Viel mehr als nur kurze Filme

Die Internationale Kurzfilmwoche Regensburg rückt von 14. bis 21. März nicht nur das vermeintlich schwache Geschlecht in den Mittelpunkt, sondern lockt auch mit spannenden Ausstellungen, Diskussionen und natürlich den üblichen Publikumslieblingen.

Das Team der Kurzfilmwoche um Insa Wiese, künstlerische Leitung, (2. v. li.) und Michael Fleig, Redaktion und Programme, (li.) verspricht wieder eine spannende Filmschau.  Foto: Walterbach

Ab 14. März wird Regensburg wieder eine Woche lang zum Mekka für Cineasten. Über 300 Kurzfilme aus aller Welt flimmern dann eine Woche lang über die Leinwände der Altstadtkinos. Darunter viele weibliche Projekte, die in diesem Jahr einen ganz besonderen Platz einnehmen. „Unser diesjähriger Themenschwerpunkt ‚Starke Frauen‘ ist ein Herzensprojekt für mich“, verrät Insa Wiese, künstlerische Leiterin, bei der Pressekonferenz zum Filmfestival. Und ja, es gibt einige ganz spezielle Programmhöhepunkte in diesem Jahr. Einen kleinen Querschnitt gab’s bereits am Mittwoch, 7. März als kleine Preview im W1 - Zentrum für junge Kultur zu sehen. Und so viel sei schon mal verraten, es wird nicht nur jede Menge Gesellschaftskritisches zu sehen geben, sondern auch echt lustige Streifen. Zum Beispiel „The Dynamic Double Standard“, der gleich mal klarstellt, wer in einer Superhelden-Combo die Hosen anhat, oder in diesem Fall die hohen Absätze. Definitiv empfehlenswert ist natürlich auch „Mamon“ der vor allem für alle Trump-Kritiker ein Leckerbissen sein dürfte.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon riesig auf die Eröffnung, denn dann heißt es wieder eine Woche Filmmarathon mit dem besten, was die Filmindustrie in Sachen Kurzfilm zu bieten hat. Und das kommt in diesem Jahr zum großen Teil von starken Frauen. Manchmal humorvoll, ernst, satirisch oder auch mal sexy setzen sich die Filmemacherinnen mit schwierigen Themen wie Fragen zu Geschlechterrollen, zur Repräsentation des weiblichen Körpers oder zur Stellung der Frau in der Gesellschaft auseinander. Und damit auch jeder weiß, wie ein Filmplakat aussehen könnte, wenn eine Frau Regie führt, gibt’s zusätzlich zum Sonderprogramm auch noch die Ausstellung „Die Töchter von Alice Guy“ zu sehen, in der berühmte Filmplakate so umgestaltet wurden, als wären sie von Regisseurinnen verfilmt worden. Sehr lustig, wenn aus den sieben Zwergen plötzlich die sieben Zwerginnen werden.

May Spils „Das Portrait“ wird im Programm „Starke Frauen 1 – Glimpse of History“ am 15. März im W1 gezeigt.  Foto: May Spils Wir haben schon mal einen kleinen Blick ins Kurzfilmprogramm geworfen. Foto: Walterbach
 
May Spils „Das Portrait“ wird im Programm „Starke Frauen 1 – Glimpse of History“ am 15. März im W1 gezeigt.  Foto: May Spils
Wir haben schon mal einen kleinen Blick ins Kurzfilmprogramm geworfen. Foto: Walterbach

Auch etwas ganz Besonderes: Ein Programm, das von der Märchensammlung des Oberpfälzers Franz Xaver Schönwerth inspiriert ist. Unter dem Titel „Digital Fairy Tales“ wird das bunt gemischte Programm aus 14 Filmen am Dienstag, 20. März um 20 Uhr im Theatersaal des W1 gezeigt. Die Idee dazu hatte Nicole Litzel, Organisatorin der Regensburger Stummfilmwoche, die das Programm 2016 in New York entdeckte.

Das eigentliche Herzstück des Festivals sind aber nach wie vor die Wettbewerbe. Rund 4000 Einreichungen gab es in diesem Jahr, 80 Prozent davon allein für den Internationalen Wettbewerb. Aber auch die anderen Programme erfreuen sich steigender Beliebtheit. So bekommt das Bayernfenster, in dem bisher zwei Programme liefen, Dank der hervorragenden Qualität der Filme noch eins dazu. Im Regionalfenster geben sich bekannte Namen wie Erik Grun, Oliver Gilch oder Lars Smekal die Klinke in die Hand. Letzterer ist sogar gleich mit zwei Beiträgen vertreten, darunter sein Projekt „Waldsterben“, für das Smekal international castete.

Und natürlich dürfen auch beliebte Formate wie „Poetry in Motion“, die Zündfunkparty mit Tanz- und Partyfilmen, die Plattenfilme und das Kinderfilmprogramm nicht fehlen. Letzteres hat Insa Wiese zusammen mit ihrer fünfjährigen Tochter kuratiert. Ein buntes Programm, das auch in diesem Jahr definitiv keine Wünsche offen lässt.

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