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23. August 2019

Wer ist eigentlich Peter?

In Regensburg soll der Klimanotstand ausgerufen werden. Die Grünen fordern es. Jannik Peter fordert es. Wer die Grünen sind, wissen wir – doch wer ist eigentlich Peter?

Neben den Grünen macht sich aktuell ja vor allem der Nachwuchs für den Kampf gegen den Klimawandel stark. Hier auf einer der Freitagsdemos von Fridays for Future auf dem Neupfarrplatz. Foto: Stina Walterbach

Regensburg. Kiel ganz oben im Norden hat’s gemacht. Konstanz ganz unten im Süden hat’s gemacht. Und 38 weitere Städte oder Gemeinden dazwischen haben’s gemacht: den Klimanotstand ausgerufen. Seitdem müssen die Entscheider in diesen Kommunen alle politischen Beschlüsse dem Klima, der Natur und der Artenvielfalt unterordnen. Sollte eine Stadtratsentscheidung klimaschädlich sein, darf sie nicht gefällt werden.

Auch in Regensburg werden aktuell Forderungen nach der Ausrufung des Klimanotstandes laut. „50 Einzelpersonen“ – federführend die Stadtvorsitzenden der Grünen, Theresa Eberlein und Stefan Christoph – haben letzte Woche einen entsprechenden Antrag an Bürgermeisterin Gertrud Malz-Schwarzfischer übersandt. „Es ist an der Zeit. Die Hütte brennt. Die drastische Situation gerade fordert drastische Schritte“, erklärt Eberlein. Ihr ist vor allem der symbolische Akt, den das Ausrufen des Notstands bedeutet, wichtig. Und die Tatsache, dass der Stadtrat durch ihren Antrag gezwungen wird, das Thema auf den Tisch zu bringen. Wann das der Fall sein wird, weiß sie noch nicht. Eine Antwort hat sie bis jetzt noch nicht bekommen; hat aber auch so schnell nicht damit gerechnet, schließlich weilte die Bürgermeisterin die letzten Tage im Urlaub.

Neben den Grünen macht sich aktuell ja vor allem der Nachwuchs für den Kampf gegen den Klimawandel stark. Zum Beispiel Jannik Peter. Wer er ist, wissen wir nicht. Immerhin: „Schüler, Regensburg. Und Klimawandel ist doof“, steht auf www.openpetition.de geschrieben. Hier will er 1500 Unterschriften sammeln. Das Ziel ist das gleiche wie bei Eberlein: das Ausrufen des Klimanotstands. Trotzdem weiß auch Eberlein nicht, wer Peter ist. „Grundsätzlich steht man schon in Kontakt, aber den jungen Mann kenne ich nicht. Es ist aber schön, dass der Stadtrat sieht, dass auch andere das so sehen wie wir“, sagt sie.

Doch wer ist Peter? Vielleicht bringt ja Michelle Platt, die Vorsitzende von Transition Regensburg, Licht ins Dunkel, schließlich wurde seine Petition auch auf www.transition-regensburg.de online gestellt. Doch auch sie weiß nicht, wer Peter ist. „Vielleicht eine Privatperson“, mutmaßt sie. Auch wenn keine direkte Verbindung besteht, unterstützt sie die Petition, denn der Antrieb sei der gleiche: „Regensburg grüner zu gestalten“, freut sich Platt.

Ok, ein letzter Versuch: Ferdinand Klemm, Fridays-for-Future-Mitorganisator, muss doch wissen, wer Peter ist. Aber auch der weiß es nicht und sorgt am Telefon sogar für einen kleinen Oha-Moment, als er sagt: „Wir nehmen zur Petition keine Position ein, weil sie nicht genau zu unseren Forderungen, die wir an die Stadt Regensburg gerichtet haben, passt.“ Wer sich jetzt fragt, wo genau die Unterschiede liegen, der kann sich hier FFFs Forderungen und hier Peters Forderungen zu Gemüte führen.

Auch wenn die Suche nach Peter (erst mal) erfolglos blieb, lässt sich festhalten: In Regensburg tut sich was. Höchste Zeit, denn: „Die Hütte brennt.“