Apokalypse im Taschenformat

Ein Regensburger Student der Medienwissenschaften entwickelt eine interaktive Zombie-Geschichte fürs Handy.

Dennis Perzl entwickelt die App „The Parallax“.

Seit Dezember 2016 ist Regensburg um einen Appentwickler reicher: „The Parallax“ heißt eine interaktive Geschichte, die als Textmessenger im Whatsapp-Style aufgebaut ist. Entwickelt wurde sie in den vergangenen zwei Jahren von dem Regensburger Masterstudent der Medienwissenschaften Dennis Perzl.

Das Abenteuer beginnt mit einer Nachricht der Hauptfigur David Blythe, der in echten Schwierigkeiten steckt. Die Welt an seinem Ende der Smartphoneleitung befindet sich gerade mitten in einer Zombie-Apokalypse. Für euch ist das der ideale Zeitpunkt, euch als echter Menschenfreund zu beweisen: Ihr wählt zwischen verschiedenen Nachrichten an David und bewahrt ihn damit hoffentlich davor, ein Opfer der Untoten zu werden.

In der App im Whatsapp-Format schreibt man sich Nachrichten mit David Blythe, der vor Zombies fliehen muss.
 
In der App im Whatsapp-Format schreibt man sich Nachrichten mit David Blythe, der vor Zombies fliehen muss.

„Es soll aber nicht hauptsächlich um die Postapokalypse gehen, sondern um die Nebengeschichten“, erklärt der 27-jährige Entwickler. Deswegen erhält man nicht nur Nachrichten von David. Auch nie angekommene – natürlich rein fiktive – Nachrichten, die noch durch das postapokalyptische Datennetz geistern, landen innerhalb der App auf dem eigenen Handy. Diese geben unter anderem Einblicke in Davids Vergangenheit: ein Werkzeug, mit dem Perzl aktuelle Themen zur Informationsgesellschaft ansprechen will.

Dabei begann die Entwicklungsgeschichte ganz analog: mit einem Satz in einem Notizbuch. „Der erste Satz war ,du hast offensichtlich Catherine kennengelernt‘“, erzählt Perzl. Als die Geschichte komplexer wurde, reichte das Notizbuch nicht mehr aus. Mit selbst erlernten Programmierkenntnissen baute sich Perzl einen eigenen digitalen Editor. Als Ein-Mann-Team hat sich der Regensburger Student seit Anfang 2015 daran gemacht, seine Idee in die Realität umzusetzen.

Heute kann die App über 350 000 Downloads verzeichnen. „Aber das sind natürlich nicht alles automatisch Nutzer“, sagt Perzl. Als Freemium-App, für die im ersten Schritt keine Kosten anfallen, liege es nahe, dass sich viele die App holen, nur um sie dann auf dem Handy zu vergessen. Die gesamte App kann gespielt werde, ohne dabei einen Cent auszugeben.

Trotzdem gebe es immerhin schon so viele Fans von „The Parallax“, dass Perzl zuversichtlich ist, sich nach seinem Abschluss im nächsten Jahr mit der Anwendung selbstständig machen und davon leben zu können.

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