Horror, aber mit viel Humor

Alexander Lotz ist Filmemacher aus Leidenschaft. Gleich zwei seiner kurzen Streifen haben es in die diesjährige Kurzfilmwoche geschafft. Mit kult hat der 37-Jährige über seine Liebe zum Horror, alte Freunde und seinen Sammeltick gesprochen.

Seit acht Jahren dreht Alex Lotz Kurzfilme in Regensburg. Jetzt kann er gleich zwei davon auf der Kurzfilmwoche zeigen.

Schon als Jugendlicher experimentierte Alexander Lotz mit der Videokamera seines Vaters. Zusammen mit seinen Freunden parodierte Alex alte Filme und Werbespots oder gab Prognosen ab, wer beim nächsten Wrestlingkampf gewinnen würde. „Wir waren damals alle große Wrestlingfans. Heute gibt es so etwas natürlich alles auf Youtube zu sehen, aber damals hatten wir noch kein Internet“, sagt Alex. Um trotzdem ein paar kleine Projekte zu verwirklichen, wurden kurzerhand zwei Videorekorder zusammengesteckt, die dann als provisorischer Schnittplatz herhalten mussten. Herausgekommen ist 1994 Alex erster Brickfilm, in dem Legofiguren die Hauptrolle spielen, die mit Hilfe von Stop-Motion-Technik zum Leben erweckt werden. Besonders professionell sah das damals natürlich noch nicht aus.

Zwischen Musikkarriere und Filmkunst

Entweder man macht Filme oder man macht Musik. Von wegen! Alex‘ erste große Liebe hieß Apple Pie und war eine Thüringer Punk-Rock-Band nach dem Vorbild von Blink-182, die er zusammen mit ein paar Freunden gegründet hatte: „Da ist das Filmemachen etwas in den Rückstand geraten“, auch wenn die Kamera bei jedem Konzert dabei war und Alex sogar eine Doku über die Band gedreht hat. 2010 kam die zweite Liebe zurück und dann passten endlich auch die technischen Möglichkeiten: „Da hat es mich dann wieder gepackt Filme zu machen. Da waren dann auch die technischen Möglichkeiten da am Computer zu schneiden. Ich hab mir eine neue Kamera besorgt und endlich Sachen gemacht, von denen man auch sagen kann, das kann ich zeigen.“ Im Herzen ist Alex trotzdem immer Musiker geblieben. Am Ende halten sich seine Sammlungen an Tonträgern und Filmen die Waage. Rund 1400 Schallplatten und CD’s füllen neben 1200 Filmen, verteilt auf vier Billy-Regale, Alex‘ Wohnung. Kein Wunder, immerhin spielt der Ton in seinen eigenen Produktionen immer eine sehr wichtige Rolle.

Und dabei überlässt Alex nichts dem Zufall: „Ich führe Regie, stehe selbst vor der Kamera, schneide und vertone das Ganze am Ende selbst.“ Ein paar Freunde mit Spaß am Filmen braucht er dann aber doch, um Projekte wie „Die Nacht der lebenden Idioten“ umsetzen zu können. Angelehnt an George A. Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ hat Alex einzelne Szenen aus dem Originalfilm rausgeschnitten und mit selbstgedrehten Sequenzen verknüpft. Gemischt mit ein paar kleinen Witzen und der passenden Musik ist aus dem US-amerikanischen Horrorfilm von 1968 ein launiger 16-Minüter geworden, der nicht nur im Regionalfenster am Freitag, 17. März zu sehen sein wird, sondern auch im Programm „Donaublut“ am Montag, 20. März noch mal über die Leinwand flimmert. Und auch einer von Alex‘ Brickfilmen hat es ins Programm geschafft. „Werewolf Terror“ läuft ebenfalls im „Donaublut“-Programm und zeigt dabei gleich mal, was man mit Legofiguren und einer guten Idee so alles anstellen kann.

Entertainment und jede Menge Spaß

Das sei ihm bei seinen Filmen besonders wichtig, so Alex. Auch wenn es beim Dreh oft stressig wird und viel Arbeit hinter jedem Projekt steckt, möchte der 37-Jährige, der mittlerweile seit acht Jahren in Regensburg lebt und arbeitet vor allem eins, wenn sich die Zuschauer seine Filme ansehen: „Das Wichtigste ist, es sich gemütlich zu machen und einfach Spaß zu haben.“ Denn auch wenn das Horrorgenre Alex ganz besonders am Herzen liegt, geht es am Ende nicht ohne ein bisschen Humor. „Man kann ja auch in einen Horrorfilm ein bisschen Comedy reinbringen. Macht auch mehr Spaß, als wenn man krampfhaft versucht, etwas Ernstes zu machen.“ Seinen Humor teilt Alex auch mit seinem großen Vorbild Regisseur Adam Green: „ Den finde ich menschlich auch sehr interessant. Er ist ein Vorbild, wo ich sage, da will ich auch hinkommen“. Ob euch Alex Filme gefallen oder nicht, müsst ihr natürlich selbst beurteilen. Und wie geht das am besten? Zur Kurzfilmwoche gehen und einfach mal überraschen lassen. „Für mich ist es am Schönsten, wenn meine Filme auf der großen Leinwand laufen und ich direkt mitbekomme, wie sie dem Publikum gefallen“, sagt Alex. Also nicht nur liken, sondern auch schön viel lachen und klatschen.

Hier gibt es schon mal was zu gucken:

  • JERKS - Offizieller Trailer

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