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Anna Schätzler
19. März 2020

Corona bremst alle(s) aus

In ganz Bayern gilt seit Montag der Katastrophenfall - mit massiven Auswirkungen auf das öffentliche Leben. Auch in Regensburg sind die Plätze nicht so belebt wie sonst.

Eine offensichtliche Corona-Folge: Trotz besten Frühlingswetters war es am Montagabend in der Regensburger Altstadt (im Bild der Haidplatz) ungewohnt leer. Foto: Jonas Raab

Regensburg. „Es macht mich traurig, denn eine Gesellschaft ohne gesellschaftliches Leben ist im Grunde nicht vorstellbar“ - mit diesen Worten brachte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer auf den Punkt, welche Auswirkungen das Coronavirus auch ganz ohne Ansteckung auf alle und alles hat. Gesagt hat sie dies am Freitagnachmittag, zu einem Zeitpunkt also, als die Pandemie selbst bei den sonnigsten Gemütern langsam für ein gewisses Unbehagen sorgte. Wenige Tage später haben sich die Ereignisse weiter zugespitzt: Der Stillstand des öffentlichen Lebens ist ab dem heutigen Mittwoch weitgehende Realität.

Trotz ausgerufenem Katastrophenfall das Wichtigste zuerst: Es gibt (bisher) keine Ausgangssperre. Das heißt, jeder kann weiterhin zur Arbeit gehen, sich selbst, seine Familie und andere Menschen versorgen. Alles darüber hinaus sollte man allerdings vermeiden.

Bei einer Pressekonferenz am Montag zählte Ministerpräsident Markus Söder Maßnahmen auf, die vorerst für die nächsten zwei Wochen gelten sollen. So sind seit Mittwoch alle Geschäfte geschlossen, die nicht für die Grundversorgung notwendig sind. Geöffnet haben weiterhin Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Banken, Drogerien, Apotheken, Bau- und Gartenmärkte, Postfilialen, Läden für Tierbedarf, Optiker, Sanitätshäuser, Hörgeräteakustiker und Tankstellen.

Neue Öffnungszeiten

Dafür wurden die Öffnungszeiten erweitert: Lebensmittelgeschäfte in Bayern dürfen werktags bis 22 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr öffnen. Ebenfalls ab dem heutigen Mittwoch sind Speiselokale und Kantinen nur zwischen 6 und 15 Uhr geöffnet. Im Gastraum sind maximal 30 Gäste erlaubt. Außerdem muss ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden. Ab 15 Uhr dürfen Speisen und Getränke nur zum Mitnehmen oder als Lieferung angeboten werden.

Bereits seit dem gestrigen Dienstag sind alle Freizeiteinrichtungen geschlossen. Das betrifft Schwimmbäder, Kinos, Bars, Clubs, Tagungs- und Veranstaltungsräume, Spielhallen, Theater, Vereinsräume, Museen, Stadtführungen, Spielplätze, Fitnessstudios, Bibliotheken, Tierparks, Volkshochschulen, Tanz- und Musikschulen und Jugendhäuser.

Bis nach den Osterferien sind Schulen und Kindertagesstätten in ganz Bayern geschlossen. Das bedeutet für die Eltern oft einen organisatorischen Aufwand. Dennoch sollen Eltern, wenn möglich, darauf verzichten, die Kleinen zur Betreuung an die Großeltern zu übergeben. Denn gerade ältere Personen gehören zu einer Risikogruppe, für die das Virus gefährlich werden kann. Hier könnten Aktionen wie #NachbarschaftsChallenge oder der MZ-Zusammenhalt helfen.

Stichwahl am 29. März

Für die Stichwahl des Oberbürgermeisters bleibt der Termin fest. Am 29. März kann jeder seine Stimme abgeben - aber nur per Briefwahl. Die Unterlagen erhalten alle Wahlberechtigten automatisch. Eine Beantragung ist nicht nötig.

Viele wichtige Corona-Infos zum Stadtgebiet und darüber hinaus gibt es auf www.regensburg.de/aktuelles/coronavirus.

Anna Schätzler