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14. April 2020

So gelingt die Arbeit im Homeoffice

Gerade am Anfang ist es nicht leicht, zu Hause produktiv zu arbeiten – es sei denn, man beherzigt ein paar einfache Kniffe.

Organisation ist alles: Ein aufgeräumter Schreibtisch und ein klarer Tagesplan wirken im Homeoffice Wunder. Foto: Marina Zlochin - stock.adobe.com

Regensburg. Wenn Dinge auf einmal sprechen: Die Waschmaschine schreit „fertig!“, das Geschirr in der Spüle brüllt „wasch mich!“ und die selbstmitleidigen Pflanzen auf dem Fensterbrett winseln leise nach Wasser. Wer vom Büro ins Homeoffice wechselt, baut zwangsläufig eine hyper-empfindsame Verbindung zum Mobiliar in seiner Wohnung auf. Anscheinend haben sich alle Gegenstände verschworen und verfolgen nur noch ein Ziel: die Person da am Schreibtisch abzulenken.

Als uns das Coronavirus vor ein paar Wochen ins Homeoffice geschickt hat, klang das – zumindest für mich – nach einer willkommenen Abwechslung vom Büroalltag, nach einer ruhigen Kugel zu Hause, nach Jogginghose und Kaffee. Ein paar Tage später wusste ich es besser: Während die Wohnung munter weiter ihren Ablenkungs-Komplott schmiedete, rückten Deadlines immer näher und die Jogginghose fühlte sich auf einmal gar nicht mehr gut an. Es ist nicht einfach, auch zu Hause produktiv zu arbeiten – mit ein paar einfachen Kniffen gelingt es trotzdem (immer besser).

Mach dich hübsch

Das Wichtigste vorab: Kein Mensch arbeitet acht Stunden am Stück, auch nicht im Büro. Deshalb kann man dem Flehen von Spülmaschine und Co. ruhig mal nachgeben – allerdings nur in vorher klar festgelegten Arbeitspausen. Um dauerhaft konzentriert werkeln zu können, braucht es neben einem guten Zeitmanagement auch eine gewisse Selbstdisziplin. Ein geregelter Tagesablauf hilft dabei, Zeitmanagement-Tools wie „Microsoft To-Do“, „Todoist“ oder die gute alte handgeschriebene To-do-Liste auch.

Da man im Homeoffice in der Regel nicht von den Kollegen gesehen wird, klingt es auf den ersten Blick verlockend, den ganzen Tag im Schlafanzug zu verbringen. Das wirkt sich allerdings negativ auf die Produktivität aus. Trotz Homeoffice sollte man deshalb seine Morgenroutine beibehalten und sich für den Tag wie sonst auch zurechtmachen. Kleidung beeinflusst das Empfinden. Lässt man Jogginghose – oder noch schlimmer: die Pyjamahose – während der Arbeitszeit im Schrank, fühlt man sich besser. Das richtige Outfit wirkt sich sogar auf die Sprache aus: Fühlt man sich wohl, merkt das auch der Gesprächspartner am Telefon. Für die Videokonferenz gilt natürlich das Gleiche.

Neben dem Erscheinungsbild ist es auch wichtig, seinen Schreibtisch in Ordnung zu halten. Je weniger Gegenstände herumstehen, desto weniger wird man durch diese abgelenkt. Am besten bringt man schon während der Morgenroutine Kaffeetassen weg und entsorgt alte Merkzettel. Nach dem Aufstehen lohnt es sich, einmal kräftig durch zu lüften.

Hände weg vom Handy

Ein wichtiger Schritt zu mehr Effektivität ist es, das Smartphone aus der Reichweite zu verbannen. Denn auch wenn es nicht vibriert, neigt man dazu, nach ihm zu greifen und zu checken, ob man nicht etwas verpasst hat. Wenn man denkt, man könnte neben dem Arbeiten noch kurz zu WhatsApp und Facebook rüberblinzeln und trotzdem effektiv bleiben, stimmt das nicht. Das Gehirn arbeitet am besten, wenn man strikt eine Sache nach der anderen abarbeitet. Und sind wir doch mal ehrlich: Verpasst hat man in sozialen Netzwerken trotzdem nichts. Was für das vibrierende Smartphone gilt, gilt übrigens auch für den Desktop. Will heißen: Push-Nachrichten aus! Auch sie unterbrechen die Konzentration auf eine Sache.

Laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation IAO leiden Menschen, die im Homeoffice statt im Büro arbeiten, häufiger an Schlafmangel und/oder Stress. Deshalb sollte man gegen dieses komische Homeoffice-Gefühl, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen, um zu beweisen, wie fleißig man doch arbeitet, ankämpfen. Arbeit ist Arbeit, Freizeit ist Freizeit. Und wenn Feierabend ist, ist Feierabend.