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Jonathan Ederer
Titelfoto: Jonathan Ederer
20. Dezember 2020

„Blackout“ vor Lockdown

In der Regensburger Innenstadt wurde eine neue Miniserie mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle gedreht.

Moritz Bleibtreu in der Blauen-Lilien-Gasse Foto:Jonathan Ederer

Regensburg. Langsam schreitet ein Mann mittleren Alters unter dem Torbogen des BR in der Blaue-Lilien-Gasse hindurch. Er schaut sich um, wirkt interessiert, aber etwas scheint ihn zu beunruhigen. Er geht in Richtung Kohlenmarkt. Dass alle Kameras auf ihn gerichtet sind, lässt er sich nicht anmerken, denn der Mann ist Schauspieler. Moritz Bleibtreu, um genau zu sein. Seine Rolle: Informatiker Manzano, der hinter einem Stromausfall in ganz Europa einen Hackerangriff vermutet.

Kürzlich verwandelte sich die Innenstadt in einen Drehort mit apokalyptischem Setting. Für die neue Miniserie „Blackout“, die in zum Teil in Bozen spielt, wurden Orte in Regensburg ausgewählt. Darunter auch der Haidplatz und die Krebsgasse.

Motiv-Aufnahmeleiter Nikolaus Gross informierte bereits eine Woche zuvor die Anwohner. Aber das sei kein Problem gewesen, sagt er: „Hier in Regensburg sind alle so nett.“

Apokalypse jetzt

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Marc Elsberg aus dem Jahr 2012 und wird für Sat.1 und Joyn von W&B Television produziert. „Ein apokalyptisches Setting“, erzählt Gross. „In Berlin haben wir eine Actionszene mit Hubschraubereinsatz und Explosion gedreht.“ Der Roman wurde bisher über 1,7 Millionen mal verkauft.

Die Anwohner wurden darum gebeten, während der Dreharbeiten darauf zu achten, ihre Beleuchtung zur Straße hin abzuschalten. Nur so schafft man die Illusion eines echten Blackouts.

Auch der Kohlenmarkt wurde ausgeleuchtet. Foto: Foto: Jonathan Ederer

Der Stromausfall ist in der Serie wie im Buch der Anfang vom Ende. Protagonist Manzano wird in einen Autounfall verwickelt, weil alle Ampeln ausfallen. Er vermutet Manipulationen an einem intelligenten Stromzähler. Als er mit seinen Ermittlungen zur Polizei geht, wird er nicht ernst genommen.

Aufnahmeleiter Gross erzählt, dass aufwendige Szenen bereits in der Krebsgasse und am Emmeramsplatz gedreht wurden. „Das wird ein Riesending“, sagt er begeistert.

Eine kleine Anekdote vom Set. Als Moritz Bleibtreu für die Szene in die Blaue-Lilien-Gasse geholt wurde, sollten dort alle Lichter, außer die extra für den Dreh installierten, abgeschaltet werden. Der Kameramann war bereit, doch das Schild des Restaurants „Wanderlust“ leuchtete munter weiter.

„Voll Adrenalin“

Bleibtreu ging unten an der Thundorfer Straße auf und ab und so wurden auch die Crew-Mitglieder nervös. „Der ist voller Adrenalin“, hörte man eine Frau vom Set sagen. Eine andere Frau ging los, um den Schauspieler zu beruhigen. Doch auf halber Strecke ging plötzlich die Schildbeleuchtung aus. Die Frau versteckte sich daraufhin schnell in einem Hauseingang: Film beziehungsweise Serie ab!

Jonathan Ederer