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17. Juli 2018

Die jungen Wilden des Jazz

Aufregend, international und experimentell – diese fünf jungen Bands solltet ihr beim 37. Bayerischen Jazzweekend in Regensburg auf keinen Fall verpassen.

Jazz gepaart mit Ethno-Sound: Die Band Freedoms Trio eröffnet am Donnerstag das Jazzweekend auf der Piazza im Gewerbepark. Foto: Audun Selnes

Vier Tage, ein Dutzend Bühnen, 90 Bands - von 19. bis 22. Juli wird Regensburg wieder zum Mekka für Jazzfans. Dass Jazz weder angestaubt noch spießig ist, beweisen diese jungen Musiker. Sie experimentieren mit unterschiedlichsten Einflüssen und bringen frischen Wind in die Jazzszene:

Freedoms Trio

Von Skandinavien bis Südamerika – das Freedoms Trio vereint Klänge aus allen Teilen der Welt. Gitarrist Steinar Aadnekvam, geboren in Norwegen und aufgewachsen in Schweden, komponiert eigene Songs, seit er neun Jahre alt ist. Später studierte er am Royal College of Music in Stockholm und zählt heute zu den bekanntesten Gitarristen der skandinavischen Jazzszene. In seinen Songs kombiniert er Jazz, Rock, Funk und orientalische Fragmente. Mit seinen Freunden – dem Bassisten Rubem Farias aus Brasilien und dem Schlagzeuger und Sänger Deodato Siquir aus Mosambik – spielt er in Clubs ebenso wie auf großen Festivals in Nordeuropa. Zu erleben ist der Ethnosound des Trios am Donnerstag, 19. Juli ab 17.30 Uhr auf der Piazza im Gewerbepark.

Coastline Paradox 5

Mit internationalen Einflüssen überzeugt auch die Band Coastline Paradox 5. Die fünf Musiker fühlen sich in der Welt zu Hause. Trompeter Richard Köster lebt in Oslo und reiste mit dem Bundesjazzorchester von einem Ort zum anderen. Tenorsaxofonist Damian Dalla Torre stand schon mit großen Stars der Jazzszene wie Bob Mintzer, Bill Holman und Benjamin Weidekamp auf der Bühne. Er komponiert und spielt für verschiedene Ensembles. Das Herz des Pianisten Felix Römer schlägt für die Filmmusik. Als Komponist war er bereits Teil des Filmfestivals Aubagne. Marc Mezgolits und Valentin Duit machen die Band Coastline Paradox 5 komplett. Die Musiker lassen die unterschiedlichen Stilrichtungen zu modernen feinen Klängen verschmelzen. Coastline Paradox 5 spielt live auf der Bühne am Freitag, 20. Juli um 18 Uhr im Thon-Dittmer-Hof.

Organ Explosion

Vintage liegt im Trend. Das gilt nicht nur für Mode, sondern auch für die Musik. Die drei Musiker von Organ Explosion lieben Retro und beweisen, wie hip alte Songs klingen können. Statt zu kopieren, verleihen sie jedem Song ihren ganz individuellen Touch. Vor allem Synthesizerklänge, die in den 70ern und 80ern beliebt waren, inspirieren Organ Explosion. Angetan hat es der Münchner Band auch die legendäre Hammondorgel B3 aus den 60er-Jahren. Aus der holt Keyboarder Hansi Enzensperger heraus, was die Tasten hergeben. Zusammen mit dem Bassisten Ludwig Klöckner und dem Schlagzeuger Manfred Mildenberger produziert er clubtauglichen Funk. Überzeugt euch selbst am Freitag, 20. Juli ab 21 Uhr im Leeren Beutel.

Franziska Eberl

Gerade einmal 22 Jahre ist die Sängerin Franziska Eberl alt. Doch die Musik war schon ihre Leidenschaft, als sie noch ein Kind war. Mit 14 gewann sie den dritten Preis beim Deutschen Rock- und Poppreis in der Kategorie „Beste Popsängerin“. Ihre Begeisterung für Jazz entdeckte sie erst später. Schon seit einigen Jahren komponiert Franziska Eberl ihre eigenen Songs. Zurzeit studiert sie in Regensburg und spielt nebenbei in mehreren Bands. Sie tritt am Samstag, 21. Juli um 17.30 Uhr im Amore, Vino & Amici auf.

Auster

Die Musik von Auster ist mehr als nur Jazz: Jonas Dierkopf, Max Breu und Christopher Kunz lassen sich von jüdischer Volksmusik, Hardrock und klassischer Musik inspirieren, um ihren ganz eigenen Sound zu kreieren. 2014 haben sich die Jungs an der Musikhochschule kennengelernt und die Band Auster gegründet. Obwohl alle drei schon unterschiedlichste Musikrichtungen getestet haben – von der Popmusik über Metal bis zum Blues – fiel die Entscheidung letztendlich auf Jazz. Hier können sie frei experimentieren und improvisieren. Auster spielen am Sonntag, 22. Juli um 22 Uhr in der Heimat.