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07. Dezember 2019

50 Jahre Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Zum Jubiläum 2020 stehen unter anderem drei neue Ausstellungen, Kunstfilme, Workshops, eine 70er-Jahre-Party und ein Freiluftcafé auf dem Veranstaltungsplan.

Die Videoinstallation „Vetreibung der Vernunft“ von Peter Weibel thematisiert die Verteibung von Österreichischen Künstlern und Intellektuellen zwischen 1933 und 1945. Foto: Agnes Tieze

Regensburg. Noch ist die Geschichte seines Gebäudes nicht abschließend geklärt. Hundert Jahre lang unter anderem als Turnhalle sowie als Luftschutzschule genutzt, eröffnete das Kunstforum Ostdeutsche Galerie (KOG) – zwar noch unter anderem Namen – im Sommer 1970 im Stadtpark schließlich als das, was es bis heute ist: als eine Sammlung für Kunst deutscher Bevölkerungsgruppen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.

Sein 50-jähriges Bestehen feiert das Museum im nächsten Jahr mit drei Ausstellungen und einem umfangreichen Begleitprogramm. „Die roten Säulen vor unserem Eingang zeigen: Hier geht es um zeitgenössische Kunst. Dieses Versprechen wollen wir einlösen Das Jubiläumsjahr wird zeitgenössisch, diskursiv und bunt“, sagt Direktorin Dr. Agnes Tieze. „Reisen. Entdecken. Sammeln“ führt von 22. Februar bis 3. Mai mit Werken von Barbara Klemm, Günther Uecke und einigen tschechischen Undergroundkünstlern in die Zeit des Eisernen Vorhangs zurück. Hans-Peter Riese, ehemaliger westdeutscher Journalist im Osten, begegnete auf seinen Reisen zahlreichen Künstlern. Gemeinsam mit seiner Frau baute er eine beeindruckende Sammlung auf, von der sich ein Großteil seit 2008 bereits im KOG befindet.

Mit dem Kopf durch die Wand

Ab 6. Juni zeigt eine umfangreiche Ausstellung die Arbeit von Peter Weibel, der im kommenden Jahr auch den Lovis-Corinth-Preis erhält. Weibels Schaffen umfasst Performances, Konzeptkunst und Medienkunst in all ihren Facetten. Schwerpunkte seiner Arbeiten sind Migration, Krieg, Terrorismus und Katastrophen.

Die letzte Ausstellung „Grenzen in der Kunst“ zeigt ab 14. November die Arbeiten von tschechischen Künstlern aus drei Generationen; darunter surreal-poetische Werke von Marie Cermínová, Magdalena Jetelová, die mit monumentalen Bildhauerarbeiten gegen die politische Ausweglosigkeit kämpfte und Kristof Kintera, der mit seinen Arbeiten auf die aktuelle Situation in Tschechien reagiert. Seine Arbeit „Revolution“ ist beispielsweise eine lebensechte, mechanisch angetriebene Puppe, die mit dem Kopf immer wieder gegen die Wand schlägt. „Er hat uns vorgewarnt, dass wir sie am Anfang lieben und am Ende hassen werden“, sagt Tieze lachend.

Zum Begleitprogramm gehören wie jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen, Führungen, Kunstfilme und Workshops. Zum Geburtstag hat sich das Museum zwei Besonderheiten einfallen lassen.

Ein Jahr der Veränderungen

Zum einen soll es eine 70er-Jahre-Party geben. Zum anderen belebt ein Freiluftcafé im Sommer den Park um das KOG. Auch personell und baulich tut sich einiges: Der langjährige Geschäftsführer Maximilian Obermeier verabschiedet sich zum Jahreswechsel in den Ruhestand und die Sammlungsleitung Gemälde/Skulptur wird von Kunsthistorikerin Dr. Verena Hein übernommen. Voraussichtlich Ende 2020 beginnt außerdem der nächste Bauabschnitt, der das Museum bis 2022 modernisieren und besucherfreundlicher gestalten soll.