15 Mal „Wind of Change“ 2017

Byebye Lola, Lessing und Rive Droite, hallo Malefiz, Sausalitos und Weichmanns – Die Gastronomie in Regensburg hat sich 2017 ganze 15 Mal verändert. Wir verschaffen euch den Überblick.

Neben dem Café Weichmanns und der neuen Bar Meyer Lansky ist auch das Café Antoinette ganz neu in der Stadt. Dafür, dass die Theke immer gut gefüllt ist, sorgen dort Laura Bremer und Anton Schmaus.

Der „Wind of Change“ hat im Jahr 2017 ganze 15 Mal in der Regensburger Gastroszene geweht. Ohne Ersatz haben sich die typischen Boazn wie die Tankstelle, das Einhorn, der Schmauskeller, der Malteser und das Zimmer 4 verabschiedet. Dagegen kamen für das Lola, das Lessing, das Rive Droite, das Kaffeelotte, das Café Sofa und das Café Prock unter anderem das Charlotte, das Mira und die Tapasbar Ravel neu in die Stadt.

1. Das Dahoam

Am Ölberg 17, wo jahrelang Lokale auf- und wieder zugemacht haben, bringt seit September ein Mutter-Tochter-Gespann Gemütlichkeit in die Stadt. Mama Christine Busin und Tochter Kerstin Wurmer halten sich nicht lange mit oberflächlichem Geplapper. Schon ewig sind die beiden, Kerstin und Mama, ein Dreamteam. Privat, aber auch im Job. Gekocht und angeboten wird deswegen im Dahoam alles, was in den eigenen vier Wänden auch auf den Tisch kommt. Und wie es zu Hause bei Mama Christine eben üblich ist, eben tatsächlich alles: bayerisch, italienisch oder auch mal britisch, aber ganz nach ihrem Geschmack und sicher nicht überkandidelt.

2. Das Meyer Lansky

Seit November verbreitet die Bar in der Obermünsterstraße 19 den Flair der 1920er-Jahre. Benannt ist sie einem amerikanischen Gangster, der in der Zeit der Prohibition unter anderem als Alkoholschmuggler berühmt und berüchtigt wurde. Der größte Blickfang im Meyer Lansky ist wohl die dreiteilige Skulptur, die neben der Galerie von der Decke hängt. Die Regensburger Künstlerin Barbara Höcherl entwarf eine Skulptur, die an einen Regenschauer erinnert: 507 goldfarbene, unterschiedlich lange Metallstäbe auf drei Quadrate montiert.

3. Das Malefiz

Wo vorher das Café Lola war, versorgt in der Pfarrgasse seit November das Schnellcafé Malefiz Mittagshungrige mit Sandwiches. Mit dem urbayerischen Ausdruck „Malefiz“ erinnern sich die gebürtigen Straubinger Gastroneulinge Julian Meindl und Maximilian Reif an ihre „Bazi“-Zeit. „So haben uns früher unsere Opas genannt, wenn wir was angestellt haben“, erklärt Reif. Dazu grinsen von den Bildern an der Wand das Who-is-Who altbekannter „Malefize“: Bud Spencer und Terrence Hill von der einen Seite - Harrison Ford von der anderen. Ihr Ziel: Jeden Gast in fünf Minuten mit einem kleinen Mittagsmenü samt Biolimonade oder Tee zu versorgen. Und das mit überwiegend regionalen Zutaten und nicht zu Wirtshauspreisen.

4. Das Weichmanns

Im Kunsthof der Familie Weichmann steht seit April das Szenecafé Weichmanns für Bodenständigkeit und Kunst. Die Mischung aus alten klassischen Möbeln und neuen modernen Designelementen kommt an. Ein bisschen so, als säße man in Omas Wohnzimmer und gleichzeitig in einem coolen Hinterhofcafé in Berlin Kreuzberg. Eben voll gemütlich und trotzdem nicht altbacken. Das schöne: In diesem Ambiente fühlen sich wirklich alle wohl. Tagsüber ähnelt es einem Wiener Caféhaus, nachts wird es zur chilligen Bar. Dafür kommen abends die weißen Tischdecken runter und für noch mehr Flair am Tag, wird das große Panoramafenster durch bodentiefe Schiebefenster ersetzt.

