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Titelfoto: Veronika Weigert
09. September 2020

Neue Ära für Wöhrdbad

Das älteste Bad Regensburgs wird saniert – ein neues Funktionsgebäude kommt und es gibt ein effizientes Energiekonzept. Zum Ganzjahresbad wird das Wöhrdbad aber nicht.

Die diesjährige Freibadsaison ist vorbei – der Umbau beginnt, die Becken bleiben davon unberührt. Vor den Sommerferien 2021 sollen die Tore wieder geöffnet werden. Foto:Veronika Weigert

Regensburg. Bereits im Jahr 1952 eröffnet, ist das Wöhrdbad das älteste Bad Regensburgs. Drei Jahrzehnte lang wurde es von der Regensburger Turnerschaft betrieben. Obwohl es mittlerweile in den Händen der Stadtwerk-Tochter Regensburger Bäder und Arenen ist, nennen es viele noch „RT-Bad“. Das Wöhrdbad wurde seit seiner Eröffnung oftmals erweitert: Vor über 40 Jahren kam das Funktionsgebäude hinzu, es folgten Kinderplanschbecken, Strömungskanal und Rutsche. Die letzte Erweiterung des Bades liegt 30 Jahre zurück.

Nun ist auf dem Gelände einiges in die Jahre gekommen: Das Funktionsgebäude ist sanierungsbedürftig, die offene Bauweise nicht mehr zeitgemäß. Vergangenen Montag markierte der offizielle Hammerschlag den Start für die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Wöhrdbad. Unter anderem schwang Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer das Symbol für den Abriss des Funktionsgebäudes. „Unsere Stadt wächst und damit auch der Bedarf an attraktiven Freizeiteinrichtungen und insbesondere Wasserflächen“, sagte sie. Konkret wird das alte Funktionsgebäude abgerissen und ein neues gebaut, bei dem auf eine geschlossene Bauweise sowie Hochwasserschutz wert gelegt wird. Der Eingang zum Wöhrdbad wird sich künftig in der Mitte befinden, Badegäste können von dort direkt zum Spaßbecken nach links oder zum Sportbecken nach rechts abbiegen. Die Becken selbst bleiben so, wie sie sind.

Der Kiosk wird abgerissen – an seine Stelle kommt ein Beachvolleyballfeld. In Richtung westlicher Liegewiese ist eine Cafeteria mit großer Terrasse geplant. Entlang des Sportbeckens werden die Sitz- und Liegeflächen neu gestaltet und auch Sammelumkleiden wird es geben. Zudem wird die komplette Badewassertechnik für alle Becken erneuert. Das Wöhrdbad ist ein Bad im Grünen – in diesem Zusammenhang wurde ein effizientes Energiekonzept erarbeitet, damit auch der ökologische Charakter im Neubau stimmt. Wärme liefern zwei Wärmepumpen, die von einer Photovoltaik-Anlage gespeist werden, ein Blockheizkraftwerk, das mit Biomethan betrieben wird, und ein Gasbrennwertkessel. Dadurch kann der CO2-Ausstoß deutlich gegenüber einer konventionellen Energieerzeugung gesenkt werden.

Auch in puncto Beckenwasser-Temperatur wird es Änderungen geben: Dieses kann zusätzlich erwärmt werden, um die Saison etwas zu verlängern oder nach einer Schlechtwetterperiode schnell wieder auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Um die Auskühlung auch über Nacht zu reduzieren, ist im Umbau-Plan auch eine Abdeckung für das Sportbecken eingeplant. Noch im September sollen die alten Gebäude abgerissen werden. Im Oktober folgen Bodenarbeiten, im November der Start der Roharbeiten. Fertig soll das Wöhrdbad zu den Sommerferien kommendes Jahr sein. Die Baukosten betragen rund sechs Millionen Euro.

Kein Ganzjahresbad

Das Wöhrdbad bleibt ein Sommerbad. Zuletzt hatte es Pläne gegeben, das Sportbecken mit einer Traglufthalle zu überspannen – dadurch wäre auch ein Schwimmen im Winter möglich gewesen. Doch für dieses Vorhaben wären Kosten in Höhe von rund einer Million Euro fällig gewesen, zudem wäre auch der Energieaufwand immens gewesen. „Das hätte nicht zu unserem Nachhaltigkeitskonzept gepasst“, sagte Maltz-Schwarzfischer.