Fanatiker oder Faschingsmuffel

Ob voller Vorfreude, zögerlich oder gar mit Fluchtgedanken – an die Faschingszeit geht jeder anders heran. Welche sieben Typen es gibt und an welcher Verkleidung man sie erkennt, ist hier in einer Übersicht zusammengestellt.

Ob Muffel oder Fanatiker, wir haben gleich sieben Faschingstypen gefunden, die wirklich jeder kennt.

Jetzt sind wir schon mittendrin im Fasching. Die ersten Faschingszüge sind vorbei und das ultimative Faschingswochenende steht kurz bevor. Das lässt manche in Jubelschreie ausbrechen und in exzessive Kostümplanung verfallen. Andere würden am liebsten in den nächsten Flieger steigen, um dem Ganzen zu entkommen. Wir haben das Faschingstreiben für euch beobachtet und herausgefunden: Es gibt noch mehr als bloß diese zwei Kategorien. Ganze sieben unterschiedliche Faschingstypen haben wir gefunden. Zu welchem ihr gehört? Findet es mit unserer Übersicht heraus.

1. Der Vollblut-Narr

Den euphorischsten aller Faschingstypen erkennt man schon an seinem Terminkalender. Als Mitglied einer Garde oder einer Karnevalsgesellschaft ist Fasching für ihn kein zeitlich begrenzter Jahresabschnitt, sondern eine Lebenseinstellung. Er organisiert Bälle, Prunksitzungen und probt fast das ganze Jahr über für Auftritte. Ist der Fasching zu seinem Leidwesen vorbei, fiebert er dem närrischen Treiben im nächsten Jahr schon wieder entgegen. Seine Begeisterung für Faschingsveranstaltungen aller Art kennt keine Grenzen. Er trägt am liebsten aufwendige, fantasievolle und am besten selbst genähte Kostüme, die den jeweils aktuellen Faschingstrends entsprechen. Bei diesem Typ auch sehr beliebt sind Gruppenprojekte mit Gleichgesinnten, die dann alle in derselben Verkleidung kaum mehr auseinanderzuhalten sind.

Typische Verkleidung: Gardekostüm oder eines der neuesten Trendkostüme wie Einhorn, Meerjungfrau, Fee, Elfe oder ein LED-Kostüm mit Leuchtdioden. Trägt auch gerne Perücken oder malt sich außergewöhnliche Masken auf.

2. Der Freizeit-Narr

Menschen dieses Typs können sich während des Faschings für jeden Unsinn begeistern, wollen aber vor allem Spaß haben. Trockene Prunksitzungen, ewig lange Büttenreden und Witze, die nur an dem dreifachen „Tätää!" des Orchesters zu erkennen sind, sind ihnen ein Gräuel. Umzüge und Faschingspartys lässt dieser Typ allerdings nicht aus. Er liebt es, mit Freunden loszuziehen, die Straßen unsicher zu machen oder auf Faschingspartys die eigene Promillegrenze auszuloten. Deshalb hat er auch einen ganzen Schrank mit Kostümen zuhause, der jedes Jahr mit neuen Teilen bestückt wird. Sind die närrischen Wochen vorüber, ist der Fasching jedoch für ein Jahr wieder aus seinem Gedächtnis verschwunden.

Typische Verkleidung: Gerne viel und vielfältig. Alles darf mal dabei sein, Hauptsache es macht Spaß.

3. Der Macho und die Sexbombe

Männer, die diesem Typ angehören, kleiden sich in Kostüme, die Macht sowie Coolness demonstrieren und sie tragen auch am späten Abend sowie in geschlossenen Räumen Sonnenbrillen. Die zum Kostüm passenden Anmachsprüche lernen sie schon im Vorfeld auswendig, um sie bei jeder (passenden) Gelegenheit abspulen zu können. Die Frauen dieses Typs tragen Sachen, die sie oftmals im richtigen Leben nie anziehen würden. Bei der Auswahl ihrer Kostüme, meist bestehend aus Miniröcken, Netzstrümpfen und hautengen Overalls, zählt nur die Frage: „Sehe ich sexy aus?“ Auf der Feier macht dieser Faschingstyp unzählige Selfies mit wechselnden Begleitungen am Arm, um danach allen präsentieren zu können, wie erfolgreich er beim anderen Geschlecht doch angeblich war. Vor allem nach übermäßigem Alkoholgenuss fühlt sich dieser Typ unwiderstehlich.