5. Die Tapasbar Ravel

Seit Mai verbreitet die Tapasbar Ravel in der D.-Martin-Luther-Straße 14, wo vorher das Café Lessing war, spanisches Flair. Neben spanischen Weinen erwartet die Gäste eine große Auswahl an Tapas, hausgemachten Limonaden und natürlich Sangria. Für die Wohlfühlatmosphäre sorgen alte Holztische, eine Ledercouch, viel Kunst an den Wänden, Säulen mit original spanischen Fliesen und ganz spezielle Klo-Kunst. Ihren Namen verdankt die neue Tapasbar in der D.-Martin-Luther-Straße 14 übrigens keinem Spanier, sondern dem französischen Komponisten Joseph-Maurice Ravel. Sein berühmtestes Stück „Boléro“ ist allerdings bereits Vorlage für andere Tapasbars.

6. Das Lezizel Manti

Seit September ist das Lezizel Manti in der Fröhlichen-Türken-Straße Anlaufstelle für traditionelle Teigtaschen mit leckeren Toppings. Wer türkische Freunde hat, kennt Manti bestimmt. Für alle anderen: Manti sind mit Rindfleisch gefüllte Teigtaschen, die ein wenig wie die Flügel von Dartpfeilen aussehen und so ähnlich wie Tortellini schmecken. Genau wie bei der Einrichtung vereint das Essen Tradition und Moderne: Alle Manti-Sorten werden ganz klassisch mit Joghurt, Tomatensoße und Paprikabutter serviert. Neben den mit Rindfleisch gefüllten Teigtaschen gibt es auch eine vegane Variante aus einem Teig mit Spinat und Brokkoli.

7. Das Charlotte

Das Kaffeelotte in der Unteren Bachgasse wurde im April zum französisch-schicken Charlotte. Eis, Kuchen, Regensburger Buttertaler, Frühstück und eine große Auswahl an Salaten, Suppen und Quiches - Biedermeierchic und Gastfreundschaft machen das Charlotte einzigartig. Sofian Maazou hat seine Erfahrung mit Caféhäusern aus Paris und München. Kein Wunder, das sich gerade aus seiner Pariser Zeit so einiges in der Charlotte wiederfindet. Der neue Name ist übrigens eine Kombination aus Charles und Lotte. „Ich wollte Lotte behalten und mein Bär heißt Charles, beides zusammen hat den neuen Namen ergeben“, sagt Maazou. Der Bär ist übrigens ein riesiges Plüschtier, was als eines der ersten Spielzeuge ins neue Café ziehen durfte.

8. Das Café Antoinette

Im April eröffnete Anton Schmaus das Café Antoinette im Schloss St. Emmeram. Neben seinem Sternerestaurant Storstad und dem Bar-Restaurant Sticky Fingers ist es der „kleine Schmaus“ in der Stadt. Mit dem Antoinette bietet der Regensburger Sternekoch seinen Besuchern ein traditionelles Café in neuem Gewand. Schmaus hat dem Regensburger Traditionscafé im Fürstenschloss einen neuen Schliff verpasst: In modernem Ambiente kann man hier nun süße Leckereien von Konditormeisterin Laura Bremer und kulinarische Köstlichkeiten genießen.

9. Das Rotkäppchen

Das Rotkäppchen gab es zwar vorher schon, doch im April hat die Bar in der Fröhlichen-Türken-Straße nicht nur eine neue Einrichtung, sondern auch zwei neue Betreiber bekommen. Die beiden Freunde Eugen Krist und Daniel Heß übernahmen das Rotkäppchen von Sascha Al-Mahmoud. Der Name ist der gleiche geblieben, doch dem Inneren der Bar haben die neuen Betreiber einen anderen Anstrich verpasst: Die eher schlichte, rustikale Inneneinrichtung mit vielen Holzelementen wurde durch Rumschrauben und Werkeln in Rekordgeschwindigkeit um gemütliche Loungeelemente ergänzt. Neue Tische und bequeme Sitzgelegenheiten im hinteren Bereich laden unter Tags bei chilliger Jazz- und Soulmusik zum Entspannen ein, wer will, bestellt sich eine Shisha dazu.

