück „Yoda ich bin! Alles ich weiß!“.

Die Schauspieler Marcel Klein, Ludwig Hohl, Marianna McAven und Felix Breuel (v. li.) Foto: Jochen Quast

Die Schulparty steht bevor und Tommy würde gerne mit seinem Schwarm Sara tanzen. Doch empfindet sie denn auch das Gleiche für ihn? Nicht, dass er sie zum Tanzen auffordert und sie lehnt ab, denn das wäre Tommys schlimmster Alptraum.

Blick in die Zukunft

Als einzige Möglichkeit, Gewissheit über Saras Gefühle zu bekommen, scheint der Origami-Yoda auf dem Finger von Außenseiter Dwight zu sein. Während Dwight wie ein etwas seltsamer, verrückter Junge wirkt, zu dem man nur schwer durchdringen kann, scheint sein Papierorakel für jede Situation den richtigen Rat parat zu haben. Egal, ob es um den richtigen Umgang mit Mädchen geht, vor Peinlichkeiten bewahrt, oder einen Blick in die Zukunft wagt und so die ein oder andere Schulnote rettet. Doch waren seine Tipps wirklich immer so hilfreich oder lagen auch ein paar daneben?

Gemeinsam mit Sara und seinem Freund Harvey erinnert sich Tommy an die Momente zurück, in denen das Orakel einem von ihnen einen Tipp gegeben hat, wie sie sich am besten in einer Situation verhalten, in der sie alleine nicht mehr weiterwussten. Denn er ist sich sicher: So kann er feststellen, ob das Yoda-Orakel nur ein Hirngespinst von Dwight ist, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, oder ob es wirklich echt ist. Denn sollte Letzteres sein, kann er das Papierstück mit gutem Gewissen zu seinem Schwarm Sara befragen.

Doch das Besondere am Yoda-Orakel ist: Ganz nach dem Titel des Stücks „Yoda ich bin! Alles ich weiß“, nennt es auch in seinen Ratschlägen die Verben ganz zum Schluss. Das verursacht immer wieder erste Verständigungsprobleme. Ihre Bilanz halten die Schüler an einer Magnettafel fest, an die sie ausschlaggebende Beweisstücke heften. Entweder auf die zufriedene Seite, falls das Orakel etwas Gutes bewirkt hat, oder im anderen Fall auf die mit dem traurigen Smiley. Und die Bilanz der Schüler zeigt: Die Ratschläge von Yoda hören sich immer sehr hilfreich an, doch manchmal verursachen sie echte Probleme.

Spaß und Spannung

Die Schauspieler verkörpern dabei hauptsächlich eine Rolle, schlüpfen aber für die Nachstellung von einigen Situationen in andere Rollen, indem sie kleine Veränderungen an ihrem Outfit vornehmen. Somit können letztendlich alle Situationen nachgestellt werden, in denen das Papierorakel beteiligt war.

Das Theaterstück wird vom Jungen Theater aufgeführt und ist eine Romanadaption von Schriftsteller Tom Angleberger, der 2010 das gleichnamige Buch veröffentlichte, das auch als Hörbuch erschienen ist. Das Stück ist für Kinder ab zehn Jahren geeignet.

Die Meinungen der Schüler, was die Glaubwürdigkeit der sprechenden Fingerpuppe angeht, spalten sich bis zum Schluss des Stückes. Ob sich Tommy an der Schulparty nun traut, Sara nach einem Tanz zu fragen und wie es mit dem Yoda-Orakel weitergeht, kann man sich im Jungen Theater Regensburg anschauen. Während im Oktober noch einige Aufführungen stattfinden, geht der Vorhang für das Stück im neuen Jahr erst im März wieder auf.

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