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Veronika Königer
10. September 2019

Das Comeback der Grünen Oase

Im März musste die Grüne Oase in der Obermünsterstraße schließen, jetzt wird sie wieder aufgebaut – nach einem neuen, mit den Anwohnern abgesprochenen Plan.

So sah die Grüne Oase einmal aus. Gerade wird sie wieder aufgebaut. Foto: Bastian Schmidt

Regensburg. Wer erst vor kurzem nach Regensburg gezogen ist, wird sich vielleicht gefragt haben, was die leere Holzterrasse am Rand der Obermünsterstraße darstellen soll. Eine Bühne? Eine Sitzfläche für ein Picknick in der Stadt? Oder stand dort früher mal etwas , und das Bretterpodest ist jetzt davon übrig? Letzteres stimmt: Bis März 2019 befand sich dort die Grüne Oase, ein Projekt von Transition Regensburg. Bänke und Tische luden zum Verweilen ein, Pflanzen in Hochbeeten lockerten das steinerne Stadtbild etwas auf und der Fair-Teiler, Kühlschränke zum Foodsharing, machten die Einrichtung komplett.

Allerdings war die Grüne Oase in diesem Frühjahr schon nicht mehr in bester Verfassung: Das Holz faulte vor sich hin und das Ganze machte einen etwas verwahrlosten Eindruck. Das hatte einen einfachen Grund: Die Oase war ursprünglich eben nicht für die Ewigkeit gedacht. Als sie 2015 eröffnete, waren nur maximal drei Jahre Laufzeit geplant. „Denn die Stadt hatte damals eine Umgestaltung der Obermünsterstraße in Aussicht gestellt, bei der die Grüne Oase dann wieder abgebaut werden sollte“, erzählt Transition-Mitglied Julia Ottersbach. Das Vorhaben wurde aber nicht umgesetzt, und so blieb die Oase länger als geplant.

Im März 2019 war dann doch Schluss. „Es gab vielschichtige Probleme mit der Oase“, erklärt Ottersbach: Zu dem nicht mehr ganz so guten Zustand kamen Beschwerden der Anwohner und ansässigen Geschäftsleute. Die einen beklagten den Verlust von Parkplätzen, die anderen das Müllproblem, vereinzelt wurde auch angekreidet, dass Obdachlose die Oase als Schlafplatz nutzen würden. Und so kam das Ende des Projekts – aber nur vorübergehend, wie Ottersbach berichtet: „Wir haben dann mehrere Gespräche mit den Anwohnern geführt, wie wir die Oase neu aufbauen könnten. Die meisten, die dort wohnen, fanden es nämlich eigentlich schon schön!“

Die Grüne Oase ist wieder im Aufbau, dieses Mal allerdings mit weniger Möbeln und Beeten. Foto: Veronika Königer

Das Ergebnis der Befragungen: Grüne Oase ja, aber weniger und offener zur Straße. Auf dieser Grundlage erstellten die Transition-Mitglieder drei verschiedene Pläne, die sie den Anwohnern vorlegten, mit ihnen berieten und schließlich darüber abstimmen ließen, welcher der beste sei. Daraus entstand dann ein endgültiges Konzept: „Es ist minimalistischer, zum Beispiel stellt der Fair-Teiler keine Kühlschränke mehr auf, und es wird weniger Hochbeete geben, aber die sollen dann auch hochwertiger sein“, beschreibt Ottersbach den Plan.

Und dann ging das Bauen los: Zuerst wurden in der Nachbarschaftswerkstatt im Pürkelgut Bänke und Tische aus Paletten zusammengeschraubt. Am 7. September, dem ersten Aktionstag, bauten Freiwillige diese dann in der Obermünsterstraße auf. „An einem zweiten Tag stellen wir dann einen inneren Zaun zur Abtrennung und schließlich die Tische auf“, erzählt Transition-Mitglied Michelle Platt. An einem dritten Aktionstag soll die Bepflanzung folgen, und zwar zuerst einmal mit winterfesten Kräutern. Mit einem Fest soll die Grüne Oase dann offiziell wieder neu eröffnet werden – als offene Fläche für alle, die etwas Entspannung und Grün im Stadtalltag suchen – und diesmal hoffentlich auch zur ungetrübten Freude der Anwohner.

Veronika Königer