Der Herr der Strauße

Daniel Lebert ist erst 21 Jahre alt und führt schon eine eigene Farm: Dort leben 40 Strauße, superneugierige und witzige Tiere.

Daniel Lebert kümmert sich um 40 Vögel auf der Straußenfarm.

Große Augen mit langen Wimpern beobachten die Besucher, kein Schritt wird hier getan, ohne dass die Bewohner nicht folgen würden. Kommt man näher, schnappen sie zu. Aber nicht aus Angriffslust, sondern aus Neugier. Auf der Straußenfarm von Daniel Lebert in Brunn haben die größten Vögel der Welt das Sagen.

Seit Oktober führt der 21-Jährige die Farm im Bodenhüllenweg: 40 Blaushals- und Schwarzhalsstrauße leben in fünf Gehegen auf 2,5 Hektar Land, sechs Küken sind gerade geschlüpft. Der gelernte Fischwirt aus Kelheim hat eine Straußenfarm in Spanien besucht und nach einem Seminar zur Straußenhaltung gezielt nach einer solchen Möglichkeit in Deutschland gesucht. Das Internet führte ihn zu Tanja und Johann Maßhammer, die ihre Farm in Brunn aus gesundheitlichen Gründen aufgeben wollten. Daniel Lebert kaufte die Strauße auf, kümmert sich jetzt um die Versorgung der Tiere und teilt sein Wissen bei Besucherführungen.

Strauße sind sehr neugierig, folgen jedem wie ein Hund und fressen wie Schweine. Daniel Leber zeigt, wie robust ein Straußenei ist: Man kann darauf stehen. Die Küken sind vor ein paar Tagen geschlüpft.
 
Strauße sind sehr neugierig, folgen jedem wie ein Hund und fressen wie Schweine.
Daniel Leber zeigt, wie robust ein Straußenei ist: Man kann darauf stehen.
Die Küken sind vor ein paar Tagen geschlüpft.

Schließlich sind Strauße interessante Tiere: Sie kommen zwar aus Afrika, fühlen sich aber in der Oberpfalz pudelwohl. Wird es ihnen zu warm oder zu kalt, wedeln sie mit ihren Flügeln oder decken sich mit ihnen zu. Diese braucht der Hahn auch für den Balztanz: Um seine Partnerin zu beeindrucken, setzt er sich auf den Boden und lässt seine Flügel rhythmisch auf und ab schwingen. Strauße sind sehr zutraulich und lassen sich auch streicheln; nur wenn sie den Schwanz heben, sollte man vorsichtig sein. Wegrennen bringt aber nichts – die Vögel sind mit 70 km/h sowieso schneller. Ihre Eier wiegen bis zu 2,5 Kilo und haben weniger Cholesterin und mehr Proteine als Hühnereier.

Das Ziel von Daniel Lebert ist eine artgerechte Haltung – vom Schlüpfen bis zum Tod. Er mischt das gentechnikfreie Futter selbst zusammen, bis zu 15 Kilo vertilgt ein Strauß am Tag. Wenn man sieht, wie die Vögel essen, ist es ein Wunder, dass sie überhaupt satt werden: Beim Picken fliegt das Futter wild durch die Gegend. „Sie essen halt wie Schweine“, lacht Lebert. Gras und Heu sowie Muschelschalenschrott gehören auf die Speisekarte der Strauße.

Die Tiere werden vor Ort geschlachtet, um ihnen Stress durch den Transport zu ersparen. Später will Daniel Lebert sie selbst schlachten. Das rote Fleisch enthält viel Eisen, ist mager, eiweißreich und cholesterinarm. Am Ende der Führungen zeigt Daniel Lebert auch, wie man das Fleisch richtig zubereitet. Im Hofladen gibt es Fleisch, Straußeneier und diverse Produkte aus Eierschalen, Straußenfedern und -fett zu kaufen. „Hier wird nichts weggeschmissen“, sagt Daniel Lebert.

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