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Benedikt Baumgartner
30. August 2019

Der E-Scooter-Hype kommt nach Regensburg

Retter der Umwelt oder Gefahr für die Gesundheit – der E-Scooter polarisiert. Dank Wave Mobility könnt ihr die Elektroflitzer bald in Regensburg selber ausprobieren.

Mikail Öcal ist Gründer des Start-ups Wave Mobility und will die E-Scooter im September auch nach Regensburg bringen. Foto: Niklas Trabert

Regensburg. Wenn es nach ihm ginge, könnten schon morgen die ersten E-Scooter durch die Regensburger Altstadt düsen. „Aber,“ erklärt Wave Mobility-Gründer Mikail Öcal „die Nachfrage nach E-Scootern ist in Deutschland momentan riesig. Und die Scooter werden ja auch extra für den deutschen Markt gefertigt.“ Schließlich hat hierzulande das Kraftfahrt-Bundesamt immer noch das letzte Wort, was auf die Straße kommt und was nicht.

Auch wenn die Zulassung mittlerweile erteilt ist – ein bisschen gedulden muss man sich noch, bis man fast geräusch- und emissionslos durch die Maximilianstraße oder an der Wurstkuchl vorbeifahren kann. „Im Optimalfall sollten die E-Scooter Mitte September auf der Straße stehen“, sagt Öcal. Einen endgültigen Starttermin gebe es aber noch nicht.

Richtig euphorisch wird er allerdings, wenn es um die Möglichkeiten der elektrischen Tretroller geht. Sein Ziel mit seinem Start-up ist, dass die Leute „Abgase mindern, aufs Auto verzichten und für kurze Strecken lieber auf den Roller springen“. Der E-Scooter-Hype ist also nicht nur was für hippe Trendsetter, sondern für alle, die einfach, schnell und auch noch nachhaltig von A nach B kommen wollen. Alles, was man dazu benötigt, ist eine Registrierung bei der Wave Mobility App. Mit der Handykamera einfach den Zahlencode am Roller einscannen und schon kann es losgehen. Bezahlt wird dann ganz unkompliziert per Kreditkarte oder PayPal. Der Start mit einem Roller kostet einen Euro, jede Minute auf dem E-Scooter ungefähr 20 Cent. „Aktuell muss sich der genaue Minutenpreis auf dem deutschen Markt erst noch einpendeln“, erklärt Öcal.

Einsatzgebiet der E-Scooter wird vor allem die Regensburger Altstadt zwischen Arcaden und Stadtamhof sein. In diesem Bereich werden an mehreren Standorten immer fünf E-Scooter auf ihre Nutzer warten. Die Fahrer können die E-Scooter einfach an ihrem Ziel parken. Nachts sammelt Mikail Öcal – ganz fleißig in Eigenregie – die Roller ein und bringt sie an ihre Stationen zurück. Aktuell peilt der Gründer die Marke von 100 Geräten im Bereich des Stadtkerns an.

Ein Problem, das bisher vor allem Radbesitzer kennen, die ihren geliebten Drahtesel schon mal aus der Donau fischen mussten, könnte auch die neuen Elektroflitzer treffen. Damit die Zahl seiner E-Scooter-Flotte nicht rapide schrumpft, trifft Öcal einerseits Vorkehrungen wie die nächtliche Überwachung der Stellplätze. Andererseits setzt er aber auch auf das Verantwortungsgefühl der Nutzer. Damit die Elektroroller statt auf dem Grund der Donau, doch lieber wieder auf der Straße landen.

Benedikt Baumgartner