Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
Titelfoto: Stina Walterbach
11. August 2016

Kinokult im Regina

Doris Lerchl-Goldermann bringt seit drei Jahrzehnten Schauspieler und Regisseure nach Regensburg. Jetzt hat sie sich mit dem Besuch der Stars aus den Eberhofer-Filmen einen ganz persönlichen Wunsch erfüllt.

Simon Schwarz, Doris Lerchl-Goldermann und Sebastian Bezzel genießen gemeinsam die Premiere von „Schweinskopf Al Dente“ im Regensburger Regina-Kino.Stina Walterbach

Regensburg. Auf Du und Du mit den Größen des Deutschen Films: Seit 30 Jahren führt Doris Lerchl-Goldermann nun schon das Regina-Kino am Protzenweiher. Um ihren Gästen immer wieder etwas Neues bieten zu können, holt sie regelmäßig Schauspieler und Regisseure nach Regensburg. Am vergangenen Donnerstag gaben sich nun auch „Franz Eberhofer“ alias Sebastian Bezzel und „Rudi Birkenberger“ alias Simon Schwarz die Ehre.

„Auf die beiden hab ich schon immer hingespechtet“, sagt Goldermann, die den Premierenabend lange und akribisch vorbereitet hat. Neben zahllosen Luftballons, an denen das Publikum Wünsche für eine Komparsenrolle hängen konnte, spielt die Regensburger Tanzlmusi DrahDeWadl auf.

Ein Empfang, wie es ihn in Niederkaltenkirchen nicht besser geben könnte, fanden auch die geladenen Schauspieler. Ein echter Erfolg für Goldermann, die um jede Premiere im Regina kämpfen muss: „Ich hab nicht immer Glück. Wir müssen immer versuchen, eine Kombilösung mit anderen Kinos zu finden, so wie Regensburg-Nürnberg oder Regensburg-Passau“, so die Kinochefin.

Oft klappt es aber eben doch, so wie bei Rita Falks neuster Romanverfilmung „Schweinskopf Al Dente“. Insgesamt 42 Stationen absolvieren Bezzel und Schwarz in den kommenden eineinhalb Wochen. Da ist so ein Ständchen von DrahDeWadl eine willkommene Abwechslung – auch für gestandene Fernsehgrößen. „Mit Bier und Blasmusik begrüßt zu werden, ist schon was Besonderes“, so Schwarz, während Bezzel vor allem das alte Kino beeindruckt. Beide sind nicht zum ersten Mal in der Stadt und dabei ist ihnen vor allem das gute Bier in Erinnerung geblieben, das Bezzel schon vor 29 Jahren auf Klassenfahrt probieren durfte.

Ab Donnerstag, 11. August läuft „Schweinskopf Al Dente“ offiziell in den Kinos an. „Der Film ist anders als die andern, weil es in diesem Teil um lebensbedrohende Dinge für die Familie geht“, so Schwarz. „Die Gefahr ist dieses Mal konkreter und größer“, fügt Bezzel hinzu. Und das merkt man auch hinter den Kulissen. Denn so lustig wie alle glauben, sei es am Set gar nicht, verrät Schwarz. „Die erste Probe ist lustig, aber dann muss man alles leider noch 30-mal drehen und dann ist es nicht mehr so witzig“, sagt Bezzel.

Den Spaß am Filmprojekt selber haben sie aber noch nicht verloren. Erst kürzlich wurde der vierte Teil der Reihe „Grießnockerlaffäre“ abgedreht, bei dem auch Goldermann Mäuschen spielen durfte. „Ich war beim Dreh dabei und konnte die Schauspieler mal während der Arbeit beobachten, das war sehr spannend“, so die Kinochefin.

Auch der Regensburger Schauspieler Günther Brenner durfte im aktuellen Streifen eine kleine Rolle übernehmen. Als Baumarktleiter spielt er eine lustige Szene an der Seite von Bezzel und seiner Film-Oma Enzi Fuchs, die bei der letzten Premiere zusammen mit Rita Falk im Regina zu Gast war. „Es ist schon was besonderes, sich selbst im Kino zu sehen“, sagt Brenner.

Und auch die Hauptdarsteller freuten sich auf die Premiere und das Publikums-Feedback. Auf die Frage, wieviel Eberhofer und Birkenberger in Bezzel und Schwarz steckt, winken beide entschieden ab. Es sei eher umgekehrt, sagt Bezzel: „Also sagen wir mal so, in Birkenberger und Eberhofer stecken sehr viel Bezzel und Schwarz, weil wir ja Sachen aus unserem Leben in die Figuren übertragen. Aber trotzdem ist da hoffentlich ein großer Unterschied“. Die Freundschaft dagegen ist zu 100 Prozent echt. Nach Regensburg ging es für Schwarz und Bezzel gleich weiter nach Straubing. Für die Fans im Kino und sicher auch für Lerchl-Goldermann bleibt der Besuch aber noch lange ein wahres Highlight.