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15. Januar 2020

Ein heiß umkämpfter Markt

Während die E-Scooter des hiesigen Start-ups weiter auf sich warten lassen, kommt jetzt wohl der Branchenführer zum Zug.

Anderswo prägen E-Scooter das Stadtbild bereits. Geht es nach dem Berliner Anbieter TIER Mobility, ist jetzt auch Regensburg an der Reihe. Foto: Maximilian Becker

Regensburg. Samuel Becketts „Warten auf Godot“, Gerhard Polts „Warten auf Dillinger“ und Regensburgs Warten auf die E-Scooter – drei Hängepartien mit einem gravierenden Unterschied. Während Godot und Dillinger bis heute nicht gekommen sind, kommt bei den elektrischen Cityflitzern, die eigentlich schon im September des vergangenen Jahres hätten kommen sollen, nun doch noch Bewegung ins Spiel. Wann sie kommen, weiß man trotzdem noch nicht.

Ein zweiter Anbieter

Was man aber weiß: Der Schwandorfer Unternehmer Mikail Öcal, der aufgrund von Lieferproblemen den Start seines E-Scooter-Verleihs mehrmals nach hinten korrigieren musste, konnte auch seine letzte Ankündigung, in der ersten Januarwoche zu starten, nicht einhalten. Jetzt bekommt er potente Konkurrenz aus der Hauptstadt: Der international agierenden Anbieter Tier Mobility hat die Absicht bekundet, in Regensburg eine E-Scooter-Flotte aufzubauen. Das bestätigte die städtische Pressestelle auf Anfrage. Die vorliegende Information, wonach noch Mitte Januar Tier-Roller durch Regensburg schleichen sollen, konnte die Stadt allerdings nicht bestätigen. Auch das Unternehmen selbst wollte sich nicht konkret äußern, bevor es tatsächlich losgeht.

Da es in Deutschland (noch) keinen rechtlichen Rahmen für E-Scooter-Verleihsysteme gibt, können Unternehmen prinzipiell jederzeit – und ohne Absprache mit der Stadt – ihre Roller aufstellen. Das Berliner Unternehmen ist im zurückliegenden Dezember trotzdem im Rathaus vorstellig geworden – und scheint mit seinem Konzept überzeugt zu haben.

Nachhaltige Lösung

„Tier verfolgt – im Vergleich zu bisherigen Anbietern – eine nachhaltigere Strategie für den Betrieb. So ist zum Beispiel ein Akkuwechsel-Betrieb vorgesehen: Die ,leeren‘ Scooter müssen dabei abends nicht aufwendig mit einem Kfz eingesammelt, zentral geladen und frühmorgens wieder mit einem Kfz verteilt werden.“ Der Akkuwechsel und weitere betriebliche Fahrten sollen – soweit möglich – mit Lastenrädern bewerkstelligt werden, erklärt eine Pressesprecherin der Stadt weiter.

Bleibt die Frage nach dem Wann. Der Winter hat jedenfalls keinen Einfluss auf den Betriebsstart. „Generell bleiben Tier-Scooter ganzjährig auf der Straße.“ Kälte hätte weit weniger Einfluss auf die Nutzerzahlen als Nässe, erklärt der deutsche E-Scooter-Marktführer.

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Es könnte also jederzeit soweit sein. Wann, das weiß trotzdem kaum einer. Frei nach Becketts Worten geht das Warten weiter:

„Komm, wir fahren.“

„Wir können nicht.“

„Warum nicht?“

„Wir warten auf die E-Scooter.“

„Ach ja.“