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Titelfoto: Hans Brainfood
20. September 2018

Zwei Hektar Hanf mitten in Bayern

Das Regensburger Start-up Hans Brainfood stellt den weltweit ersten Hanfriegel für das Gehirn her. Heute beginnt die Crowdfunding-Kampagne für den Produktionsstart.

Der 27-jährige Matthias Coufal produziert den weltweit ersten Hanfriegel für das Gehirn.

Regensburg. Spaziergänger reiben sich die Augen, Jugendliche kommen heimlich zum Pflücken, bei der Polizei gehen reihenweise Anzeigen ein. Ein riesiges Hanffeld sorgt in Euernbach, einem kleinen Dorf nördlich von München, für Gesprächsstoff. Ist das erlaubt?

„Zuerst dachte ich, es sind schon wieder irgendwelche Hippies, die denken, man könnte den Hanf hier rauchen“, erzählt Landwirt Josef Coufal, wie er mit Argwohn die beiden Männer beobachtete, die durch sein Feld schlichen, sich später aber als Kriminalpolizisten zu erkennen gaben. Und dass die angespannte Stimmung schnell verflogen war, als er seine Lizenz von der Bundesanstalt für Landschaft und Ernährung (BLE) vorgezeigt hatte. Denn tatsächlich ist das, was in Euernbach passiert, nicht nur legal, sondern auch revolutionär. Landwirt Josef Coufal baut dort legal Hanf für das Regensburger Start-Up Hans Brainfood an, das den weltweit ersten Energieriegel aus Hanf entwickelt hat.

Auf die Idee für den revolutionären Riegel kam der Gründer des Start-Ups, der 27-jährige Matthias Coufal, Bruder von Landwirt Josef, auf einer seiner Dienstreisen als Produktmanager in der Landwirtschaftsbranche: „Unterwegs bekommt man schnell Hunger, doch meistens fehlt der passende Snack für zwischendurch, um bis zum Abend konzentriert durcharbeiten zu können. Auf der Suche nach einer Lösung fiel mir auf, dass die meisten gesunden Produkte auf die körperliche Fitness abzielen. Ich wollte mich aber konzentrieren können und keine hundert Kilo stemmen bei der Arbeit“, erzählt Matthias Coufal.

So entstand Hans, der weltweit erste Energieriegel aus Hanf mit ausschließlich natürlichen Zutaten. Der verwendete Hanf der Sorte Finola ist von der EU für den Anbau zugelassen und hat keine berauschende Wirkung, da er nur geringste Mengen des psychoaktiven Wirkstoffs THC enthält. Der Hans-Energieriegel besteht hauptsächlich aus geschälten Hanfsamen und Honig als Bindemittel. Die Samen enthalten Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Magnesium, B-Vitamine und hochwertiges, pflanzliches Protein. Sie sättigen nachhaltig, fördern nachweislich die Konzentrationsfähigkeit und beseitigen Müdigkeit auf natürliche Weise. Hinzu kommen natürliche Geschmacksträger wie Berberitze oder Kaffee – für die Tage, an denen Dinge nicht erst morgen fertig werden sollen.

„Bei Hanf denken alle immer nur ans Kiffen. Dabei hat die Pflanze so viel mehr drauf“, erklärt Matthias Coufal. „Unser Hans-Riegel ist nicht nur gesund und hält fit, sondern sättigt auch auf gesunde Weise – perfekt für alle, die wenig Zeit und viel Stress aber keine Lust auf Junkfood haben. Zudem ist der Riegel gut für die Umwelt, denn unser Hanf wird regional und ökologisch angebaut und muss nicht von weither importiert werden.“

Der Hanfriegel in vier Sorten ist schon fertig entwickelt, kaufen kann man ihn aber noch nicht. Hans Brainfood startet am 20. September ab 12 Uhr bis zum 25. Oktober 2018 eine Crowdfunding-Kampagne auf der Onlineplattform Startnext. Dort wollen Matthias Coufal und seine Kollegen Isabella Voit (Design) und Jakob Graf (Marketing) Geld für die Finanzierung der ersten Charge sammeln. Unterstützer bekommen exklusiv die ersten Hanfriegel von Hans Brainfood zugeschickt.

Erste Erfolge kann Hans Brainfood bereits verbuchen: Beim StartUp Weekend 2016 in Regensburg hat Coufal aus 50 Teilnehmern den zweiten Platz belegt. Beim Pitch-Wettbewerb Makers‘ Club in Regensburg erreichte das Start-up mit seiner Idee im Juli 2018 sogar den ersten Platz. „Die ersten Erfolge haben uns motiviert, weiterzumachen. Wenn nun auch die Finanzierungskampagne erfolgreich ist und die Leute unseren Riegel gut finden, wollen wir natürlich so schnell wie möglich in den Handel. Erste Anfragen von Großhändlern haben wir schon erhalten“, sagt Matthias Coufal.

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