Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
05. Januar 2020

7 Dinge, die ein Regensburger nicht sagt

Es gibt viele Dinge, die ein Regensburger sagt: „Rengschburg“ zum Beispiel. Dann gibt es aber auch Dinge, die einem echten Regensburger garantiert nicht über die Lippen rutschen.

Hier kommen sieben Dinge, die kein echter Regensburger über die Lippen bringt. Foto: bbsferrari - stock.adobe.com

Regensburg. Seit der Mensch im Allgemeinen und der Regensburger im Speziellen vor abertausenden Jahren das Reden für sich entdeckt hat, hat er pausenlos geplappert und schon so manchen Stuss von sich gegeben. Was der Regensburger aber garantiert noch nicht (oft) gesagt hat:

Eine Knackersemmel mit Ketchup, bitte!

Es war irgendwann zwischen 1954 und 1955, als der Regensburger Metzgergeselle Heinrich Schmidl mit einem Mitbewerber über Wurst fachsimpelte und so die legendäre Knackersemmel mit süßem Senf, scharfem Meerrettich und Gewürzgurke erfand. Und weil es ziemlich umständlich war, immer alle Zutaten zu nennen, taufte er seine Kreation kurz „Knackersemmel mit allem“. Auch wenn der Begriff „mit allem“ einen gewissen Variationsspielraum suggeriert: Ketchup meinte Schmidl damit sicher nicht.

Parteispenden? Noch nie etwas davon gehört.

Vorteilsnahme, Vorteilsgewährung, Bestechlichkeit, Bestechung: Ganz abgesehen davon, ob sich die von der Staatsanwaltschaft gegen Regensburgs suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, andere Politiker und Bauträger erhobenen Vorwürfe letztendlich bewahrheiten oder nicht – seit Jahren schwirren Begriffe wie diese durch die hiesige Presselandschaft und haben der Regensburger Politik ein bayern- und bundesweites „Gschmackl“ verpasst.

via GIPHY

Was für ein sonniger Novembermorgen!

In der Sommersonne glänzt Regensburg besonders hell. „Im Gegensatz dazu halten sich im Herbst und Winter sehr lange beständige Nebel und Hochnebel“, weiß sogar Wikipedia. Aber das macht einem Regensburger nichts aus. Längst hat er sich an nass wabernde Dauergrau zwischen November und Februar gewöhnt und wartet eben, bis die Sommersonne wieder scheint und Regensburg für ein paar Monate in die nördlichste Stadt Italiens verwandelt.

In der Albertstraße fühle ich mich so richtig wohl

Ob an der Donau, in der verwinkelten Altstadt oder in einem der vielen Parks: Regensburg hat viele schöne Ecken, die Albertstraße und ihre umliegenden Grünflächen gehören aber nicht dazu. Zu nahezu jeder Tageszeit trifft man hier auf zwielichtige Gestalten, die nicht selten den Drang verspüren, durch Brunftschreie die Amseln auf den Bäumen zu erschrecken und den Passanten auf der Straße ungefragt und lallend vom Streit mit dem Saufkomplizen zu berichten.

via GIPHY

Gehen wir auf eine Tasse Tee zum Kneitinger?

Es gibt viele schöne Orte für ein Tässchen Tee – der Kneitinger gehört nicht dazu, wie unsere kult-Redakteurin Oxana Bytschenko vor zehn Jahren kurz nach ihrem Umzug nach Regensburg feststellen musste. Ihre erste Begegnung mit der bayerischen Kultur sollte etwas ruppig werden. Es war Winter und kalt. Sie bestellte einen Tee im Kneitinger. Die Bedienung war davon jedoch nicht besonders angetan. „Wenn Sie Tee trinken möchten, müssen Sie woanders hingehen!“, hörte Oxana als Antwort. Und da es in Bairisch gesprochen wurde, hat es gedauert, bis das Gehirn die Wörter übersetzt hat. „Dann eine Cola bitte“, sagte Oxana. Da ist die Bedienung fast rot angelaufen… Und es kam noch mehr Bairisch über ihre Lippen.

In der PT sind ja heute wieder viele Steckdosen frei

Der, dessen Laptops Akkuleistung mit der Kondition eines dauerrauchenden Asthmatikers im Seniorenalter vergleichbar ist, hat zur Prüfungszeit schlechte Karten in den PT-Bibliotheken der Uni. Lehrreiche Bücher gibt es hier einige, lauschige Sitzplätze auch, allerdings kaum Steckdosen. Aber kein Problem, wir haben die Lösung: Ein Benzinverbrenner-Stromaggregat bekommt man mittlerweile schon für 250 Euro.

Ich würde lieber in München wohnen.

Hierzu muss man eigentlich gar nichts weiter schreiben. Trotz Albertstraße, Parteispenden, Steckdosenmangel und Nebel ist Regensburg nun mal die schönste, beste und tollste Stadt Bayerns, Deutschlands und der Welt. Mindestens!

via GIPHY