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Titelfoto: ADFC Köln/Florian Bluhm
19. Juni 2020

Pop-Up-Bikelanes sind vom Tisch

Während sich am Dachauplatz Demonstranten für mehr Fahrradfreundlichkeit einsetzten, lehnte der Stadtrat temporäre Radwege ab.

In mehreren deutschen Städten – Berlin, Stuttgart, München oder wie hier in Köln – gibt es schon Pop-Up-Bikelanes. Foto:ADFC Köln/Florian Bluhm

Regensburg. Die Idee ist einfach: Pop-up-Bikelanes tauchen plötzlich auf und vermitteln für ein paar Stunden ein Bild davon, wie Radfahrer unterwegs sein könnten, wenn die Politik ihnen mehr Platz einräumen würden. Und tatsächlich, seit Corona die Straßen im März auf einmal leerfegte, poppen in deutschen Großstädten ziemlich viele dieser temporären Radwege auf. Das Konzept scheint auch über den Zeitraum von ein paar Stunden hinaus zu funktionieren: In Berlin wurde kürzlich beschlossen, dass 22 Kilometer an Pop-Up-Bikelanes nun mindestens bis zum Jahresende bestehen bleiben – nicht wie ursprünglich geplant bis Ende Juni. In Stuttgart und München wurden daraufhin ebenfalls Pop-Up Radwege eingerichtet.

Und was ist mit Regensburg? Da hatte der Stadtplanungsausschuss am Mittwoch, 17. Juni einen Antrag auf dem Tisch, in dem die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Pop-Up-Bikelanes für Regensburg fordert. Ein paar Stunden zuvor machte sich am Dachauplatz ein Zusammenschluss aus Fridays For Future, Grüne Jugend, Jusos und Enkeltauglich für temporäre Radwege und ein fahrradfreundlicheres Verkehrskonzept stark. Die Teilnehmerzahl für Demonstrationen ist derzeit auf 50 Leute beschränkt, weitere Interessierte beobachteten das Geschehen allerdings von außerhalb.

Am Dachauplatz forderten 50 Demonstranten Verbesserungen im Radverkehr. Foto: Jakob Bornschlegl

Geholfen hat’s nix. Der Ausschuss lehnte den Antrag nach Pop-Up-Radwegen wenig später ab. „Wir sind enttäuscht über die Entscheidung des Stadtrats, entgegen der Bedürfnisse zahlreicher Menschen und entgegen einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik, nicht einmal die aktuelle Lage für den temporären Ausbau der Fahrradwege zu nutzen.“ sagte Sophia Weigert von Fridays for Future Regensburg daraufhin. Im Anschluss an die Kundgebung versammelten sich viele der Demonstranten zu einer Critical Mass durch die Innenstadt, um ein weiteres Zeichen für mehr Beachtung der Bedürfnisse von Radfahrern zu setzen. „Wenn Regensburg bis 2035 klimaneutral werden will, dann muss das Rad mehr Gewicht im Straßenverkehr einnehmen“, sagte Luisa Haas von der Grünen Jugend.