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kult-Redaktion
04. Juni 2019

Critical Mass goes Uni

Mit einer Fahrraddemo zur Tech Base und zur Uni wollten die Initiatoren des Regensburger „Radentscheids“ auf gefährliche Ecken in der Stadt aufmerksam machen.

60 Radbegeisterte schwangen sich am Dienstag den Galgenberg rauf, um zu zeigen, wie eng und gefährlich der Radweg ist. Foto: Mona Lindner

Regensburg. Rund 60 Radfahrer trafen sich am Dienstag, 4. Juni zur Demo-Fahrt „Critical Mass goes Uni“ um 7 Uhr morgens in der Albertstraße. Von dort aus ging es über den Galgenberg und zur Tech Base und danach zur Uni. Eine Strecke, die täglich vor allem von vielen Studenten genutzt wird und eben deshalb besser geschützt sein sollte, finden die Initiatoren des Regensburger „Radentscheids“. „Der kurze Abschnitt zwischen den Arcaden und der Alten Mälzerei ist das große Problem der Strecke. Hier ist der Berg besonders steil, während die Radfahrstreifen im Zweifel Fahrzeuge, vor allem auch die vielen Gelenkbusse, dazu animieren ohne Sicherheitsabstand zu überholen. Morgens sind die Streifen zudem oft von stehenden Fahrzeugen blockiert, ein sicheres Überholen ist für Radler an dieser Stelle nicht ohne weiteres möglich, da der motorisierte Verkehr von hinten drängt“, erklärt Mitinitiator Michael Achmann das Problem.

Nur eines von vielen, für das die Initiative Lösungen fordert: „Die Verlagerung des Radverkehrs in die Universitätsstraße könnte eine Möglichkeit sein, dazu müsste der seit 2005 im Stadtentwicklungsplan und 2012 im Radverkehrsplan genannte Steg über die Gleise als Verlängerung der Universitätsstraße in die Altstadt erfolgen. Für einen Ausbau der Galgenbergstraße wird auf fehlende Grundstücke und den Stadtbahnbau verwiesen, sollte sich der Bau aber noch zehn oder gar 20 Jahre hinziehen, wäre das aus Sicht der Radler nicht hinnehmbar. Immerhin ist die Strecke nicht nur für die rund 30 000 Studierenden relevant, sondern auch für Mitarbeiter der Uni-Klinik, der Hochschulen, BioPark, TechBase und der neu entstehenden Gewerbeflächen am TechCampus.“

Eine Kundgebung gab es dann bereits auf Höhe der Tech Base. Foto: Mona Lindner

Während die Busse auf dieser Strecke an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen, ließe sich durch einen fahrradgerechten Ausbau des Galgenbergs die Lage sicherlich entspannen, so Achmann. Aber auch kreative Ideen oder neue Ansätze einer alten Idee könnten ein Lösungsansätze sein: „Eine Querung der Friedensstraße mit Hilfe eines Stegs, der in einem Fahrradparkhaus bei den Arcaden enden könnte. Die Planung wurde durch den Stadtrat 2016 zu Gunsten eines Wohnungsbauprojekts an der gleichen Stelle aufgegeben, dieses bis heute nicht umgesetzt. Damit wäre zumindest für Schienenpendler eine attraktive Verbindung geschaffen, die perfekt durch die geplanten städtischen Leihfahrräder erschlossen werden könnte“, sagt Achmann. Schlussendlich forderte er die Teilnehmer dazu auf Lösungsvorschläge an die Radentscheid-Gruppe zu senden. Außerdem stellt er kurz das Konzept der „Critical Mass“ vor, Radfahrende die sich spontan treffen um Radfahren als Teil des Individualverkehrs sichtbarer zu machen. „Vielleicht“, so Achmann abschließend, „treffen sich ja in Zukunft öfter mal 16 oder mehr Radler an der Albertstraße und fahren dann im Verband gemeinsam den Berg hoch.“

Denn für eine umweltfreundliche Verkehrswende müssen mehr Menschen raus aus den Autos und rauf aufs Rad. Hier sei aber auch die Stadtratskoalition in der Pflicht: „Wir brauchen endlich ein sicheres und durchgängiges Radverkehrsnetz in Regensburg, um Radfahren attraktiver zu machen“, sagt Christiane Fuchs, studentische Sprecherin der Universität Regensburg.

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