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Titelfoto: Veronika Weigert
05. September 2020

Symbolische Umbenennung

Die Eiserne Brücke und das Marc-Aurel-Ufer haben für drei Monate neue Namen – wir verraten euch, was dahinter steckt.

Die beiden Installationen (hier die „Michael-Buschheuer-Brücke“) sollen das öffentliche Denken prägen. Foto:Veronika Weigert

Regensburg. Vielleicht hat der ein oder andere schon die großen Lettern entdeckt, die am Donnerstag enthüllt wurden: Die Eiserne Brücke trägt bis Dezember den Namen „Michael-Buschheuer-Brücke“ und das Marc-Aurel-Ufer in der Nähe des Museums der Bayerischen Geschichte wird zum „Alan & Ghalib Kurdi Hafen“. Doch warum gibt es überhaupt diese Umbenennung und warum gerade jetzt?

Auf die Idee der Umwidmung ist der tschechische Künstler Dušan Zahoranský gekommen. Er war im vergangenen Jahr in Regensburg und findet, dass nicht nur die Gesandten beim Immerwährenden Reichstag, Monarchen oder Patrizier aus längst vergangenen Jahrhunderten Paten für Straßen und Plätze sein sollten, sondern auch Vorbilder aus dem 21. Jahrhundert.

Michael Buschheuer hat 2015 die Seenotrettungs-Initiative Sea-Eye gegründet, mit der Widmung soll sein Engagement gewürdigt werden. Im September vor fünf Jahren ging das Bild des tot aufgefundenen zweijährigen Alan Kurdi um die Welt. Auch Alans Bruder Ghalib, damals vier, wurde mit seiner Mutter tot geborgen.

Das Marc-Aurel-Ufer trägt für drei Monate den Namen „Alan & Ghalib Kurdi Hafen“. Foto: Veronika Weigert

Von Ghalib gibt es kein Bild. Um an ihn zu erinnern, widmet Zahoranský den Brüdern nun den Hafen. Die Namensschilder an den gegenüberliegenden Donauufern sollen stellvertretend für Retter und Opfer an Millionen von Menschen auf der Flucht nach Europa erinnern.

Neues Schiff

Den Namen „Alan Kurdi“ trägt auch ein Schiff von Sea-Eye, das im Mittelmeerraum unterwegs ist, um Geflüchtete sicher zum nächsten Hafen zu bringen. Nun bekommt die „Alan Kurdi“ bald Verstärkung – von „Ghalib Kurdi“. Das Schiff soll noch dieses Jahr Einsätze übernehmen. Heimathafen der „Ghalib Kurdi“ ist Regensburg. Laut Gorden Isler von Sea-Eye ist das Ziel, auf dem Schiff mehrere hundert Personen aufnehmen zu können.