10. Das Sausalitos

Im Jahr 2010 wurden die Pforten des Sausalitos am Domplatz in Regensburg geschlossen. Seit März 2017 ist es zurück: Die Bar residiert wieder mit kalifornisch-mexikanischen Gerichten und bunten Cocktails in der Gesandtenstraße 18. Als „Höhepunkte“ kündigte das Sausalitos Angebote wie „Give me 5“, attraktive Jumbo-Cocktails und regelmäßige Happy Hours an. Damit wurde Regensburg zum 38. Standort des Münchner Unternehmens.

11. Das dean&david

Das Café Prock in der Gesandtenstraße gibt es seit März nicht mehr. Stattdessen bietet dort das deand&david gesundheitsbewussten Regensburgern eine leichte Ernährungsalternative. „Obst, Gemüse und Salat stehen im Vordergrund – wer leere Kalorien, schwere Kost, viel Fett und Salz sucht, ist bei uns an der falschen Adresse“, verkündete Thomas Vielberth, der Geschäftsführer. Was das Interieur angeht, setzt das dean&david wie schon in seinen Filialen in Hamburg oder Basel auf ein reduziertes, helles Interieur, skandinavische Designermöbel und urbane Coolness.

12. The Burger House

Wo lange Zeit das Rive Droite in der Drei-Mohren-Straße ansässig war, ist im April die erste Regensburger Filiale des Münchner Szene-Restaurants The Burger House eingezogen. Nach sechs Lokalen in München und weiteren Restaurants in Starnberg, Stuttgart und Kuwait zog es den Junggastronomen Nicolas Hegewisch nun mit seinem The Burger House in die Welterbestadt. Regionales, frisches Fleisch, dazu selbst gebackene Brötchen und frische hausgemachte Saucen nach eigenen Rezepturen stehen auf der Menükarte.

13. Das Vincent-Mulemi

In der Grasgasse 10 ist ebenfalls im April das Vincent-Mulemi eingezogen und verwöhnt Gäste seitdem vor allem mit gutem Wein. In zweimonatigem Abstand lädt Leila Fehric, Inhaberin des Vincent-Mulemi, zu Weinproben ein. Neben der Weinbar lockt das Lokal allerdings auch mit einer Frühstücks- und einer Cafébar. Dazu gibt es leisen Swing.

14. Das Peter und Paul

Erst residierte hier die Suite15, dann das Weekend und auch das Scala spielte hier schon mal auswärts – seit Februar 2017 ist das Peter und Paul in der Adolph-Kolping-Straße 5 Zuhause und sorgt damit endlich wieder für Clubatmosphäre im östlichen Teil der Altstadt. Auf dem Programm stehen „Klangzauberei mit feinstem House und Techhouse, fantasmatische Deko und viel buntes Licht." Wer noch nicht da war, einfach mal reinschauen. Denn neben House- gibt es hier und da auch mal einen alternative Partyreihe oder special Events zu entdecken.

15. Das Mira

Puristisch, aber stilsicher kommt das neue Café Mira daher, das seit August in der Spiegelgasse 1 zu finden ist. Hier, wo vorher das Café Sofa mit gemütlichen Sofas und einer warmen Atmosphäre ins Gewölbe lockte, gibt es heute hohe Stühle, eine Theke mit 3734 Centstücken, exquisite Weine und ausgewählte Kunst. Das Geschäftsführer-Duo Georg „Schorsch“ Landau und Raphael „Raffi“ Riedl betreiben mit dem Mono bereits eine erfolgreiche Bar in Regensburg. Mit dem Café Mira wollen beide etwas Neues schaffen, und zwar in der Gasse, in der im Mittelalter ein Gasthaus Zum Goldenen Spiegel ausschenkte. Heute kommen die Drinks von Mira, das auf Japanisch ebenfalls Spiegel meint. So viel hat sich in den letzten Jahrhunderten also doch nicht verändert.

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