Kunstwerke zum Anfassen

Noch bis 12. Juli gibt Roland Holzer im Andreasstadel einen Einblick in sein Leben, lädt auf eine interaktive Reise ein – oder, wie er es nennt „So ist es eben, das Leben, liebes Alien“. Wir haben uns mal mit ihm gemeinsam in die Ausstellung begeben.

Wie erklärt man einem Alien die Welt? Roland Holzer hat es in seiner neuen Ausstellung „So ist es eben, das Leben, liebes Alien“ versucht und uns damit überzeugt.

Ein Käfig voller Träume, ein Tisch, der zum Dialog einlädt, und die längste To-do-Liste der Welt – Roland Holzer ist Kommunikationsdesigner und Förderkünstler im Künstlerhaus Andreasstadel. In seiner neuesten Ausstellung „So ist es eben, das Leben, liebes Alien“ zeigt er, was das Leben seiner Meinung nach ausmacht und wie man das einem Alien vermittelt.

Klingt komisch, ist aber eine echt coole Sache, denn anstatt seine Ausstellung einfach nur anzukündigen und die Werke für sich sprechen zu lassen, hat sich Holzer eine kleine Geschichte dazu überlegt: „Seit drei Tagen hatten wir das Alien nun schon bei uns im verstaubten Modelleisenbahnkämmerlein einquartiert. […] Die Verständigung gestaltete sich weiterhin schwierig. Mein Einfall, dem Alien unsere Zivilisation per Phoenix-App auf dem Tablet zu vermitteln, erwies sich als Reinfall […]. Doch dann, eines Morgens, kam mir die Idee: Im Halbschlaf erschien mir ein Parcours, bestehend aus drei Stationen, zur ultimativen Vermittlung menschlichen Lebens ...“

 
 
 

Als Alien hat man es auf der Erde wahrlich nicht leicht. So vieles gibt es zu entdecken. Um zumindest einen Teil zu verstehen, hat Roland Holzer im Andreasstadel einen Parcours aufgebaut, den man nicht nur durchlaufen, sondern auch anfassen und mit ihm interagieren kann. Wer sich jetzt fragt, wer eigentlich dieses Alien ist: in diesem Fall wir, die Besucher. Denn genauso wie das Alien aus dem Keller müssen wir die drei Stationen der Ausstellung durchlaufen, um zu verstehen, was das Leben für den Künstler bedeutet. Dabei sehen wir seine Traumbilder, einen Tisch mit Karten, die zum Gespräch mit anderen einladen, und eine endlose To-do-Liste mit Dingen, die wir alle kennen.

Viele der gezeigten Kunstwerke gibt es übrigens schon länger, sie schlummerten in Skizzenbüchern oder auf Notizzetteln vor sich hin: „Ich komme eigentlich vom Zeichnen, jetzt kommt immer mehr Text dazu“, sagt Holzer, der auch schon eigene Comics gemacht hat. In seiner neuen Ausstellung komme jetzt endlich alles zusammen, so der Künstler. Auch eigene Erinnerungen wie das alte Modelleisenbahnzimmer als persönliche Anekdote finden ihren Weg in die Komposition.

Noch bis Donnerstag, 12. Juli ist die Ausstellung im Künstlerhaus Andreasstadel zu sehen. Und es lohnt sich – nicht nur, weil es neben der Ausstellung auch eine limitierte Auflage der Kartensets für zu Hause gibt. Wer also noch ein ausgefallenes Geschenk sucht oder einfach mal in einer Ausstellung nicht nur gucken, sondern auch etwas erleben will, dem können wir „So ist es eben, das Leben, liebes Alien“ wärmstens empfehlen.

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