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25. Januar 2020

Mit fünf Euro zum eigenen Business

Die Regensburger Studentenszene an OTH und Uni hat kreative Ideen im Kopf. Diese Einfälle in ein eigenes Unternehmen umzuwandeln ist Ziel des Wettbewerbs „5-Euro-Business“. Wir waren bei der Preisverleihung und stellen euch die Geschäftsideen der Studis vor.

Vier Unternehmen stellten sich bei der Abschlussveranstaltung des „5-Euro-Business“-Wettbewerbs an der Universität Regensburg dem Urteil der Jury. Darunter auch Vyntro, ein Start-up, das aus alten Schallplatten Visitenkarten macht. Foto. Anna Schätzler

Regensburg. Vier Gründerteams haben es gewagt: Mit fünf Euro Startkapital haben sie versucht, mit ihrer Idee innerhalb weniger Wochen ein eigenes Unternehmen aufzubauen – erstmal auf Probe. Dafür hatten sie starke Wirtschaftspaten an ihrer Seite, die sie in Gründungsfragen unterstützten. Ob sie nun ausgründen und ihr Unternehmen weiterführen steht ihnen offen. Bei der Preisverleihung zum Wettbewerb 5-Euro-Business präsentierten die Studierenden von OTH und Uni Regensburg ihr Unternehmenskonzept und wollten die fünfköpfige Jury damit überzeugen.

Vyntro

Beim Streifzug durch Berlin ist den Jungs von Vyntro etwas förmlich ins Auge gesprungen: „20 Schallplatten für zwei Euro“ – da dachten sich die drei BWL-Studenten Florian Müller, Philipp Raila und Christoph Wallenta, dass man aus dem Material noch viel mehr machen könnte: exklusive Visitenkarten! Und schon war die Geschäftsidee geboren. Gemeinsam mit Chia Lin Liao, Studentin im Studiengang Industriedesign, gründeten sie im Fünf-Euro-Business das Unternehmen „Vyntro“ – eine Kombination aus „Vinyl“ und „Retro“. Ihr Ziel ist es, mit ihren Vinyl-Visitenkarten aus der Masse herauszustechen und Kärtchen mit Charakter und Wiedererkennungswert zu gestalten. Die Idee steht auch ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit: Schließlich verstauben alte Schallplatten derzeit auf vielen Dachböden – warum also nicht Material nutzen, das eh schon zur Verfügung steht?

MotiNation hat eine neue Sport-App entwickelt. Foto: Anna Schätzler

MotiNation

Was motiviert mehr zum Sport als zu sehen, dass der beste Kumpel gerade eine Laufrunde einlegt? Genau das wollen Felix Wechsler, David Jahn und Maksim Pantschenko von „MotiNation“ mit ihrer App erreichen: Darin ist es möglich, sich mit Freunden in einer digitalen Gruppe zusammenzuschließen und sich gegenseitig zu pushen, Sport zu machen. Das kann in Form von Nachrichten passieren oder in Challenges: Egal wie – Ziel ist es, möglichst viele Punkte zu sammeln. Diese kann man dann gegen attraktive Prämien eintauschen. Ganz nach dem Motto „Go the extra mile, receive an extra smile“ lohnt es sich also noch mehr, sich zum Sport aufzuraffen. Wenn alles gut läuft, geht die App noch im Sommer 2020 an den Start. Unterstützung bekommen sie bereits von den Stadtwerken Regensburg.

Triple X-Wave

Triple X-Wave stellt Experimentierkästen für junge Technikfans her. Foto: Anna Schätzler

Mohammad Tollabi Mazraehno und Hanna Gillmann wollen mit ihrem Unternehmen „Triple X-Wave“ Experimentierkästen verkaufen, die jungen Technikbegeisterten auf einfache Weise komplexe Physikvorgänge begreifbar machen. In den vergangenen acht Wochen konnten sie bereits einen Bastelkasten entwickeln: Eine Technologiebox für optische Telekommunikation mit LED und Laser zeigt, wie Daten mittels Licht übertragen werden können. In ihrem Prototyp schicken die Entwickler Musik von einem Ende zum anderen – mit einem Laser. Das klappte auch bei der Präsentation wunderbar. Nach dem Wettbewerb wollen sie noch weitere Boxen entwickeln.

StadtLandGut

Eventagenturen gibt es einige. Das Alleinstellungsmerkmal von StadtLandGut aber ist der Dialog zwischen Stadt und Land, den sie bei den anderen Unternehmen vermissen. Deswegen setzen Leonie Kaufhold, Ann-Cathrin Konrad, Stephanie Wimmer und Felix Krabler auf die Kooperation mit Landwirten aus der Region. Mit Miriam Friedrich ist auch eine Waldpädagogin mit an Bord. „Jeder bringt seine Talente mit ein“, freut sich Krabler. In Bauernhof-Atmosphäre wollen sie ganz besondere Firmenevents anbieten: vom Betriebsausflug über Teambuildingevents bis hin zu Assessmentcenter und Ideenfindungsworkshops. Dafür haben sie auch schon einiges getan: Bei einem ersten Pilotprojekt haben sie mit einer Firma bereits einen Workshop auf dem Land umgesetzt. Außerdem erfuhren die Teilnehmer mehr über den landwirtschaftlichen Betrieb und konnten ihr eigenes Rapsöl herstellen.

StadtLandGut setzt auf den Dialog zwischen Stadt und Land. Foto: Anna Schätzler

Und der erste Platz geht aaaaan…

Alle vier Teams haben sich an ihren Ständen und bei der Vorstellung vor Publikum perfekt präsentiert. Danach spürte man die Erleichterung der Teilnehmer. Jeder hat alles gegeben, um sich bestmöglich zu zeigen: gedruckte Flyer, Kekse mit Firmenlogo, Sporteinlage auf der Bühne, kleine Theaterstücke, fliegende Visitenkarten. Egal wie die Jury entscheidet – schon vor der Preisverleihung wussten drei der Gruppen, dass sie ihr Unternehmen auf jeden Fall weiter vorantreiben wollen. Nur Vyntro werden ihr Business erstmal auf Eis legen. Platz zwei belegten die Jungs von MotiNation, die ihr Preisgeld weiter in ihr Business stecken möchten, um möglichst schnell voranzukommen. Am Ende war sich die Jury einig: An StadtLandGut führt kein Weg vorbei. Die Siegergruppe erhielt ein Preisgeld von 800 Euro. „Das investieren wir weiter in unser Unternehmen, wir haben noch so viele Ideen, die wir umsetzen wollen“, ist Ann-Cathrin Konrad sicher. „Und wir werden erstmal unsere Wirtschaftspatin zum Pizzaessen einladen!“