Typische Verkleidung: Männer diesen Typs sind Polizisten, Ärzte, Piloten oder Superhelden. Frauen sind Polizistinnen, Krankenschwestern und Stewardessen.

4. Die Ganzkörperanzugträger

Diesen Typ kann mal schnell identifizieren, denn die grellen neonfarbenen Bären sowie die übergroßen Plüschtiger und Elefanten stechen aus der Menge sofort heraus. Sieht man sie nicht, macht man spätestens dann mit den Menschen in überdimensionaler Pelzbekleidung und großer Tierkopfkapuze Bekanntschaft, wenn sie einen wegen ihrer durch das Kostüm eingeschränkten Bewegungsfreiheit anrempeln. Die Träger der hauchdünnen und platzsparenden Alternative der Ganzkörperanzüge, den Morphsuits, geben meist kein schönes Bild ab. Man erkennt zwar das Gesicht nicht, aber von allen anderen Körperregionen kann man meist mehr erahnen als einem lieb ist.

Typische Verkleidung: Ganzkörperfellkostüm, Morphsuit

5. Der Wohldosierte

Dieser Typ geht schon mal mit seinen Freunden feiern und verkleidet sich dafür auch. Er mag den Fasching, vermeidet aber Exzesse und feiert die fünfte Jahreszeit nicht bis zum Abwinken. Genauso wie seine Einstellung zum Fasching sind auch seine Kostüme: unspektakulär. Er ist mal Cowboy oder Indianer. Er kauft sich nichts Neues und macht sich wenig Gedanken über ausgefallene Kostüme. Er zieht einfach irgendwas von dem an, was sich in der Faschingskiste über die Jahre angesammelt hat und denkt sich insgeheim: „Ich mach halt mit, weil es alle machen.“

Typische Verkleidung: Cowboy, Indianer oder nur Einzelteile wie Glitzerhut, Federboa oder Blumenketten

6. Faschingsmuffel

Dieser Typ kann sich für das närrische Treiben so gar nicht begeistern. Er findet es peinlich, wie die Menschen sich zu dieser Zeit des Jahres benehmen. Zu der ein oder anderen Faschingsveranstaltung kommt er jedoch notgedrungen mit, da seine (faschingsbegeisterten) Freunde keine Ausreden gelten lassen. Um nicht auf die fehlende Verkleidung angesprochen zu werden, kommt er mit Minimalausrüstung. Ein Lachen über die von ihm als albern befundenen Faschingsscherze kommt ihm, wenn überhaupt, erst nach dem ein oder anderen alkoholischen Getränk über die Lippen.

Typische Verkleidung: Accessoires wie bunte Brillen oder Haarbänder, Glitzerkrawatten sowie T-Shirts mit „lustigen“ Sprüchen oder ein verwaister Cowboyhut

7. Der Verweigerer

Auch dieser Typ ist leicht zu erkennen. Er geht jedem Anzeichen von Fasching aus dem Weg. Seinen Körper in ein Kostüm zu stecken, kommt für ihn nicht in Frage. Schon der bloße Gedanke an Fasching lässt ihn frösteln. Am liebsten würde er die närrischen Tage über an einen einsamen Ort flüchten oder sich in seiner Wohnung verstecken. Er versucht sich von allen Faschingsveranstaltungen fernzuhalten und gibt auch dem Betteln seiner Freunde nicht nach.

Typische Verkleidung: Unsichtbar

Mehr aus Kultur.

get social