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15. Juni 2019

Hängende Gärten 4.0

Wer wenig Platz für Pflanzen hat, der macht sich einfach grüne Wände: Vertikales Gärtnern ist im Trend.

Dekorativ, grün und trotzdem platzsparrend - vertikales Gärtnern liegt voll im Trend. Foto: fotolismthai - stock.adobe.com

Regensburg. Wer keinen Garten oder nur einen kleinen Balkon hat, dem fehlt oft der Platz für Pflanzen. Auf etwas Grün muss man dennoch nicht verzichten. Die Lösung lautet: vertikal gärtnern, also das Kultivieren von Gemüse oder Blumen in senkrechten Beeten, Bepflanzungssystemen oder Wandgärten.

Möglichkeiten, in die Höhe statt in die Breite zu gärtnern, gibt es viele: Eine an die Wand gelehnte Leiter bietet auf den Trittstufen Platz für Blumentöpfe, eine ausrangierte Europalette kann aufgestellt zum Pflanzregal werden und auch Pflanztürme aus stapelbaren Tontöpfen und alte, an die Wand montierte Regenrinnen sind Platzoptimierer. Eine besondere Variante des vertikalen Gärtnerns sind lebende Wandbilder. Der Pariser Botaniker Patrick Blanc, einer der Pioniere in diesem Bereich, professionalisierte das vertikale Pflanzverfahren und ließ es sich patentieren. Mittlerweile überzieht er ganze Häuser mit Blumenschichten und baut Indoor-Dschungel. Seine senkrechten Beete bestehen aus einem Metallrahmen, einer Hartschaumplatte und einer Filzschicht. Die wird auf die Platten gespannt und die Pflanzen werden als Samen oder Setzlinge in den Filz eingesetzt. Ein integriertes Bewässerungssystem liefert Wasser und Dünger. Erde oder Substrat verwendet Blanc nicht – seine Konstruktionen basieren auf dem Konzept der Hydrokultur.

Alle Gewächse eignen sich für lebende Wände jedoch nicht. Man sollte Pflanzen wählen, die auch in der Natur unter schwierigen Bedingungen wachsen. Geeignet sind kleine Stauden, Kletterpflanzen, Kräuter, Farne, Sukkulenten, Moose sowie (sub-)tropische Pflanzen. Beispiele sind Orchideen, Fetthennen, Flamingoblumen oder Grünlilien. Soll das Bild im Freien aufgehängt werden, muss man winterharte Pflanzen verwenden.

Bastelanleitung für ein Pflanzenbild

Man braucht: einen Holzkasten, Folie, Maschendraht, Jutestoff, Blumenerde und Pflanzen.

Foto: Irene Daxer

Die Folie wird über die Kasteninnenseite gespannt, dann die Blumenerde auf den ausgebreiteten Stoff gegeben und damit eingeschlagen. Das Bündel sollte die Größe des Kastens haben, in den es gelegt und mit einem Tacker befestigt wird. Über dem Stoff wird der Maschendraht montiert. In diesen schneidet man Löcher für die Pflanzen, genauso wie in den Stoff darunter. Dann setzt man die Pflanzen ein und gießt sie an. Sind die Gewächse angewurzelt, kann man das Bild aufhängen. Ein Bewässerungssystem lohnt sich im Kleinen meist nicht. Pflanzt man Überlebenskünstler wie Sukkulenten, reicht es, sie ab und zu mit Wasser zu besprühen. Alternativ kann man das Bild zum Gießen von der Wand nehmen und nach kurzer Trocknungszeit wieder aufhängen.