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11. Februar 2020

Bärenstarke Premiere

Deutschlands größte Wrestling-Promotion wXw gastierte am Samstag im Airport und begeisterte die Fans.

Der Auftritt von NXT-Star Ilja Dragunov war ein besonderes Schmankerl für die Wrestling-Fans in Obertraubling. Foto: Robert Torunsky

Regensburg. Mitte November hatten noch die Stars von Branchenprimus World Wrestling Entertainment (WWE) in der Donau-Arena gastiert, am Samstag gaben sich nun die Athleten von Westside Xtreme Wrestling (wXw) ein Stelldichein im Airport.

Deutschlands größte Wrestling-Promotion hatte sich nicht nur mit der Ansetzung der Matches sehr viel Mühe gegeben: Im Laufe des Abends wurden unter anderen Matches zwei Qualifikationsturniere ausgetragen. Die jeweiligen Sieger bekamen als Belohnung jeweils einen der begehrten Startplätze für das fünfzehnte „16 Carat Gold“. Europas wichtigstes Wrestling-Turnier wird von 6. bis 8. März in Oberhausen ausgetragen und ist der Showroom für aufstrebende Talente.

Wer mit einer Show auf Jahrmarkt-Niveau gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Die Wrestler boten herausragende Athletik und wussten auch in der Interaktion mit dem Publikum voll zu überzeugen. Die mehrere Hundert Fans, die um den geschickt platzierten Ring Platz genommen hatten, waren durch das Fehlen der bei WWE üblichen Absperrgitter hautnah bei der Action dabei. Professionell war auch der vor Ort auf Englisch kommentierte Livestream.

Nicht umsonst wird wXw gern als „die Brutstätte zukünftiger Weltstars“ bezeichnet: Cesaro, Daniel Bryan, Sami Zayn, Neville, Tommy End (alias Aleister Black), Axel Dieter Jr. (alias Marcel Barthel), Dean Ambrose, Alexander Wolfe und Walter sind nur einige der ehemaligen wXw- Champions, die später den Weg zu WWE beschritten haben und dort aktuell für Furore sorgen.

Die Show startete um kurz nach 20 Uhr mit dem ersten Halbfinale zwischen Norman Harras und Julian Pace, die kurz vorher noch in einem Videosegment zu sehen war. In einem starken Opener bezwang Pace „den Rohdiamanten“ Harras nach einem spektakulären Rückwärtssalto vom obersten Ringseil. Im zweiten Halbfinale setzte sich der charismatische und technisch versierte Oliver Carter, den man sich durchaus auch bei WWE vorstellen könnte, gegen den Bruiser Zach Cooper durch. Damit war das erste Finale um das Ticket zu 16 Carat Gold ermittelt. Im zweiten Turnier besiegte „The Rotation“ den bulligen Hektor Inviktus aus Nürnberg nach einem 450-Grad-Splash vom obersten Ringseil.

Anschließend setzte sich wXw-Legende Absolute Andy aus Hilpoltstein gegen Levaniel durch und komplettierte damit das zweite Finale. Der „Prinz der Sterne“ machte sich über den Routinier lustig und bezahlte das teuer. Bei einem Griff an die Hose förderte Andy – zur Freude des Publikums einen Tampon zum Vorschein. Levaniel hatte sein Ziel, die Emotionen der Fans zu wecken, erreicht – und wenig später auch das Nachsehen. Den Finishing-Move von Absolute Andy, den F5, zeigt auch der Erfinder der Aktion, der aktuelle WWE-Champion Brock Lesnar, nicht besser ausgeführt.

Zwischen den beiden Finalkämpfen hatten die Organisatoren noch eine weitere Belohnung für die Fans parat: Ilja Dragunov, der die WWE-Verantwortlichen mit seinen Auftritten bei der WWE-eigenen Entwicklungsliga NXT begeistert, war als Stargast ebenfalls nach Obertraubling gekommen. In einem Triple-Threat-Match traf Dragunov auf die hünenhaften Jurn Simmons und Marius Al-Ani. Letzterer setzte sich nach einem intensiven Kampf so durch, dass Dragunov kein Image-Verlust widerfuhr.

Weitere Matches sollten folgen – insgesamt waren es acht – bevor die Finals ausgetragen wurden. Im ersten konnte „The Rotation“ mit seiner Spezialaktion einen Überraschungssieg über Absolute Andy feiern, im zweiten schickte Julian Pace letztlich Oliver Carter auf die Matte.

Nach den Matches bedankten sich die Wrestler artig beim Publikum und standen lange für Fotowünsche und Autogramme zur Verfügung. Die Fans waren nach fast drei Stunden bester Unterhaltung begeistert von dem Abend und hofften auf eine Rückkehr von wXw nach Obertraubling.